Der Überfall Russlands auf die Ukraine hat auch den Energiemarkt erschüttert. Die Preise kletterten in den vergangenen Tagen so schnell wie noch nie. Am Donnerstag (10. März) kostete der Liter Benzin in Deutschland durchschnittlich 2,17 Euro, Diesel sogar 2,27 Euro. Das war der heftigste Preis-Sprung aller Zeiten.
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Und die Knappheit von Benzin, Diesel und weiteren Erdölprodukten scheint noch größer zu werden. Jetzt hat Shell angekündigt, die Verkäufe in Deutschland einzuschränken. Ursache: Seit Dienstag bezieht der niederländische Ölgigant kein Öl mehr auf dem russischen Markt. Das setzt das Unternehmen stark unter Druck, da es immerhin rund sechs Prozent seiner Öleinkäufe aus Russland bezieht.

Die Maßnahme von Shell betrifft nur den Spot-Markt

Müssen wir nun damit rechnen, dass an Tankstellen bald kein Sprit mehr zu haben ist? So weit scheint es noch lange nicht zu sein: Die Maßnahmen des Weltkonzerns betreffen derzeit nur den so genannten "Spot-Markt". Das heißt: Lieferungen an Partner mit festen Lieferverträgen sind von dem Verkaufsstopp nicht betroffen.
Will jedoch ein Großkunde "on the spot" (auf dem Punkt) Erdölprodukte von Shell erwerben, könnte er auflaufen. Da die Tankstellenkunden des Unternehmens zumeist langfristige Lieferverträge haben, ist die Versorgung mit Benzin und Diesel in Deutschland durch den Verkaufsstopp nicht gefährdet. Sein eigenes Tankstellennetz versorgt Shell natürlich bevorzugt.

Tankstellen an Österreichs Ungarn-Grenze rationieren

Man setze alle Hebel in Bewegung, "die Lieferketten bestmöglich zu stabilisieren", es sei jedoch schwer absehbar, wie sich die Lage entwickle, hieß von Shell. Engpässe an Tankstellen wurden bisher nicht gemeldet.
Lediglich in Grenzgebieten kam es aufgrund von erhöhtem Tanktourismus zu Versorgungslücken. So rationierten einige ungarische Tankstellen den Sprit, nachdem eine große Zahl österreichischer Autofahrer das Preisgefälle genutzt hatte.