Sitzprobe im Porsche 911 GT3 R rennsport
Der Eine-Million-Euro-Porsche

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Mit dem 911 GT3 R rennsport hat Porsche eine limitierte Auflage seines GT3-Rennwagens auf 992-Basis geschaffen. Wir durften Platz nehmen im Mega-Porsche.
Bild: Porsche
Dieser Elfer hat keine Straßenzulassung. Er entspricht auch keinem Reglement. Dennoch ist der Porsche 911 GT3 R rennsport heiß begehrt. Nur 77-mal gebaut, setzt er sich über alle Regeln und Grenzen des GT3-Sports hinweg. Und ist gerade deshalb ein exklusives Sammlerstück. Kostenpunkt: 951.000 Euro. Netto.
Ein Exemplar des Eine-Million-Euro-Porsche steht nun vor mir in der Boxengasse des Circuito do Estoril in Portugal. Die tief stehende Wintersonne blitzt und funkelt an der legendären Lackierung in Martini-Farben – Weiß, Rot und Blau.
Dann heißt es einsteigen. Das Cockpit unterscheidet sich kaum vom 911 GT3 R. Ein Schalensitz, ein Überrollkäfig, ein Lenkrad mit vielen Knöpfen und vier Drehschaltern. Weiter davor Richtung Windschutzscheibe ein Renndisplay mit Schaltlämpchen. Keine Überraschung, basiert der rennsport doch auf dem neuesten GT3-Rennwagen der Generation 992. Gerade erst angekommen im Cockpit, heißt es auch schon wieder aussteigen. Zum flotten Fahren überlässt Porsche uns seinen neuen Edelrenner nicht. Zu groß die Gefahr, dem Schätzchen eine Schramme zuzufügen.

Mit dem 911 GT3 R rennsport hat Porsche eine limitierte Auflage seines GT3-Rennwagens auf 992-Basis geschaffen.
Bild: Porsche
Der Kniff: Ein ganz ähnliches Fahrgefühl bietet der GT3 R. In dessen Cockpit finde ich mich am Ende der Start-Ziel-Geraden wieder. Im sechsten Gang steige ich bei rund 200 Metern vor dem ersten Rechtsknick auf das breite Bremspedal. Jeweils sechs Kolben pressen die Beläge an die innen belüfteten Stahlbremsscheiben an der Vorderachse. Und die erreichen mit 390 Millimeter Durchmesser fast Familienpizza-Format – und verzögern brutal.
Eine Viertelumdrehung reicht, und die klebrigen Slicks an der Vorderachse setzen den Lenkbefehl direkt und präzise um. Voluminös knurrend schiebt der Sechszylinder-Boxer beim Tritt aufs Gaspedal an. Erst bei 9250 Umdrehungen ist die Höchstdrehzahl erreicht, mahnen alle Schaltlampen blitzend zum Gangwechsel.
Der rennsport legt sogar noch 150 Touren drauf, der Saugmotor erzeugt dabei einen unverwechselbaren Sound. Bis weit auf den grün lackierten Betonstreifen, die letzte Gnadenfrist zwischen Curb und Kiesbett, drängt es den 911 GT3 R raus. Das Heck schwänzelt leicht, die Traktionskontrolle greift. Kontrolliert beschleunige ich raus auf die nächste Gerade.

Mit seitlichen Finnen, Flics, Luftleitblechen und riesigem Heckflügel wirkt der GT3 R rennsport ebenso wuchtig wie imposant.
Bild: Porsche
Der 911 GT3 R ist sowohl für Profis als auch Gentlemen-Fahrer leicht beherrschbar. Und schafft damit die perfekte Basis für den 911 GT3 R rennsport.
Der ist in allem nur noch etwas schneller, stärker und extremer. 620 statt 565 PS. Wer die volle Leistung genießen will, muss E25-Kraftstoff tanken. Denn nur mit Oktan-Boost durch Ethanol oder synthetische Komponenten im Benzin kann die erhöhte Kompression mit schärferen Zündwinkeln ausgekostet werden. Mit 1240 Kilogramm Leergewicht ist das Sammlerstück so leicht, dass jede Pferdestärke auf nur zwei Kilogramm Fahrzeuggewicht trifft.
Das lässt der Anblick gar nicht vermuten. Denn mit seitlichen Finnen, Flics, Luftleitblechen und riesigem Heckflügel wirkt der GT3 R rennsport ebenso wuchtig wie imposant. Seine Karosserie aus Carbon erinnert dabei an legendäre Vorgänger wie den 935 oder den 911 GT1. Er hat keine Schalldämpfer, keine Klimaanlage. Er hat nur ein Ziel: die pure Performance auf der Rennstrecke.
Technische Daten Porsche 911 GT3 R Rennsport
- Motor: Sechszylinder-Boxer
- Hubraum: 4194 cm3
- Leistung: 456 kW (620 PS) bei 9400/min
- Antrieb: Hinterrad, 6-Gang sequenziell
- L/B/H: 4790/2036/k. A. mm
- Leergewicht: 1240 kg
- Preis: 951.000 Euro (netto)
Autor: M. Westermann
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