Saab-Auktion: Autos vom Werksgelände in Trollhättan
Ende einer Auto-Legende: Die letzten Saab verlassen jetzt das Werk

Die Firma ist zwar seit 2012 pleite, und Autos gebaut werden in Trollhättan schon seit über zehn Jahren nicht mehr. Doch ein paar Saab stehen noch immer auf dem verlassenen Werksgelände – und kommen jetzt unter den Hammer.
Bild: Saab
Mehr als 75 Jahre nach dem ersten Serien-Saab endet in Trollhättan ein letztes Kapitel Automobilgeschichte: Das schwedische Auktionshaus Klaravik versteigert auf seiner Website die letzten Fahrzeuge, die noch im ehemaligen Saab-Werk stehen. Acht Autos kommen direkt vom Werksgelände – regulär zugelassen wurden sie allerdings nie. Die Auktion läuft vom 21. bis 30. Mai. Das Mindestgebot: null Kronen.
Drei Saab 9-3 aus der wilden Übergangszeit
Für Saab-Fans ist das weit mehr als nur eine gewöhnliche Auktion. Denn unter den Fahrzeugen befinden sich drei Saab 9-3 aus dem Modelljahr 2014 – Autos aus der chaotischen Übergangszeit nach der Saab-Insolvenz.

Acht letzte Saab verlassen das Werk in Trollhättan und werden versteigert.
Bild: Saab
Gebaut wurden sie bereits unter dem neuen Eigentümer NEVS (National Electric Vehicle Sweden). Die Fahrzeuge dienten als Vorserien- und Testwagen, kamen aber nie offiziell in den Handel. Deshalb haben sie teilweise deutliche Gebrauchsspuren und sogar fünfstellige Kilometerstände.
Trotzdem gelten sie als die letzten Saab überhaupt, die direkt aus der Fabrik stammen.
Elektro-Prototypen und Technik-Experimente
Dazu kommen vier technische Exoten, die zeigen, wohin die Reise bei Saab eigentlich gehen sollte: ein elektrischer 9-3, ein Range-Extender-Prototyp, ein Testwagen fürs autonome Fahren mit Lidar- und Kameratechnik sowie ein Versuchsträger mit vier Radnabenmotoren.

Elektro- und Prototypenfahrzeuge geben Einblick in Saabs Zukunftspläne.
Bild: Saab
Vieles davon wirkte damals futuristisch – heute sind die Fahrzeuge rollende Zeitzeugen eines Comeback-Versuchs, der nie vollendet wurde.
Der gescheiterte Neustart von Saab
Genau das macht die Auktion so besonders: Hier werden nicht einfach alte Autos verkauft, sondern die letzten realen Überreste eines gescheiterten Neustarts.
Saab war 2011 nach schwierigen Jahren unter General Motors und einem kurzen Intermezzo unter Spyker insolvent gegangen. 2012 übernahm NEVS die Reste der Marke und plante einen elektrischen Neustart aus Trollhättan heraus.
Finanziert wurde das Projekt unter anderem vom chinesischen Immobilienkonzern Evergrande Group. Doch mit dessen spektakulärer Krise geriet auch NEVS immer weiter ins Straucheln. 2023 wurde das Unternehmen schließlich praktisch stillgelegt.
Letzte Chance für Saab-Fans
Besonders emotional für Hardcore-Fans: Die Fahrzeuge stehen noch immer dort, wo Saab einst produziert hat. Am letzten Auktionstag können Interessenten die Autos sogar direkt vor Ort in Trollhättan besichtigen.

Mit dieser Auktion endet ein Kapitel schwedischer Automobilgeschichte.
Bild: Saab
Möglicherweise öffnet sich damit zum allerletzten Mal das Werkstor der legendären Saab-Fabrik. Denn auch das Werk selbst ist längst Teil der Automobilgeschichte. Seit 1947 entstanden hier Kultmodelle wie der Saab 96 oder der legendäre 900 Turbo. Jetzt verlassen die letzten Fahrzeuge endgültig das Gelände.
Damit endet nicht nur eine Auktion – sondern endgültig auch die Geschichte von Saab.
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