S-Klasse, A8 unf XJ: Gebrauchte Luxuslimos mit massivem Wertverlust

So viel Luxus gibt's unter 30.000 Euro

Mercedes S-Klasse, Audi A8 und Jaguar XJ mit Diesel und enorm viel Luxus: Alle drei haben massiv an Wert verloren. Welche gebrauchte Limousine bietet am meisten fürs Geld?
Diese drei Limousinen fahren ganz oben in der automobilen Luxus-Nahrungskette: Mercedes S-Klasse, Audi A8 und Jaguar XJ waren als Neuwagen kaum bezahlbar und für die Chefetage reserviert. Nach einigen Jahren und 100.000 Kilometern haben die Luxusdampfer einen ungeheuren Wertverlust hinter sich und stehen zum Golf-Preis beim Händler! An Opulenz und Prestige haben sie dabei nicht das Geringste eingebüßt. AUTO BILD stellt die drei Luxus-Limousinen vor. Alle haben einen Dieselmotor, stammen aus dem Baujahr 2013 und kosten unter 28.000 Euro. Welcher Gebrauchte bietet das meiste fürs Geld? Dieser Mercedes S 350 CDI ist eine S-Klasse wie aus dem Bilderbuch: Stern auf der Motorhaube, schwarzer Lack, heller Innenraum. In Sachen Ausstattung hat der Erstbesitzer alles gegeben und geschmackvoll bestellt. Der Dachhimmel ist mit Mikrofaser aus der Designo-Abteilung bezogen, der Rest des Interieurs kleidet sich in beiges Nappaleder. Schwarzes Eschenholz ziert Türen, Mittelkonsole und Lenkrad. Eine Ambiente-Beleuchtung und Sitzklimatisierung vorne tragen zum Wohlgefühl bei. Für Unterhaltung sorgen das Infotainmentsystem mit DVD-Player und integriertem Musikstreaming sowie eine Harman-Kardon-Soundanlage mit ordentlich Bums.

Die S-Klasse schafft bereits Euro 6

So stellt man sich eine S-Klasse vor: Helles Leder, analoge Uhr und Wurzelholz am Lenkrad.

Flüsterleise geht es dagegen unter der Motorhaube zu. Der drei Liter große V6-Diesel mit 258 PS und 620 Nm Drehmoment übt sich akustisch in Zurückhaltung. Der Selbstzünder beschleunigt den dicken Benz auf bis zu 250 km/h Spitze und begnügt sich auch bei forscher Gangart mit weniger als acht Litern Diesel auf 100 Kilometer. Der Motor schafft zudem als einziger Kandidat in diesem Vergleich Euro 6, obwohl die W211er S-Klasse das konstruktiv älteste Auto in diesem Vergleich ist. Der Benz stammt laut Inserat aus zweiter Hand, ist scheckheftgepflegt und hat 112.579 Kilometer auf dem Tacho. Der Neupreis lag ohne Extras bei etwa 76.000 Euro, jetzt soll der S 350 inklusive Garantie und frischer HU noch 27.890 Euro kosten.
Zweiter im Bunde ist dieser Audi A8 4.2 TDI. Mit silbernem Lack und grauem Leder-Interieur ist er das optische Gegenteil vom klassisch anmutenden Mercedes, auf dessen Ausstattung er noch mal eine Schippe drauflegt: Vierzonen-Klima, elektrische Heckklappe, Standheizung, Sitzheizung hinten und ein Bose-Soundsystem gehören zu den Annehmlichkeiten. Zudem wartet er mit einer schier unendlichen Liste an Assistenzsystemen und Sicherheitsfeatures auf. Abstandstempomat, Spurwechselassistent und Voll-LED-Scheinwerfer mit Fernlichtassistent und Kurvenlicht sind nur einige davon.

Der Motor des A8 hat Schiffsdiesel-Format

Der A8 stellt seine Technik zur Schau und wirkt deutlich kühler als Mercedes und Jaguar.

Hinter dem großen Singleframe-Grill steckt ein Kraftpaket von Motor. Der 4,1 Liter große V8-Diesel leistet 350 PS und drückt sagenhafte 800 Nm Drehmoment auf die Kurbelwelle. In 5,5 Sekunden rennt der Allradler auf 100 km/h, bei Tempo 250 ist er abgeregelt. Sparsam gefahren, begnügt er sich mit unter neun Litern Diesel auf 100 Kilometer. Nachteil: Der Motor schafft nur Euro 5. Der Ingolstädter stammt laut Händler aus dritter Hand, ist scheckheftgepflegt und 100.316 Kilometer gelaufen. Mit 27.490 Euro inklusive HU und Garantie ist der Audi etwas günstiger als die S-Klasse.
Der ungekrönte Schnäppchenkönig ist in diesem Vergleich aber dieser Jaguar XJ: Der luxuriöse Brite steht für sagenhaft günstige 21.490 Euro zum Verkauf. Das ist weniger als ein Fünftel seines Neupreises! Als einziger Kandidat in diesem Vergleich kommt der Jaguar in der Langversion mit extra Beinfreiheit im Fond. Der Innenraum ist bis in den hintersten Winkel mit beigem und braunem Leder ausgekleidet, die Füße betten sich auf farblich passende Velours-Teppiche. Die sportlich anmutenden Carbon-Einlagen in den Türtafeln wollen da nicht so recht in Bild passen. Wie der Audi verwöhnt auch der Jaguar mit Vierzonen-Klimaautomatik, Sitzheizung vorne und hinten sowie mit belüfteten Vordersitzen. Er ist zudem der einzige im Trio mit einem Panorama-Glasdach.

Der XJ ist erst 84.000 Kilometer gelaufen

Die Kombination aus edlem Bicolor-Leder und sportlichen Carbon-Intarsien im XJ ist zumindest fragwürdig.

Angetrieben wird die britische Katze von einem Dreiliter-V6-Turbodiesel, der 275 PS und 600 Nm Drehmoment bereitstellt. Im AUTO BILD-Test verbrauchte der Selbstzünder nur 7,5 Liter Diesel auf 100 Kilometer. So sauber wie die S-Klasse ist er allerdings nicht, der Jaguar schafft nur die Emissionseinstufung Euro 5. Ein Blick aufs Preisschild stimmt dann wieder milde. Neben dem günstigsten Preis von 21.490 Euro trumpft der Ersthand-XJ auch mit der niedrigsten Laufleistung auf: Nur 84.000 Kilometer stehen auf dem Zähler.

Jaguar als Preis-Leistungs-Sieger

Geht es nach dem Preis-Leistungs-Verhältnis, dann sticht der Jaguar seine gebrauchten Konkurrenten locker aus.

Welchen sollte man mit nach Hause nehmen? Wenn es nach dem Preis-Leistungs-Verhältnis geht, dann den Jaguar. Mehr Luxus und Platz für weniger Geld bietet hier keiner. Einen optischen Hingucker mit Exotenstatus fährt man mit den XJ sowieso. Der Audi lockt mit dem umfangreichsten Technik- und Sicherheitsangebot sowie mit dem dicksten Motor. Die S-Klasse punktet mit dem saubersten Antrieb, muss sich in Sachen Ausstattung und Preis aber hinten anstellen. Apropos Preis: Der Vollständigkeit halber muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass sich die wahren Kosten erst im Unterhalt verstecken. Denn der ist bei einer großen Limousine trotz moderatem Dieseldurst nicht zu unterschätzen. Hier gibt es weitere gebrauchte Mercedes S-Klassen, Audi A8 und Jaguar XJ mit Garantie!

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Luxuslimousine Diesel

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