Smart #3: Fahrbericht
Erste Fahrt im Elektro-SUV-Coupé Smart #3
– Nach der Eins kommt die Drei. So jedenfalls die sportliche Rechnung bei Smart. AUTO BILD ist das dynamische Elektro-SUV-Coupé #3 schon gefahren.
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Mit dem #1 hat Smart den mutmaßlichen Wunsch der hippen Gemeinde nach einem Elektro-SUV erfüllt. Nur wenige Monate später trägt die Marke auch den Sportambitionen möglicher E-Autokäufer mit dem #3 Rechnung. Dafür wird die Basis etwas abgesenkt und in das Sportdress eines Coupés gekleidet.
Der Innenraum wird mit neuen Lüftungsdüsen, neuer Mittelkonsole und neuen Sitzen aufgepeppt. Um dem dynamischen Anspruch auch fahrtechnisch Rechnung zu tragen, wird der Radstand um 3,5 Zentimeter auf 2,78 Meter vergrößert, die Federn, Dämpfer, Stabis und Gummilager modifiziert, und den Brabus stellt man für besseren Gripp auf 245er Pneus.

Die Fahrdynamik ist beim allradgetriebenen Brabus natürlich größer als bei den heckgetriebenen Varianten Pro, Pro+, Premium und der zum Marktstart am 5. Dezember 2023 angebotenen limitierten 25th Anniversary Edition.
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Den Einstieg in die #3-Welt bildet der Pro ab 38.490 Euro. Dessen 272 PS starker E-Motor wird von einer 49 kWh leistenden Lithium-Eisen-Phosphat-Batterie angetrieben. Die treibt das 1,7 Tonnen schwere SUV-Coupé nach WLTP 325 Kilometer weit. Smart sieht hier das ideale Auto für die Stadt. Ob der #3 mit einer Länge von 4,40 Meter im Sinne seines smarten Urahnen noch ein Stadtmobil ist, möge der geneigte Leser bitte selbst entscheiden.

Der Smart #3 Premium kostet ab 46.490 Euro, den Smart #3 Brabus gibt es ab 50.990 Euro.
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Fakt ist, dass die Varianten mit dem Lithium-Nickel-Cobalt-Magnesium-Akku, der 66 kWh leistet, je nach Ausstattung, zwischen 415 und 455 Kilometer zurücklegen sollen. Das sind etwa 15 Kilometer mehr, als bei den #1-Modellen. Ein Grund dafür dürfte auch der bessere cW-Wert von 0,27 sein. (So weit fahren moderne E-Autos wirklich)
Der Smart #3 ist straff und sportlich unterwegs
Und wie fahren sich die sportlichen #3-Modelle? Tatsächlich so wie sie aussehen. Mit den 272 PS und 343 Newtonmeter, die hier völlig ansatzlos auf die Hinterachse gedrückt werden, kann man schon ordentlich am Asphalt kratzen. Wer es darauf anlegt, hat im Sport-Modus nach 5,8 Sekunden Landstraßentempo erreicht und ist mit allen Varianten, auch mit dem Brabus, bis zu 180 km/h schnell.

Die Coupé-Form bringt dem Smart #3 einen cW-Wert von 0,27.
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Im Brabus, mit zusätzlichem 156 PS starken Frontmotor, stehen, wie beim #1, in Summe 428 PS und ein maximales Drehmoment von 543 Newtonmetern zur Verfügung. Neben dem Sport-Modus gibt es hier den Brabus-Mode, der auch eine Launch Control bietet. Wer so startet, kann den knapp 1,9 Tonnen schweren Elektro-Boliden im wahrsten Sinne des Wortes in 3,7 Sekunden auf Tempo 100 katapultieren.
Echter Dynamiker im Segment
Während der Kopf spürbar an die Kopfstütze der 20 Millimeter tiefer als im #1 verbauten Sport-Integralsitze schlägt, hat man kurz Zeit zu realisieren, dass der Smart #3 Brabus in Sachen Beschleunigung zu den dynamischsten E-Autos gehört, die momentan im Angebot sind.
Ansonsten ist das Fahrverhalten der heckgetriebenen und mindestens 50.990 Euro teuren Allradvariante recht ähnlich. Der Grund dafür ist, das Fahrwerk und Abstimmung identisch sind. Insofern geht es auch recht straff über Querfugen und durch Schlaglöcher.

Der Innenraum des #3 bindet den Fahrer deutlich mehr ein als im #1, die Lüftungsdüsen werden auf Wunsch von 64 Farbvariationen hinterleuchtet, eine nette Grafik liefert dem Fahrer alle relevanten Daten, im Zentraldisplay assistiert als Avatar ein Gepard, statt eines Fuchses.
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Die Lenkung arbeitet präzise mit angenehmer Rückmeldung. Im Brabus geht's etwas etwas schneller ums Eck, denn die Regelsysteme an den vier Rädern lassen den Piloten noch etwas mutiger in die Kurve stechen und entsprechend schneller herausbeschleunigen.
Unschönes Rekuperationsschaukeln
Abseits der sportlichen Ambitionen gibt es aber eine Sache, die etwas nervt. Sobald sich der Fuß vom Gas hebt, bremst die in der Stärke nicht einstellbare Rekuperation den #3 so arg ein, dass die Fahrt zu einer steten Schaukelpartie wird.

Sportintegralsitze halten in allen Smart #3-Varianten Fahrer und Beifahrer, in der zweiten Reihe ist das Platzangebot erstaunlich großzügig.
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Auch das vorlaute Reglement der Assistentin, die sehr akribisch auf Geschwindigkeitsüberschreitungen hinweist oder dazu auffordert, aufmerksam zu sein, kann über die Distanz anstrengend werden. Das ist allerdings auch eine Folge der neuen EU-Regelung, die genau das verlangt. Ansonsten arbeiten die Assistenten für chinesische Maßstäbe angenehm zurückhaltend.

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Fazit
Mit dem #3 hat Smart, was das sportliche Fahren, betrifft noch eine Schippe draufgelegt. Optisch gelungen setzt man im Innenraum auf hochwertige Materialien, die auch die immer noch bestehende Nähe zu Mercedes deutlich machen und Premium zu fast schon annehmbaren Preisen in das Segment bringen. Die Kritikpunkte will die Marke überdenken. Und insofern wäre es nicht verwunderlich, wenn die mit dem nächsten Update verschwunden sind.
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