Steigende Ölpreise in den USA
Teurer Sprit macht erfinderisch

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Der Ölpreis steigt und steigt und mit ihm die Spritkosten – auch im einstigen Billig-Benzin-Land USA. Als Reaktion versuchen sich die Amerikaner jetzt mit kreativen Mitteln im Benzinsparen.
Wer in Holly Springs (Georgia) wegen zu schnellen Fahrens von der Polizei angehalten wird, muss in diesen Tagen tief in die Tasche greifen. Neben dem normalen Strafzettel händigen die Beamten den Temposündern momentan noch eine Rechnung über zwölf Dollar (7,60 Euro) "Benzinpreisaufschlag" aus. So will die Polizei die zusätzlichen Ausgaben wieder herein holen, die ihr entstehen, wenn sie den Temposünder über die Landstraße jagen muss. Die Polizei macht mit dieser ungewöhnlichen Maßnahme einen guten Schnitt. Um tatsächlich Benzin für zwölf Dollar zu verfahren, müsste sie den Raser mehr als 72 Kilometer weit verfolgen.
Elektrische Golf-Autos liegen schwer im Trend

Bild: Werk
Benzinsparer: Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt

Bild: GeigerCars
Mit solchen Tricks schaffen die Anhänger der Bewegung bis zu 100 Meilen pro Gallone anstatt der durchschnittlichen 25 Meilen bei gewöhnlichen Autos und 21 bei Pick-up-Trucks. An der südlichen Grenze der USA entwickelt sich momentan eine neue Welle des Benzintourismus. Von El Paso (Texas) aus pendeln jeden Tag Hunderte Amerikaner ins mexikanische Juärez, wo es eine Gallone Benzin für 2,66 Dollar gibt. Selbst die Kriminalitätsstatistik der Stadt kann die US-amerikanischen Besucher nicht abschrecken: Ein brutaler Drogenkrieg hat dazu geführt, dass in Juärez pro Tag im Durchschnitt drei Menschen erschossen werden. "Ich fühle mich nicht wohl hier", erzählte Benzintourist George Terrazas, der vor wenigen Monaten in der mexikanischen Stadt Opfer eines bewaffneten Raubüberfalls wurde, der "New York Times". "Aber in Amerika kann ich mir keine Tankfüllung leisten."
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