Suzuki Vitara: Schwächstellen, Mängel, Stärken
So schneidet der Suzuki Vitara beim TÜV ab

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Die Vitalwerte des Vitara sind ganz in Ordnung. Der Neue bleibt lieber auf der Straße und liefert beim TÜV besser ab. Der Alte ist noch ein kerniger Kraxler, hat aber seine Wehwehchen.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD
Worauf Gebrauchtwagenkäufer beim Suzuki Vitara achten sollten: die wichtigsten Infos aus dem aktuellen TÜV-Report!
Suzuki Vitara (LY)
- Bauzeit: 2015 bis heute
- Motoren: 112 PS (1.0) bis 140 PS (1.4 Boosterjet)
- Preis: ab 11.800 Euro

Im AUTO BILD-Dauertest bekam der Vitara Hybrid Allroad die Note 2+.
Bild: www.christophboerries.de
Das ist er: Hinsichtlich der technischen Ausrüstung vom Gelände auf die Straße zurückgekehrt. Dabei gibt er sich optisch zurückhaltend.
Alle Motorvarianten (fünf Benziner, ein Diesel) sind gegen Aufpreis mit Allradantrieb erhältlich – Suzuki enttäuscht seine Klientel hier nicht. Selbst mit Allrad bleibt der Vitara eher ein Leichtgewicht von unter 1,5 Tonnen. Der Platz vorn wie hinten fällt, gemessen an der Länge von 4,17 Metern, passabel aus. Der Kofferraum schluckt bei voller Bestuhlung 375 Liter, bei umgelegter Rückbank sind es bis zu 1120 Liter: Das entspricht ungefähr dem VW Golf 8. Sieben Airbags gehören zur Serienausstattung.
Das kann er: Seine Insassen kultiviert voranbringen, vor allem die Benziner mit Sechsstufenautomatik (Aufpreis). Für alle anderen Antriebe liefert Suzuki als Option eine Doppelkupplung (Diesel) oder ein automatisiertes Schaltgetriebe (Vollhybrid). Der Hybrid ist genügsam, vor allem in der Stadt. Die Verarbeitung geht in Ordnung, die Materialauswahl ist zweckmäßig.
Das macht Ärger: Nur Marginales im jüngsten AUTO BILD-Dauertest (1.4 Boosterjet Hybrid Allroad) – Endnote 2+. Rückrufe betrafen unter anderem lose Halteschrauben an der Hinterachse, Ausfall der Bremskraftunterstützung und falsch eingebaute Bremsleitungen.
Suzuki Grand Vitara (JT)
- Bauzeit: 2005 bis 2015
- Motoren: 106 PS (1.6 16V) bis 233 PS (3.2 V6)
- Preis: ab 6000 Euro

Geländegängig: Beim Suzuki Grand Vitara (2005-2015) darf der Untergrund gern noch unwirtlich ausfallen.
Bild: Lena Bartelmeß
Das ist er: Kein weichgespültes SUV, sondern ein Nutz-Fahrzeug. Die zweite Generation hat einen Leiterrahmen, serienmäßig an Bord sind permanenter Allradantrieb, Mitteldifferenzialsperre und Geländeuntersetzung. Da darf der Untergrund gern unwirtlich ausfallen. Wie zuvor als Drei- und Fünftürer zu haben. 2009 und 2012 hielt Suzuki den Grand Vitara mit Facelifts up to date. Ab Sommer 2010 erfüllten die Benziner die Euro-5-Norm, der Diesel ab 2012.
Das kann er: Im Gelände steil gehen. Auf Asphalt macht das Fahren jedoch nicht immer Spaß, dafür sind das Fahrwerk zu schwammig und die Lenkung zu gefühllos. Innen ist ausreichend Platz geboten, vorn wie hinten; die Sitze sind angenehm straff. Der Basisbenziner (106 PS) ist zu schwächlich für diese Fahrzeuggröße.
Das macht Ärger: Die hakelige Schaltung sowie Lärm im Innenraum bei höherem Tempo. Laut KBA gab es Rückrufe unter anderem wegen falsch verlegtem Motorkabelsatz, mangelhaftem Luftschlauch am Ladeluftkühler und drohendem Ausfall der Lenkkraftunterstützung.
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Zweigeteiltes Bild: Aufhängungen, Dämpfer und Federn sowie die Antriebswellen sind solide, während Lenkung und die Lenkgelenke des LY ab der zweiten HU leicht überdurchschnittlich beanstandet werden. Der Vorgänger JT ist dort unauffälliger, zeigt aber ab und an Rost an tragenden Teilen.
Licht
Vordere und hintere Beleuchtung des LY schwächeln, dafür sind Abblendlicht und Blinker überdurchschnittlich gut. Sein Vorgänger JT hat relativ gesehen weniger Probleme mit dem Abblendlicht, dafür sind Mängel am hinteren Licht an mehr als jedem zehnten Auto zu finden.
Bremsen
Die Fußbremse des LY ist gut, die Feststellbremse besser. Den einzigen kleinen Ausrutscher leisten sich neun Jahre alte Exemplare mit den Bremsleitungen, aber auf niedrigem Niveau. Hier steht der JT in der Kreide, ebenso mit der Fußbremse und vorzeitigem Verschleiß der Scheiben.
Umwelt
Die Abgasanlage erweist sich über alle Baujahre als top, ebenso der LY bei der AU, die dem Vorgänger hier und da Probleme bereitet. Ölverlust ist vor allem ein Thema der jüngsten LY und der ältesten JT.
Mängeleinteilung*
Alter | Ø Laufleistung in km | ohne Mängel | geringe Mängel | erhebliche Mängel | verkehrsunsicher |
|---|---|---|---|---|---|
2-3 Jahre | 33.000 (Ø 42.000) | 92,5 (Ø 90,1) | 4,0 (Ø 3,5) | 3,5 (Ø 6,4) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 54.000 (Ø 62.000) | 88,3 (Ø 85,9) | 5,9 (Ø 5,0) | 5,8 (Ø 9,1) | 0,0 (Ø 0,0) |
6-7 Jahre | 78.000 (Ø 87.000) | 82,1 (Ø 79,1) | 8,6 (Ø 7,3) | 9,3 (Ø 13,6) | 0,0 (Ø 0,0) |
8-9 Jahre | 95.000 (Ø 110.000) | 77,6 (Ø 72,4) | 11,3 (Ø 9,7) | 11,0 (Ø 17,9) | 0,1 (Ø 0,0) |
10-11 Jahre | 119.000 (Ø 130.000) | 64,9 (Ø 64,8) | 14,6 (Ø 12,2) | 20,5 (Ø 23,0) | 0,0 (Ø 0,0) |
12-13 Jahre | 134.000 (Ø 147.000) | 56,5 (Ø 56,4) | 16,5 (Ø 15,4) | 26,9 (Ø 28,1) | 0,0 (Ø 0,1) |
Fazit
Der aktuelle Vitara macht beim TÜV eine gute Figur. Gelegentlicher Ölverlust und das Licht sind die größten Schwachstellen. Der Vorgänger ist noch ein echter Kraxler, die Bremse ist sein Problem. Klagen auf hohem Niveau, denn in allen Altersklassen bleibt der Suzuki öfter ohne Mängel als das Durchschnittsauto. Der Markt weiß das – und die Preise sind entsprechend stabil.
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