Schlagloch-Beseitigung in Berlin
Schlaglochflicker machen Straßen flott

Krater, Furchen, Risse: Der harte Winter hat vor allem für Autofahrer seine Spuren hinterlassen. AUTO BILD begleitet einen Straßenbautrupp bei seinem Kampf gegen Schlaglöcher.
- Stefan Voswinkel
Manche sehen aus wie Schuhe, andere wie Fische mit großen Flossen. Es gibt Seelandschaften und Mondkrater. Im Grunde haben Schlaglöcher nur eines gemeinsam: Keines von ihnen ist wie das andere. Tim Grolewsky (22) kennt alle Arten von Schlaglöchern. Er ist Straßenbauarbeiter und hat zurzeit einen der wichtigsten Jobs in Berlin: Er beseitigt die Winterschäden. Unter Fachleuten heißt es allerdings nicht Schlagloch, sondern "Ausbruch", erklärt Grolewsky. An guten Tagen schaffen er und seine drei Kollegen bis zu 30 Ausbrüche. Dann haben sie zehn Tonnen flüssigen Asphalt verarbeitet und 200 Meter Straße ausgebessert.
Schlaglöcher: AUTO BILD beantwortet die wichtigsten Fragen

Bild: Harald Almonat
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Mehr als Flickschusterei sei wegen der Menge nicht drin. Wenigstens ist Geld für die Flickerei vorhanden. Der Senat hat zusätzlich 25 Millionen Euro für die Beseitigung der Schlaglöcher bewilligt. Trotzdem wird auch das nicht ausreichen. Der Städte- und Gemeindebund schätzt, dass Berlin 100 Millionen Euro braucht, um das komplette Straßennetz wirklich zu sanieren. Geld, das die Stadt nicht hat. Unseren Bautrupp stört das nicht. Seit Januar hat er rund 5000 Schlaglöcher beseitigt, bis zum Ende der Saison im Oktober werden es wohl weitere 10.000 werden. Für die verschiedenen Formen haben die Männer übrigens schon lange kein Auge mehr. Ob Seelandschaft oder Mondkrater: "Hauptsache ist doch", sagt Bauarbeiter Grolewsky, "dass die Straße schnell wieder in Ordnung kommt."
Fazit von AUTO BILD-Reporter Stefan Voswinkel: Respekt, ich ziehe meinen Hut vor den Straßenbauarbeitern dieser Republik. Kaum zu glauben, was sie täglich leisten – obwohl der Erfolg nicht von Dauer ist: Kaum sind die Straßen geflickt, tauchen neue Schlaglöcher auf. Auch wenn die öffentlichen Kassen leer sind: Es muss Geld für eine echte Sanierung der Straßen her. Sonst ist der tägliche Kampf der Arbeiter umsonst.
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