Streit bei der Polizei
Anhalten oder nicht?

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Kontrolle ist gut, Aufklärung ist besser. Bei Tempomessungen im Sauerland wurde dieses Prinzip missachtet. Die Folge: Selbst Polizisten bezeichneten die Maßnahme als Strafe ohne pädagogischen Wert.
Bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen ist ein Streit um die Geschwindigkeitsmessungen entbrannt. Laut "Rheinische Post" haben dort erstmals Polizisten ihre eigenen Radarfallen als "Geldeintreiberei" und "zusätzliche Abzocke" bezeichnet. Anlass ist ein Vorgang aus Meschede im Sauerland: Nachdem dort im ersten Quartal des Jahres die Unfälle mit Todesfolge angestiegen sind, hat die Polizei die Gurt- und Geschwindigkeitskontrollen massiv ausgeweitet. Weil aber für die vermehrten Kontrollen kein zusätzliches Personal zur Verfügung stand, sollten die Beamten die Verkehrssünder nur noch blitzen – aber nicht mehr anhalten und über ihr Vergehen aufklären.
Pädagogische und präventive Wirkung

Bild: GdP, Gewerkschaft der Polizei
Innenministerium: "14-tägige Ausnahme"
Das Innenministerium von Nordrhein-Westfalen weist die Vorwürfe zurück. Sprecher Wolfgang Beus: "Grundsätzlich machen wir Geschwindigkeitskontrollen mit Anhalten. Hier hat es sich nur um eine 14-tägige Ausnahme gehandelt, um den Kontrolldruck zu erhöhen und so die Unfallzahlen zu senken."
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