Grau und kalt ist es an diesem Nachmittag in München. Der Sono Motors Sion dreht seine Runden auf einem Flugplatz, eine Demonstration des Entwicklungsstands. Im Frühjahr 2023 dann soll Deutschlands erstes Solar-Elektroauto auf öffentlichen Straßen getestet werden, bevor es Anfang 2024 in Serie geht.

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Doch die Sonne scheint nicht mehr aufzugehen für das Münchner Start-up Sono Motors. Der Sion, dieses 2016 erdachte Elektroauto mit 456 Solarpanels, dieses einmalige Modell, das sich selbst mit Ökostrom versorgen kann – es droht zu scheitern. Immer später soll es kommen, immer teurer wird es – und immer unwahrscheinlicher erscheint es. Jetzt muss die Aktion #savesion retten, was zu retten ist.
Sono Sion
Der Kompaktvan Sono Motors Sion soll vor allem Familien mit mittlerem Einkommen ansprechen.
Bild: Hersteller

Unter diesem Schlagwort will Sono Motors in 50 Tagen die gut 100 Millionen Euro einsammeln, die nötig sind, um die Werkzeuge und Roboter für die Produktion beim Auftragsfertiger Valmet in Finnland zu beschaffen. Dazu müssten 3500 der 21.000 Sono-Freunde, die einen Sion reserviert haben, bis Ende Januar 2023 knapp 30.000 Euro für das noch nicht existierende Auto überweisen.

Für die Serienfertigung des Sion fehlt noch das Geld

Immerhin: Nach 26 Tagen bekannten sich knapp 1300 Fans auf diese Weise zu dem ungewöhnlichen Auto. Trotzdem kein guter Zwischenstand. "Aktuell reicht das Geld, um das Auto zu Ende zu entwickeln, aber nicht, um es dann auch in Serie zu bauen", erklärt Co-Chef und Firmen-Mitgründer Laurin Hahn.
Sono Sion
Blick in den Sono Sion: Der grüne Streifen im Armaturenträger ist finnisches Moos. Es soll für ein angenehmes Raumklima sorgen.
Bild: Hersteller

Es ist das zweite Crowdfunding nach 2019, als Sion-Fans das Start-up vor der Insolvenz retteten. Die Entwicklung eines Autos kostet grob überschlagen eine Milliarde Euro. "Wir schaffen es mit der Hälfte", so Hahn. Doch auch das ist zu viel für das Start-up. Vor gut einem Jahr ging Sono Motors sogar an die US-Börse Nasdaq. Die Aktie ist heute fast nichts mehr wert.

Der Sion soll 5800 Kilometer im Jahr nur mit Solarenergie schaffen

Die Testfahrt auf dem Flugplatz offenbart ein Vorserienauto, das okay ist, aber nicht die knapp 30.000 Euro wert, die es mindestens kosten wird. Doch es kann – auf dem Papier – etwas, das kein anderes Auto kann: im Jahresmittel 112 Kilometer pro Woche nur mit Sonnenenergie fahren. Ohne Ladestation, ohne Kosten, ohne Mühen. In München wären das im Jahr rund 5800 Kilometer.
Der Clou der Sono-Truppe, die Solarmodule und der dazugehörige Laderegler MCU, alles selbst entwickelt, ist für die Firma inzwischen ein neues Geschäftsmodell. Erste Lkw und Diesel-Busse ziehen ihren Strom bereits mit dieser Solartechnik. Auch ein großer Autobauer soll Interesse bekundet haben.
Sono Sion
Die beiden Sono-Motors-Gründer und Firmenbosse Laurin Hahn (l.) und Jona Christians.
Bild: Hersteller

"Wenn es der Sion nicht schafft und wir uns auf unsere Solartechnologie konzentrieren, wären wir ein ganz anderes Unternehmen, ein Automobil-Zulieferer", erklärt Laurin Hahn. 70 Prozent der 420 Mitarbeiter (davon 300 Ingenieure) müssten gehen. Und selbst wenn ausreichend Vorbesteller den kompletten Kaufpreis nun vorstrecken, könnte es zu weiteren Verzögerungen kommen. Oder Sono geht erneut das Geld aus.

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Erste echte Crashtests absolviert der Sion im Januar. Solarpanels auf der Fronthaube machen das Bauteil härter als üblich. Der Ausgang des Tests: ungewiss. Oder wie Sono-Entwicklungschef Markus Volmer sagt: "Das wird spannend."