Sonderaktion von Shell Recharge bewirbt dynamische Stromtarife
Ladestrom ist bei Shell jetzt billiger als an der Wallbox

Bild: Shell
Inhaltsverzeichnis
- Wie viel wird Strom im dynamischen Ladetarif kosten?
- Ist der dynamische Ladetarif im Vergleich günstig?
- Gilt überall der gleiche dynamische Ladetarif?
- Wo gilt der dynamische Ladetarif von Shell Recharge?
- Wie lange wird es den dynamischen Ladetarif geben?
- Wer bietet außerdem dynamische Ladetarife für E-Autos an?
An die Recharge-Ladesäule, fertig, los: Vier Wochen nach Einführung von dynamischen Strompreisen fürs öffentliche Laden bewirbt Shell sein Power-Ladenetz nun mit einem Sonderpreis. Von Freitag, 1. August 2025, ab 10 Uhr bis Sonntag, 3. August, um 23:59 Uhr gibt es Strom an einem der rund 1700 Ladepunkten zu Preisen ab 0,29 Euro pro Kilowattstunde (kWh).
Damit ist Strom bei Shell für ein Wochenende günstiger als an der heimischen Steckdose. Der Sondertarif gilt für alle mit Recharge-App oder -Ladekarte, die den "e-Deal" abgeschlossen haben. Dieses Abonnement kostet 4,99 Euro monatlich. Wer ohne e-Deal lädt, zahlt mit 0,39 Euro/kWh einen ebenfalls relativ niedrigen Preis.
So funktionieren dynamische Preise bei Shell Recharge
Bisher galt beim öffentlichen Elektroauto-Laden: eine Marke, ein Tarif – morgens wie abends, tagsüber und nachts. Der Ladenetzbetreiber Shell Recharge, Tochterfirma des globalen Mineralöl-Giganten Royal Dutch Shell, macht es seit 1. Juli 2025 anders: Im deutschen Ladenetz von Shell Recharge gibt es nun dynamische Stromtarife fürs E-Auto-Laden. Dann wird der Strompreis an den mehr als 1700 Schnellladesäulen schwanken – so wie Spritpreise an der Tankstelle.

Rund 1700 Ladepunkte betreibt Shell derzeit in Deutschland.
Bild: Christian Charisius/Shell
Dabei orientiert sich Shell Recharge an den Echtzeit-Preisen am Spotmarkt. Ziel des Pilotprojekts ist es, "E-Auto-Fahrern einen finanziellen Anreiz zu bieten, dann zu laden, wenn Strom besonders günstig ist". Shell will damit einen Beitrag zur Netzstabilisierung leisten. Anzunehmen ist außerdem, dass so die Auslastung der Ladestationen optimiert werden soll.
Denn Nachfrage und Angebot harmonieren beim Strompreis für Elektroautos immer weniger: Aufgrund des steigenden Anteils erneuerbarer Energien am Strommix – aktuell bis zu 78 Prozent in Deutschland – ist Solarstrom oft bei besonders hohem Sonnenstand im Übermaß vorhanden, wenn wenige Menschen zu Hause sind.
Am Abend dagegen, in Zeiten hoher Nachfrage, sinkt die Produktion kontinuierlich. Es bietet sich also an, das Elektroauto mittags zu laden. Sinkende Strompreise in dieser Zeit könnten das begünstigen.
Wie niedrig – und wie hoch – die Preise für Ladestrom dabei werden könnten, verrät Shell nicht. "Zum Start des Pilotprojektes am 30. Juni betrug die maximale Differenz im Tagesverlauf maximal 6 Cent pro Kilowattstunde (kWh)", teilt der Stromversorger mit. Sie pendelten konkret zwischen 56 und 62 Cent/kWh.
Im Sondertarif für Stammkunden, dem "e-Deal", gibt es noch mal 25 Prozent Rabatt darauf. Das heißt, am 30. Juni 2025 war das Laden im Netz von Shell Recharge zeitweise für 42 Cent/kWh möglich.
Das ist im Vergleich zu anderen Schnelllade-Tarifen recht günstig, aber auch nicht überwältigend billig. Hält der Netzbetreiber noch niedrigere Tarife für möglich? "Es ist denkbar, dass die Preisspanne größer wird, aber auch, dass sie kleiner wird", so ein Unternehmenssprecher. Es bleibt also spannend.
Wichtig zu wissen: Die Tarife werden in der Ladeapp von Shell Recharge in Echtzeit angezeigt. Wie oft und in welcher Frequenz sie wechseln werden, ist noch nicht bekannt. Am 30. Juni wechselten sie insgesamt zweimal, teilt Shell mit.
Laut Netzbetreiber wird es zeitgleich "mit einigen Ausnahmen" identische Preise an allen Ladestationen von Shell Recharge in Stadt und Land geben. Ausnahmen sind zum Beispiel Landkreise mit hohen Netzentgelten, wo der Strom entsprechend teurer ist. Auch an Autobahn-Ladestationen wird der Tarif anders sein, mutmaßlich höher.
Eine Prognose, wie sie mittlerweile Anbieter von dynamischen Hausstromtarifen machen, wird es bei Shell nicht geben. Auch eine Statistik des historischen Preisverlaufs, die Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung erlaubt, will der Netzbetreiber nicht anbieten.

Shell Recharge hat mehr als 1600 eigene Ladepunkte, an denen mit bis zu 360 kW schnell Strom gezapft werden kann.
Bild: Christian Charisius/Shell
Das dynamische Preismodell gilt für Privatkunden an allen Shell Recharge Ladesäulen. Voraussetzung ist die Nutzung der Shell Recharge App oder der Shell Recharge Ladekarte.
An den Ladestationen von Roamingpartnern gilt der dynamische Ladetarif hingegen nicht.
Wann das Pilotprojekt beendet sein wird, behält das Unternehmen für sich.
Bisher sind fast sämtliche Tarife von Elektroauto-Ladenetzbetreibern fix. Eine Ausnahme macht Tesla mit seinen Superchargern: Hier sind die Preise seit einigen Jahren nicht mehr an einen festen Tarif gekoppelt, sondern können je nach Standort um einige Cent variieren.
Tesla gibt allerdings keine Hinweise, woran sich die Preise an den Schnelllade-Stationen orientieren. Einzige Ausnahme: die sogenannte On-Peak-Rate in der Zeit hoher Nachfrage. Sie gilt zumeist zwischen 18 und 22 Uhr und erhöht den jeweiligen Ortstarif um durchschnittlich zehn Cent.
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