Skoda Vision 7S: Elektro, Siebensitzer, Studie, Fahrbericht
So reist die Familie morgen: die erste Fahrt im Skoda Vision 7S
Gerade präsentiert, kann der Skoda Vision 7S jetzt auch fahren – zumindest ein bisschen. AUTO BILD-Redakteur Jonas Uhlig hat es ausprobiert.
Bild: Skoda
Ich hatte mir das früher irgendwie anders vorgestellt. Früher, das war vor meiner Zeit als Motorjournalist, als ich die anmutig gezeichneten Studien und Concept-Cars auf Papier oder vor dem Bildschirm bewundert habe. Aus der Ferne wirken sie schon so ausgereift. So, als könne man einfach losfahren.
In persona fällt der Erstkontakt zu so einer so neuen, gerade frisch zum Auto gewordenen Lebensform dann oft recht vorsichtig aus. Hier ist eben alles Handarbeit. Als ich auf dem Skoda-Werksgelände in der Nähe von Prag in den kürzlich präsentierten Vision 7S einsteige und an einem der Knöpfe am Lenkrad drehe, fällt der prompt ab. Ähem.

Auf halbem Weg zur Serienreife: Ein 89-Kilowattstunden-Akku steckt schon drin im Vision 7S, ein richtiger Motor noch nicht.
Bild: Skoda
Mit dem 7S wird der Familientransport elektrisch
Das Schöne dabei: Anders als bei einem serienreifen Auto ist diese Fragilität ja völlig in Ordnung. Studien verkörpern keine Perfektion, sondern Ideen. Beim Vision 7S sieht diese Idee vor, sechs Personen (und einem Baby samt Babyschale) bequem Platz zu bieten, in einem vollelektrischen und generell möglichst nachhaltig gebauten SUV. Die Außenbeplankungen und auch der – nennen wir es mal – Innenbelag sind etwa aus recycelten Autoreifen hergestellt, das Leder ist vegan produziert. Es solle auch gar nicht wirken wie echtes Leder, erzählt mir Petra Debnarova, die zuständige Designerin. "Skoda will die Nachhaltigkeit nicht weiter verstecken."

Sieht viel schneller aus, als er ist: Aktuell schafft der Skoda Vision 7S eher nicht so rasante 8 km/h. Aber immerhin: er fährt.
Bild: Skoda
Noch ist der Skoda sehr gemächlich unterwegs
Fahren kann der Vision 7S jetzt auch. Extra nachhaltig, nämlich mit ungefähr 8 km/h, cruise ich los. Es ginge wohl noch etwas schneller, aber weil ein Bremskraftverstärker noch genauso fehlt wie zu öffnende Fenster oder eine funktionierende Lüftung, reicht mir das. Für eine Vollbremsung stelle ich mich mit meinem kompletten Körpergewicht auf das linke Pedal – um dann ohne nennenswerte Verzögerung nach ein paar Metern zum Stillstand zu gelangen.
Wenden gestaltet sich ähnlich schwierig. Ungefähr 15 Grad maximaler Radlenkwinkel und die aufgeregt surrende Servolenkung machen schon normale Kurven zum Abenteuer. Und weil der Innenspiegel starr steht und nicht auf mich eingestellt ist, sehe ich nach hinten so gut wie nichts.

Die Sitzposition ist viel zu hoch, das Lenkrad eher auf Bauchnabelhöhe. Dafür packen die kaum gepolsterten Sitze hervorragend zu.
Bild: Skoda
Bedien- und Raumkonzept wissen zu gefallen
Was mir weiterhin ziemlich gut gefällt, ist das Bedien- und Raumkonzept hier drinnen. Klar, die auf dem 14,6-Zoll-Monitor platzierte Selfie-Kamera und die Schmetterlingstüren werden es nicht in die Serie schaffen. Aber mit den zentral platzierten Drehreglern zeigen die Tschechen durchaus ernsthaft, dass sie in Zukunft nicht völlig auf Tasten verzichten wollen – ein sehr beruhigendes Signal.
Auch die Vier-Augen-Grafik sowie der neue Skoda-Schriftzug dürften bleiben. Und überhaupt, die Auswahl an geräumigen E-Mobilen für Eltern ab drei Kindern beschränkt sich aktuell auf eine Handvoll Autos, die meisten davon sind Busse.

Für den Einkauf dürfte es noch reichen: Ein wenig Kofferraum bleibt selbst bei voller Besetzung über.
Bild: Skoda
2026 soll der Vision 7S es in die Serie schaffen – und parallel zum Kodiaq laufen, den zumindest erst einmal nicht ersetzen. Wenn er dann nur halb so aufregend, dafür ein klein wenig schneller und agiler fährt, sage ich ihm eine äußerst erfolgreiche Zukunft voraus.
Diese Reise wurde unterstützt von Skoda. Unsere Standards zu Transparenz und journalistischer Unabhängigkeit finden Sie unter go2.as/unabhaengigkeit.
Service-Links

