Suche nach dem Todesfahrer von Gernrode
Polizei bittet um Hilfe

Thüringens Ermittler brauchen die Unterstützung der AUTO BILD-Leser: Ein Plastikteil soll den Unfallfahrer überführen, der auf einer Straße in Gernrode einen Jungen sterben ließ.
- Benjamin Gehrs
Am schlimmsten, sagt Marie H., sei das Kopfkino. Immer wieder springe es an, in Gang gesetzt durch neue Ermittlungsergebnisse oder, viel schlimmer, durch Gerüchte, die in dem kleinen thüringischen Ort Gernrode die Runde machen. Die 40-jährige Verkäuferin quält die Ungewissheit, wie ihr Sohn Matthias-Paul nachts auf einer Landstraße gestorben ist. Und ob er vor seinem Tod gelitten hat. Alle Hoffnungen, Antworten auf diese Fragen zu bekommen, liegen auf einem Stück Plastik. Das unscheinbare Teil gehört zu jenem Auto, das Matthias-Paul gerammt hat und dessen Fahrer seither unfallflüchtig ist.In der Nacht vom 24. auf den 25. Januar macht sich der 16-Jährige gegen zwei Uhr zu Fuß auf den Weg ins benachbarte Breitenworbis. Hier wohnen viele seiner Freunde. Der Junge benutzt die Fahrbahn, vermutlich weil der Gehweg verschneit ist. Auf Höhe der Autobahnüberquerung endet seine Spur. Um 4.15 Uhr wählt ein Mann den Notruf, nachdem er mit seinem Fahrzeug gerade noch dem auf der Straße liegenden Körper des Jugendlichen ausweichen konnte. Matthias-Paul ist tot.
Hinweise unter Telefon (03606) 6510 oder per E-Mail an kontakt@autobild.de (Stichwort: Fahndung)
An der Unfallstelle findet die Polizei Teile eines Honda. Der Fahrer stellt sich einige Tage später; er gibt an, den Jungen aus Versehen überrollt zu haben. Doch zu diesem Zeitpunkt, um 3.35 Uhr, ist Matthias-Paul durch einen anderen Aufprall bereits verletzt. Die Beamten finden Hinweise auf ein weiteres Unfallauto.
Matthias stehend überfahren

Auf dieser Autobahnquerung starb Matthias-Paul. Der Unglücksfahrer beging Fahrerflucht.
Bild: Sven Krieger

Auf der Jacke des Getöteten haftete ein mikroskopisch kleiner Farbpartikel.
Bild: Sven Krieger
Ein Notruf hätte den Jungen vielleicht gerettet

Die Polizei untersucht alle roten Autos im Landkreis Eichsfeld – bislang ohne Erfolg.
Bild: Sven Krieger
Hinweise unter Telefon (03606) 6510 oder per E-Mail an kontakt@autobild.de (Stichwort: Fahndung)
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