Knapper Sieg für Audi beim Auftaktrennen der Sportwagen-Weltmeisterschaft 2015. Im englischen Silverstone gewann das Trio Benoit Treluyer, Marcel Fässler und Andre Lotterer im Audi R18 e-tron quattro mit der Startnummer sieben nach 201 absolvierten Runden nur 4,6 Sekunden vor dem Porsche 919 Hybrid von Romain Dumas, Marc Lieb und Neel Jani - gemessen an der Renndauer von sechs Stunden ein äußerst knapper Abstand.
Porsche
Am Start und in der Anfangsphase hatte Porsche noch dominiert, fiel dann aber hinter Audi zurück
Eigentlich sah Audi zu Beginn der Schlussphase schon wie der sichere Sieger vor den Toren Londons aus. Doch Final-Pilot Fässler musste planmäßig noch einen kurzen Stopp zum letzten Nachtanken einlegen. Für das Überholen eines GTE Aston Martin außerhalb der Streckenlimits bekam der Schweizer dann zusätzlich eine Stop-and-go-Strafe auferlegt, wodurch der Gesamtvorsprung von über einer Minute durch den Stopp erst auf 37 Sekunden und durch die Strafe schließlich auf nur mehr neun Sekunden schrumpfte. Jani, der im Porsche seinen Landsmann aus der Schweiz an der Spitze verfolgte, halbierte seinen Rückstand auf den Führenden in den Schlussrunden noch einmal.

Auch Toyota in Schlagdistanz

Letzten Endes wurde der Audi durch das Fallen der Zielflagge jedoch rechtzeitig vor dem heranstürmenden Konkurrenten gerettet. Für Audi war es der erste Sieg in der Sportwagen-WM (WEC) seit letztem September im texanischen Austin. Das Duell am Sonntag mit Porsche war dabei eines auf Augenhöhe, denn die Zuffenhausener hatten das Rennen in der ersten Hälfte noch angeführt, bevor Audi nach vier Stunden die Spitze übernahm und dort anschließend die Pace vorgab.
WEC
Die Sieger auf dem Podium: Audi gewann den Auftakt in Silverstone vor Porsche und Toyota
Für eine spannende WEC-Saison dürfte damit alles angerichtet sein, denn ein reiner Zweikampf zwischen Audi und Porsche wird das Jahr 2015 wohl nicht - mit nur 15 Sekunden Rückstand auf den Sieger kam das Toyota-Werkstrio um die Ex-Formel-1-Piloten Sebastien Buemi, Anthony Davidson und Kazuki Nakajima im Toyota TS040 HYBRID am Sonntag als Dritter ins Ziel. Sebastian Vettels Ex-Teamkollege aus Red-Bull-Zeiten, Mark Webber, schied mit seinen Teamkollegen Brendon Hartley und dem Deutschen Timo Bernhard im zweiten LMP1-Porsche schon früh mit einem Getriebedefekt aus.