Better Place, der US-amerikanische Dienstleister für E-Mobilität, hat einen neuen Chef. Das wäre keine große Meldung wert, wäre der geschasste Vorstandschef nicht ein weltweit gefeierter, charismatischer Vordenker: Shai Agassi. Ohne den Gründer ist die Firma, die vor allem durch den Aufbau von Akku-Wechselstationen Aufmerksamkeit erregte, kaum vorstellbar. Agassi bleibt zwar im Unternehmen, führen wird Better Place nun aber der bisherige Australien-Chef Evan Thornley.
Shai Agassi seen here as chief executive officer of Better Place the Israeli-based electric car company
Der Israeli Shai Agassi gründete die Firma Better Place 2007 in seiner Heimat. Jetzt wurde er an der Spitze des Unternehmens abgelöst.
Bild: dpa
Dass sich das Geschäft mit der unbegrenzten Reichweite von E-Autos durch die Wechselakkus noch nicht rentiert, wird auch er wissen: Seit 2010 hat Better Place umgerechnet rund 365 Millionen Euro Verlust gemacht. Die Barreserven von knapp 140 Millionen Euro reichen noch gut ein Jahr, errechnete die "New York Times". Das Problem der Weltverbesserer: Die Wechselstationen funktionieren zwar einwandfrei (ich testete sie 2011 in Kopenhagen), doch außer in flächenmäßig kleinen Staaten wie Dänemark, Israel oder Holland sowie Regionen in Australien findet Better Place keine Akzeptanz. Ein Versuch, in Deutschland in einem Schaufenster für E-Mobilität Platz zu finden, scheiterte. "Bei euch werden wir uns nicht weiter engagieren", erklärte mir eine Unternehmenssprecherin.
Weltweit hat Better Place nur etwa 750 Mitglieder, die monatlich rund 250 Euro zahlen, um die zwölf Wechselstationen in Dänemark oder eine von 24 in Israel nutzen zu dürfen (oder eine von knapp 2000 Ladestationen). Und: Bislang hat nur Renault mit dem Fluence ein Auto im Angebot, das für einen Akku-Wechsel überhaupt geeignet ist. Alle anderen Hersteller, die ich auf Better Place ansprach, winkten ab. Die Zukunft der Firma ist mehr als ungewiss.