Sieht ja blendend aus – mit dem aktuellen Facelift macht uns der Skoda Rapid schöne Augen. Für 600 Euro Aufpreis xenonhell, LED gibt es aber leider nur für Kennzeichenbeleuchtung und Tagfahrlicht. Also legt Skoda ein modernes Navi mit Onlinefunktionen sowie einen neuen Motor obendrauf – blinzel, zwinker, wie wär’s denn mit uns beiden? Langsam, bloß nicht blenden lassen.
Hinten lässt es sich im Rapid gut aushalten
Gewachsen: Technikspender Fabia überragt der Rapid mit 13 Zentimeter mehr Radstand – und mehr Platz.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Der neue Einliter wirft zwar ordentliche 110 PS in die Waagschale, muss aber mit drei Zylindern auskommen. Und trotzdem startet der fünftürige Spaceback erst bei 16.930 Euro, beim Ambition stehen 19.330 Euro auf der Rechnung – deutlich mehr als beim technisch verwandten Fabia Combi 1.2 TSI Ambition (Vierzylinder/110 PS) für 17 730 Euro. Ob der Rapid dennoch eine Sünde wert ist, klärt der Test. Gegenüber dem Technikspender Fabia rückt der Rapid seine Achsen um 13 Zentimeter weiter auseinander – entsprechend sitzen wir in Reihe zwei bequemer. Ansonsten bietet der Spaceback etwas weniger Kofferraum, ähnliche Qualität und einen minimal tiefer platzierten Navi-Monitor. Der misst beim System Amundsen für 1090 Euro immerhin 6,5 Zoll, liefert scharfe Karten und reagiert auf Berührung.
Fast 200 km/h Spitze, in unter zehn Sekunden auf Tempo 100: Auch der 1.0 TSI reicht dem Rapid locker.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Mobile Geräte lassen sich über Apple CarPlay, Android Auto, MirrorLink oder SmartGate koppeln (150 Euro) und übernehmen die Steuerung von Navi und Musik (80 Euro). Ja, der neue Dreizylinder wird bei flotter Fahrt knurriger als sein Vorgänger mit vier Töpfen. Aber die 110 PS ziehen den knapp 1,2 Tonnen leichten Spaceback fröhlich vorwärts und erlauben sich über das gesamte Drehzahlband keine Schwäche. Fast 200 km/h Spitze und unter zehn Sekunden auf Tempo 100, gleichzeitig unter sechs Liter Testverbrauch – das passt! Das gilt auch fürs Fahrverhalten. Sicher und agil enttäuscht der Tscheche selbst übermütige Fahrernaturen nicht, federt dabei ordentlich und stolpert nur über fiese Verwerfungen. Man könnte tatsächlich schwach werden.
Der Rapid Spaceback bemüht sich redlich, das Kleinwagenimage abzulegen. Das gelingt ihm teilweise, aber eben nicht in allen Bereichen. Wer den Spaceback wegen seiner Optik und seines Raumkonzepts mag, wird den Mehrpreis gegenüber dem Fabia Combi akzeptieren.