Suzuki Vitara/Grand Vitara: TÜV-Report 2026
So schneidet der Suzuki Vitara beim TÜV ab

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Mit dem Vitara ins urbane Revier oder mit dem Grand Vitara über Stock und Stein – wer auf die Schwachstellen achtet, kann mit beiden glücklich werden.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD
Worauf Gebrauchtwagenkäufer beim Suzuki Vitara achten sollten: die wichtigsten Infos aus dem aktuellen TÜV-Report!
Suzuki Vitara (LY)
- Bauzeit: 2015 bis heute
- Motoren: 112 PS (1.0) bis 140 PS (1.4 Boosterjet)
- Preis: ab 10.500 Euro

Im AUTO BILD-Dauertest bekam der Vitara Hybrid Allroad die Note 2+.
Bild: www.christophboerries.de
Das ist er: Mit dem Wegfall des Vornamens Grand wird der Vitara technisch mehr SUV als Geländegänger. Auch optisch gibt er sich zurückhaltend. Alle Motorvarianten (fünf Benziner, ein Diesel) sind gegen Aufpreis mit Allradantrieb erhältlich – Suzuki enttäuscht seine Klientel hier nicht. Selbst mit Allrad bleibt der Vitara eher ein Leichtgewicht von unter 1,5 Tonnen.
Der Platz vorn wie hinten fällt, gemessen an der Länge von 4,17 Metern, passabel aus. Der Kofferraum fasst 375 Liter, bei umgelegter Rücksitzbank sind es bis zu 1120 Liter; das entspricht ungefähr dem VW Golf 8. Sieben Airbags gehören zur Serienausstattung.
Das kann er: Unauffällig durchs Land streifen; die Benziner mit Sechsstufenautomatik (Aufpreis) überraschen mit annehmbarem Reisetalent. Den Diesel gibt’s optional als Doppelkuppler, den Vollhybrid mit automatisiertem Schaltgetriebe. Letzterer ist genügsam, vor allem in der Stadt. Die Verarbeitung geht in Ordnung, die Materialauswahl ist zweckmäßig.
Das macht Ärger: Den AUTO BILD-Dauertest absolvierte ein 1.4 Boosterjet Hybrid Allroad ohne größere Probleme mit der Note 2+. Rückrufe betrafen u. a. lose Halteschrauben an der Hinterachse, Ausfall der Bremskraftunterstützung und falsch eingebaute Bremsleitungen.
Suzuki Grand Vitara (JT)
- Bauzeit: 2005 bis 2015
- Motoren: 106 PS (1.6 16V) bis 233 PS (3.2 V6)
- Preis: ab 2900 Euro

Geländegängig: Beim Suzuki Grand Vitara (2005-2015) darf der Untergrund gern noch unwirtlich ausfallen.
Bild: Lena Bartelmeß
Das ist er: Anfang der 2000er-Jahre war der Grand Vitara noch ein Nutz-Fahrzeug alter Schule. Die zweite Generation hat einen Leiterrahmen, permanenten Allradantrieb, Mitteldifferenzialsperre und Geländeuntersetzung. Da darf der Untergrund gern schroff ausfallen. Wie zuvor als Drei- und Fünftürer zu haben. 2009 und 2012 hielt Suzuki den Grand Vitara mit Facelifts frisch. Ab Sommer 2010 erfüllten die Benziner die Euro-5-Norm, der Diesel ab 2012.
Das kann er: Abseits der Straße zeigt der Grand Vitara Talent, auf Asphalt macht das Fahren nicht so viel Spaß – dafür sind das Fahrwerk zu schwammig und die Lenkung zu gefühllos. Innen gibt's ausreichend Platz, die Sitze sind angenehm straff. Der Basisbenziner (106 PS) ist allerdings zu schwächlich für diese Fahrzeuggröße.
Das macht Ärger: Die Schaltung erweist sich als hakelig, bei höherem Tempo wird es unangenehm laut. Das KBA vermeldete Rückrufe unter anderem wegen falsch verlegter Motorkabelsätze, mangelhafter Luftschläuche am Ladeluftkühler sowie drohenden Ausfalls der Lenkkraftunterstützung.
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Toll: Die Achsaufhängungen monieren die Prüfer bei den bis zu sieben Jahre alten Exemplaren gar nicht, beim älteren Grand Vitara ist die Mängelquote allerdings erhöht (6,0 statt 4,5). Achsfedern und Antriebswellen bleiben über alle Baujahre hinweg unauffällig, die Lenkanlage zickt im Alter leicht überdurchschnittlich oft. Am Grand Vitara nagt gelegentlich der Rost.
Licht
Die Beleuchtung vorn und hinten ist nur bei den Zwei- bis Dreijährigen unauffällig, ansonsten gibt es überdurchschnittlich oft Mängel. Beim JT gehören auch Abblendlicht und Blinker zu den Schwachstellen.
Bremsen
Beanstandungen von Fuß- und Feststellbremse bleiben im Rahmen, auch die Bremsschläuche geben wenig Anlass zur Sorge. Beim JT sind die Bremsscheiben und vor allem die Leitungen allerdings deutlich schlechter als im Durchschnitt. Die Bremsleitungen des Grand Vitara werden 2,5-mal häufiger beanstandet als im Mittel.
Umwelt
Was die Abgasanlagen angeht, zeigt der Vitara keine Probleme. Sie bleiben unauffällig, bei der AU liegt nur der JT leicht über dem Durchschnitt. Ölleckagen gibt es, sie sind aber seltener als im Mittel.
Mängeleinteilung*
Alter | Ø Laufleistung in km | ohne Mängel | geringe Mängel | erhebliche Mängel | verkehrsunsicher |
|---|---|---|---|---|---|
2-3 Jahre | 34.000 (Ø 45.000) | 91,8 (Ø 89,4) | 3,8 (Ø 4,0) | 4,4 (Ø 6,5) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 54.000 (Ø 65.000) | 86,2 (Ø 84,7) | 7,4 (Ø 5,3) | 6,4 (Ø 10,0) | 0,0 (Ø 0,0) |
6-7 Jahre | 78.000 (Ø 88.000) | 81,8 (Ø 78,8) | 9,5 (Ø 7,6) | 8,7 (Ø 13,6) | 0,0 (Ø 0,0) |
8-9 Jahre | 104.000 (Ø 112.000) | 76,4 (Ø 71,7) | 12,1 (Ø 10,0) | 11,4 (Ø 18,3) | 0,0 (Ø 0,0) |
10-11 Jahre | - | - | - | - | - |
12-13 Jahre | 137.000 (Ø 150.000) | 54,9 (Ø 56,0) | 17,2 (Ø 15,5) | 27,9 (Ø 28,4) | 0,0 (Ø 0,1) |
Fazit
Im Kern solide, aber mit Schwachpunkten – eine durchwachsene Vorstellung. Trotz relativ niedriger Laufleistungen weisen fast alle Jahrgänge mehr geringe Mängel als im Schnitt auf. Dafür halten sich die fürs Bestehen die HU relevanten erheblichen Mängel in Grenzen. Unter dem Strich bleiben mehr Fahrzeuge mängelfrei als im Schnitt. Beleuchtung und Lenkung sind kritikwürdig, beim JT kommen Achsaufhängungen und Bremsbauteile dazu.
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