Sommerreifen im Winter: So dramatisch wächst der Bremsweg
Doppelter Bremsweg! So gefährlich sind Sommerreifen im Schnee

Sommerreifen im Schnee, Winterreifen bei Hitze: Wer mit den falschen Reifen unterwegs ist, verschenkt beim Bremsen wertvolle Meter.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Ein paar Meter können beim Bremsen über einen Unfall entscheiden. Umso wichtiger ist neben ausreichend Profil vor allem der richtige Reifen für die jeweilige Jahreszeit. (Großer SUV-Winterreifen-Test 2026 von AUTO BILD: 225/55 R18.)
Denn Sommer- und Winterreifen unterscheiden sich nicht nur beim Profil. Auch ihre Gummimischungen sind auf völlig unterschiedliche Temperaturen ausgelegt. Wie groß der Unterschied tatsächlich sein kann, zeigen Reifentests.
Sommerreifen im Schnee: Bremsweg kann sich verdoppeln
Besonders drastisch wird es auf Schnee. Sommerreifen besitzen eine für höhere Temperaturen ausgelegte Gummimischung. Bei niedrigen Temperaturen und winterlichen Straßenverhältnissen können sie deshalb deutlich weniger Grip aufbauen als Winterreifen.
Bei einem Reifentest von Continental benötigte ein Auto auf schneebedeckter Fahrbahn aus 100 km/h mit Winterreifen 31 Meter bis zum Stillstand. Mit Sommerreifen war das Fahrzeug an derselben Stelle noch mit 35 km/h unterwegs. Erst nach 62 Metern stand es – der Bremsweg hatte sich damit verdoppelt.

Wer mit den falschen Reifen unterwegs ist, verschenkt beim Bremsen wertvolle Meter.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Das bedeutet: Dort, wo das Auto mit Winterreifen bereits steht, fährt das mit Sommerreifen noch mit einem Tempo weiter, das bei einem Aufprall erhebliche Folgen haben kann.
Darum funktionieren Winterreifen bei Kälte besser
Winterreifen besitzen eine weichere Gummimischung, die auch bei niedrigen Temperaturen elastisch bleiben soll. Hinzu kommt ein Profil mit zahlreichen Lamellen. Sie sollen vor allem auf Schnee und Eis zusätzlichen Halt schaffen.
Sommerreifen sind dagegen auf wärmere Bedingungen abgestimmt. Ihre Gummimischung ist härter, das Profil für trockene und nasse Straßen bei höheren Temperaturen ausgelegt.
Doch daraus folgt auch: Nicht nur Sommerreifen sind im Winter problematisch. Umgekehrt können Winterreifen bei sommerlichen Temperaturen deutliche Nachteile haben.
Winterreifen im Sommer: noch 57 km/h, wo der andere schon steht
Das zeigt ein Test des Touring Club Suisse. Bei Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad benötigte ein Fahrzeug mit Sommerreifen aus 100 km/h einen Bremsweg von 35 Metern. Dasselbe Fahrzeug mit Winterreifen war nach diesen 35 Metern noch 57 km/h schnell. Zum vollständigen Stillstand benötigte es 56 Meter.
Der Grund: Die weichere Mischung und das auf winterliche Bedingungen optimierte Profil können bei hohen Temperaturen Nachteile bei Stabilität und Bremsleistung bringen.
Der richtige Reifen kann entscheidende Meter sparen
Die Zahlen machen deutlich, warum die Reifenwahl weit mehr als eine Frage von Verschleiß oder Komfort ist. Im Extremfall liegen zwischen dem passenden und dem falschen Reifen beim Bremsen mehr als 20 oder sogar 30 Meter.
Entscheidend sind dabei immer die konkreten Bedingungen: Temperatur, Fahrbahn, Reifenmodell, Profiltiefe und Geschwindigkeit beeinflussen den Bremsweg.
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