Beim Tanken steht man oft vor dem Rätsel: Wie und warum bezahlt man eigentlich 1,789 Euro für einen Liter Super? Die Antwort liegt in einem alten psychologischen Kniff der Tankstellen.
Früher nannte man die zusätzlichen 0,9 Cent den "Tankstellen-Pfennig", den der Tankwart als Trinkgeld behielt. Heute dient dieser Trick dazu, den Preis des Benzins für den Kunden etwas niedriger erscheinen zu lassen. So können Tankstellenbetreiber schon mal die Konkurrenz ausstechen.

Zehntel-Cent an der Tankstelle: Reines Marketing

Ähnlich wie beim Einzelhandel, wo aus 2 Euro schnell mal 1,99 Euro werden, sollen auch hier die Kunden die nächstkleinere Summe assoziieren. Reines Marketing also.
Dabei geht es nicht immer um 0,9 Cent. Im Ausland, wie in Österreich, sind auch 0,4 Cent oder 0,5 Cent üblich. Wie bezahlt man also solche unrunden Beträge? Ganz einfach: Es wird abgerundet, wenn man nicht auf einer vollen Summe landet. Allein: Bei jedem zehnten Liter müssen wir den Betrag bezahlen, der eigentlich an der Preistafel anfällt, nämlich die 1,789 – also insgesamt 17,89 Euro.
Eine Änderung dieses Systems ist erst zu erwarten, wenn es eine einheitliche Regelung zur Angabe von Benzinpreisen gibt. Bis dahin werden Tankstellenbetreiber weiterhin versuchen, sich mit diesen psychologischen Tricks von der Konkurrenz abzuheben.
Fazit: Es lohnt sich, nicht auf die psychologischen Tricks hereinzufallen und den genauen Preis im Auge zu behalten.