Autonome Taxis sollen den Verkehr sicherer und komfortabler machen. Doch im Alltag zeigt sich ein unerwartetes Problem: Was passiert, wenn der Fahrgast einfach einschläft? Genau diese Frage beschäftigt inzwischen Rettungsdienste in den USA, denn fahrerlose Taxis können ihre Passagiere nicht wecken.
Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, passierte genau das dem 30-jährigen Innenarchitekten Ditto Kasendar in Los Angeles. Nach einer Geburtstagsfeier schlief er während einer kurzen Fahrt mit einem Waymo-Robotaxi ein. Als das Fahrzeug sein Ziel erreichte, blieb es stehen. Weil der Mann auch auf die Ansprache eines per Lautsprecher zugeschalteten Mitarbeiters nicht reagierte, setzte Waymo einen Notruf ab.
Erst die alarmierte Feuerwehr konnte den Fahrgast wecken – nachdem das Robotaxi bereits fast eine Stunde am Zielort gestanden hatte.

Robotaxis: Rettungsdienst spricht von "Sleepers"

Der Fall ist offenbar kein Einzelfall. Im texanischen Austin, wo Waymo ebenfalls Robotaxis betreibt, sprechen Rettungskräfte inzwischen sogar von sogenannten "Sleepers". In den ersten neun Monaten nach Einführung des Dienstes wurden dort 99 Einsätze registriert, weil Fahrgäste regungslos in den Fahrzeugen saßen.
Waymo Robotaxi
Fahrgäste lassen Müll zurück, verschütten Getränke oder übergeben sich im Fahrzeug. Waymo erhebt deshalb Reinigungsgebühren und überwacht den Innenraum mit Kameras.
Bild: Waymo
Da die Leitstellen nicht erkennen können, ob jemand lediglich schläft oder sich in einer medizinischen Notlage befindet, werden die Fälle zunächst wie Notfälle behandelt. Tatsächlich mussten aber nur rund drei Prozent der Betroffenen anschließend ins Krankenhaus gebracht werden.

Müll, Erbrochenes und Fernüberwachung

Auch abseits medizinischer Zwischenfälle bereiten autonome Taxis ihren Betreibern Probleme. Fahrgäste lassen Müll zurück, verschütten Getränke oder übergeben sich im Fahrzeug. Waymo erhebt deshalb Reinigungsgebühren und überwacht den Innenraum mit Kameras. Speziell geschulte Mitarbeiter können sich bei Auffälligkeiten per Lautsprecher zuschalten oder im Ernstfall Rettungskräfte verständigen.
Nicht nur schlafende Fahrgäste beschäftigen die Behörden. Nach einem großflächigen Stromausfall in San Francisco Ende 2025 blieben mehr als 60 Waymo-Fahrzeuge gleichzeitig liegen und blockierten teilweise Straßen. Zudem warnte die US-Verkehrssicherheitsbehörde zuletzt davor, dass autonome Fahrzeuge vereinzelt Absperrungen an Unfallstellen missachteten oder Rettungsfahrzeuge behinderten.
Feuerwehren fordern deshalb einheitliche Standards, damit Einsatzkräfte unabhängig vom Hersteller schnell erkennen können, wie sich ein Robotaxi sichern oder öffnen lässt und wie Kontakt zu den Fernbetreuern aufgenommen werden kann.