Aus Spaß wird Ernst. Und so weicht der rassige Roadster einem familientauglichen Fahrzeug. Damit Vollgas liebende Väter und motorsportaffine Mütter dabei nicht depressiv werden, gibt es den Skoda Kodiaq RS.

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Skoda Kodiaq RS

statt 59.000 EUR

49.346 EUR

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Ein stattliches SUV, das auch für Ernsts Geschwister oder Freunde noch mehr als genug Platz bietet. Und bei dem Fahrfreude dank 265 PS aus dem EA888-Vierzylinder (vierte Generation, 150 bis 333 PS) kein zusätzliches Kreuzchen in der Preisliste erfordert. Ernsthafter, nicht spaßbefreiter Test des hochbegabten Hochsitzes.

Im Kodiaq ist viel Platz

Gegenüber dem Ur-Kodiaq von 2017 leicht gewachsen, verwöhnt der Kodiaq II mit üppiger Weite und großer Variabilität. Vorn empfangen uns große und gut konturierte Sportsitze mit elektrischer Verstellung (inklusive Lordosenstütze) und um 35 Millimeter verlängerbarer Oberschenkelauflage. Große Piloten stören aber die integrierten und damit nicht höhenverstellbaren Kopfstützen, sehr kleine Fahrer könnten die 68 Zentimeter über der Fahrbahn montierten Sitze fast als beschwerlich empfinden.
Skoda Kodiaq RS
Die zweite Generation des Kodiaq streckt sich auf 4,76 Meter. Ein Radstand von 2,79 Metern schafft viel Raum auf allen Plätzen.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Auch in Reihe zwei reist es sich sehr kommod und mit fast schon verschwenderisch viel Raum. Die 60:40 geteilt längs verschiebbare Bank ist 38 Zentimeter über dem Fahrzeugboden montiert und erlaubt so eine sehr entspannte Sitzposition. Die 40:20:40 geteilte Lehne lässt sich in der Neigung verstellen, über eine Schlaufe an der Bank oder über Hebel vom Kofferraum aus.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder 
Vierzylinder, Turbo 
Einbaulage 
vorn quer 
Ventile/Nockenwellen 
4 pro Zylinder/2 
Nockenwellenantrieb 
Kette 
Hubraum 
1984 cm³ 
kW (PS) bei 1/min 
195 (265)/5000 
Nm bei1/min 
400/1650 
Vmax
231 km/h 
Getriebe 
Siebengang-Doppelkupplung 
Antrieb 
Allradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Scheiben 
Testwagenbereifung 
235/45 R 20 V 
Reifentyp 
Hankook Ventus evo SUV 
Radgröße 
8 x 20" 
Abgas CO2 
186 g/km 
Verbrauch* 
8,2 l/100 km 
Tankinhalt 
58 l 
Kraftstoffsorte 
Super 
Partikelfilter 
Serie 
Vorbeifahrgeräusch 
k. A. 
Anhängelast gebr./ungebr. 
2300/750 kg 
Stützlast 
100 kg 
Kofferraumvolumen 
k. A.-910**–2105 l 
Länge/Breite/Höhe 
4761/1864–2133***/1663 mm 
Radstand 
2791 mm 
Grundpreis
57.900 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
58.560 Euro
Wer sie ganz flach legt, erntet wegen des im Testwagen fehlenden doppelten Bodens (190 Euro extra, alternativ dritte Sitzreihe für 1230 Euro) aber keine Ebene und muss Gepäck über eine Stufe wuchten. Bei 2105 Liter Maximalvolumen und 593 Kilogramm Zuladung kann das in die Arme gehen. Bei Bedarf kann aber noch ein 2,3-Tonnen-Anhänger bemüht werden (schwenkbare AHK ab 770 Euro, Vorbereitung/Gespannstabilisierung Serie).

Bedienung mit cleverer Lösung

Bei der Bedienung gefällt der Kodiaq vor allem mit seinen drei Smart Dials. Zentral angeordnet, lenken die digitalen Drehregler weniger ab als jede Touchlösung. Rechts und links wird die Temperatur eingestellt, in der Mitte kann zwischen verschiedenen Funktionen wie Lautstärke, Kartenzoom, Luftvolumen und mehr umgeschaltet werden. Really clever!
Skoda Kodiaq RS
Gut gemacht: Bei der Bedienung helfen die drei "Smart Dials", der mittlere kann individuell mit einer Funktion belegt werden.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Auch die Sprachassistenz leistet gute Dienste, über "Hey, Laura" kann von der Sitzheizung über den Radiosender bis zum nächsten Restaurant alles Wesentliche geregelt werden. Die gewünschte Temperatur lässt sich direkt ansagen oder über "Mir ist kalt/warm" in Ein-Grad-Schritten anpassen. Die Navigation arbeitet ebenfalls schnell und unkompliziert, zudem mit guter Grafik, wenn auch ohne Augmented Reality. Die Karte kann zusätzlich vollformatig in die Instrumente oder ins Head-up-Display eingespiegelt werden.

Hohes Gewicht ist kein Problem

Obwohl mit 1797 Kilogramm kein Leichtgewicht, schöpft der Kodiaq RS viel Dynamik aus seinen 265 PS. Respektable 5,9 Sekunden braucht der Tscheche bis 100 km/h, der 7-Gang -Doppelkuppler schaltet schnell, auch auf der Autobahn stürmt der RS munter weiter. Allerdings kann auch Skoda weder Masse noch Luftwiderstand überlisten: 180 km/h sind nach immer noch sehr ordentlichen 18,9 Sekunden abgehakt, bis Tempo 200 vergehen dann aber weitere 6,1 Sekunden. Ein bisschen Anlauf braucht es dann schon, um die 231 km/h Spitze zu genießen.
Skoda Kodiaq RS
Spurtstark: Bis Tempo 100 braucht der Kodiaq RS gerade einmal 5,9 Sekunden, maximal sind 231 km/h drin.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Grundsätzlich untermalt der Zweiliter-Vierzylinder seine Bestrebungen mit einem sonoren, bassigen Grollen – sehr angenehm. Im Sportmodus meinten die Entwickler aber mit künstlicher Lautsprecher-Musik nachhelfen zu müssen. Das klingt tatsächlich nach mehr, halten wir aber doch für leicht peinlich.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
2,1 s 
0–100 km/h 
5,9 s 
0–130 km/h 
9,4 s 
0–160 km/h 
14,4 s 
0–200 km/h 
25,0 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h
3,2 s 
80–120 km/h 
4,0 s 
Leergewicht/Zuladung 
1797/593 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
55/45 % 
Wendekreis links/rechts 
11,9/11,9 m 
Sitzhöhe 
680 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
32,6 m 
aus 100 km/h warm 
33,8 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
58 dB(A) 
bei 100 km/h 
65 dB(A) 
bei 130 km/h 
68 dB(A) 
Verbrauch
Sparverbrauch 
7,5 l S/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
9,5 l S/100 km
(+16 %)
Sportverbrauch 
12,7 l S/100 km 
CO2 (Testverbrauch) 
225 g/km 
Reichweite (Testverbrauch) 
610 km 
Die sechs Fahrmodi besitzen dennoch ihren Reiz. In Eco lässt sich segelnd am nicht eben vorbildlichen Verbrauch feilen (Testmix: 9,5 l/100 km); Comfort vermittelt trotz fehlender Konsequenz beim Anfedern fast schon Sänftengefühl; Sport passt mit straffer Anbindung für unseren Geschmack am besten. Snow konnten wir mangels Schnee nicht so recht erproben, Normal und Offroad hätten wir nicht unbedingt vermisst, Individual als persönliche Wunschkombi ist natürlich unverzichtbar.
Skoda Kodiaq RS
Sicher unterwegs: Der Kodiaq RS verfügt über einen gripstarken Allradantrieb, zahlreiche Assistenten und ein feinfühlig regelndes ESP.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Keine Kompromisse macht der Kodiaq RS beim Thema Sicherheit. Der Allradantrieb bürgt nicht nur für starken Grip, sondern auch für ein fein ausbalanciertes und weitgehend neutrales Fahrverhalten. Wo die Physik an ihre Grenzen zu stoßen droht, übernimmt das ESP mit feinfühlig-souveräner Regelung. Und natürlich unterstützt zudem eine ganze Heerschar elektronischer Helferlein den Piloten.

Wertung Skoda Kodiaq RS

Wertung Skoda Kodiaq RS
Karosserie
Für Gäste und Gepäck bleibt viel Raum, Zuladung und Anhängelast ebenfalls gut. Sauber verarbeitet.
4,5 / 5
Antrieb
Starker, durchaus spaßbringender Motor. DSG unauffällig, Verbrauch nicht eben gering.
4 / 5
Fahrdynamik
Sicher und handlich, das Gewicht ist aber spürbar. Sehr gute Bremsen, großer Wendekreis.
4 / 5
Connected Car
Alles Wichtige ist an Bord und funktioniert gut, es fehlen Highlights wie etwa Augmented Reality.
4 / 5
Umwelt
Groß, schwer und bei artgerechter Bewegung nicht sparsam. Keine weitere Elektrifizierung.
2 / 5
Komfort
Sitze, Einstieg und Ausstattung richtig gut, pfiffige Bedienlösung. Variable Federung okay.
4 / 5
Kosten
Hoher Grundpreis undschwache Garantie von zwei Jahren. Dafür gute Restwertprognose.
2,5 / 5
AUTO BILD-Testnote
2,0
Bis 210 km/h übernimmt der adaptive Tempomat im Verbund mit dem Spurhalter (beides Serie) die Aufsicht, Tempolimits werden erkannt und übernommen, Kreisverkehre und Kurven vorausschauend in die Fahrstrategie eingebaut – so lässt sich entspannt reisen. Meist jedenfalls. Mehrfache Fehlalarme von einem der Assistenten im Testwagen mit Gurtstraffen und leichtem Abbremsen führten bei uns ab und an auch zur Blutdruck-Anhebung. Absolut untadelig arbeiteten dagegen die Bremsen. Aus 100 km/h benötigte der schnelle Kodiaq mit warmen Stoppern sehr gute 33,8 Meter, bei kalten Scheiben sogar nur 32,6 Meter.

Leider ist der RS ziemlich teuer

57.900 Euro für den Kodiaq RS klingen nicht nur nach viel, das ist viel. Und trotz guter Restwertprognose und akzeptablen Unterhaltskosten kommt man da ins Grübeln – zumal bescheidene zwei Jahre Garantie auch nicht gerade Jubel auslösen. Wenn etwas trösten kann, dann die richtig üppige Serienausstattung. Allrad, Automatik, Matrix-LED-Scheinwerfer, Travel Assist Plus, DCC Plus, schlüsselloser Zugang, elektrische Heckklappe, proaktiver Insassenschutz, 20-Zoll-Alus und einiges mehr kosten nichts extra.
Skoda Kodiaq RS
Alles andere als billig: Für den Kodiaq RS verlangt Skoda mindestens 57.900 Euro – vieles ist dafür schon serienmäßig an Bord.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Trotzdem zu viel? Dann vielleicht Leasing. Wer 20.000 Euro anzahlt, kommt mit 217 Euro pro Monat davon (48 Monate, 15.000 km/Jahr). Ohne Sonderzahlung sind es 675 Euro – und da hat der Spaß dann doch wieder ein Loch.

Bildergalerie

Skoda Kodiaq RS
Skoda Kodiaq RS
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Skoda Kodiaq RS im ersten Test
Beim Skoda Kodiaq RS handelt es sich auf jeden Fall um ein bemerkenswertes Auto. Die Rolle als Alltagsheld füllt er ebenso aus wie die des flotten Spaßbringers. Fahraktive Familien dürfen frohlocken – vorausgesetzt sie sind finanziell entsprechend gut aufgestellt. AUTO BILD-Testnote: 2,0