Der Porsche-Vierzylinder entwickelt im Techart Macan 2.0 spürbar mehr Druck. Genug, um dem V6 ernsthaft Konkurrenz zu machen?
Guido Komp
So richtig mag der Vierzylinder nicht zum Image des flotten Porsche-Sport-SUVs passen. Doch vielleicht haben wir die Rechnung ja ohne Porsche-Tuner Techart gemacht?
Beim Beschleunigen lässt Techart die Serie stehen
Geht sehr ordentlich: Der knapp 1,9 Tonnen schwere Macan sprintet sechs Sekunden auf 100 km/h.
Bild: Tobias Kempe / AUTO BILD
• Längsdynamik: Über die Sporttaste aktiviert der Fahrer das elektronische Leistungstuning, das den Motor auf standesgemäße 302 PS kickt. Der Vierzylinder dreht ambitioniert hoch, spurtet flink durch die ersten Gänge und klingt mit dem Techart-Sportauspuff auch überraschend erwachsen. Wir messen 6,0 Sekunden (Werksangabe 6,7 Sekunden ohne Sport-Chrono-Paket) aus dem Stand auf 100 km/h. An Autobahnsteigungen mangelt es aber an Drehmoment. Das PDK versucht, dies durch Runterschalten zu kompensieren, sucht so sein Heil in hohen Drehzahlen. Bis zum Topspeed von 240 km/h (Serie 229 km/h) braucht es viel Anlauf. • Querdynamik: Die Sportfedern mit dezenten 30 mm Tieferlegung bewahren den geschmeidigen Bewegungsablauf samt fein ansprechender Dämpfung auf unebenen Straßen – eine Verschlimmbesserung durch überspitztes, eckiges Fahrverhalten ist nicht zu befürchten.
Wirkt gedrungener: Das Bodykit und die breiten Reifen machen den Macan optisch flacher.
Bild: Tobias Kempe / AUTO BILD
• Emotion: Widebody-Kit und 295er-Hinterreifen lassen den Macan gedrungener erscheinen. Im rundum veredelten Interieur überzeugen die hohe Verarbeitungsqualität und der Sinn für Details: An den Schaltwippen mit Alcantarabezug zupft es sich herrlich durch die Gänge. Der Sportauspuff untermalt das Spiel mit schmetterndem Knallen beim Hochschalten. • Alltag: Über 12 Liter Verbrauch und der Durst nach teurem 100-Oktan-Sprit egalisieren die Downsizing-Vorteile des Vierzylinders in der Praxis. • Preis/Leistung: Das harmonische Leistungsplus offeriert Techart mit umfangreicher Garantie. Die Aufwertung von In- und Exterieur richtet sich aber eher an finanzstarke Macan-Fahrer, die den Vierzylinder kaum als Ausgangsbasis gewählt haben dürften.
Fazit
von
Guido Komp
Trotz deutlich verbesserter Fahrleistungen erreicht der Techart Macan 2.0 nicht ganz die Souveränität der größeren V6-Modelle. Für das komplette Tuningprogramm empfiehlt sich deshalb ein Macan S, GTS oder Turbo als Basis. Auch diesen Modellen verhelfen die Leonberger mit ihrem Leistungstuning und der gleichen Individualisierung zu mehr Extravaganz.