Tempomat nachrüsten: So geht's

Tempomat nachrüsten: So geht's

Tempo-Regler einfach nachrüsten?

Der Tempomat sorgt auf langen Autobahnfahrten für mehr Komfort, ist aber nicht in jedem Pkw an Bord. AUTO BILD sagt Ihnen, ob und wie Sie die Regelanlage bei Ihrem Auto nachrüsten können.
Wer an die endlos langen, geraden Highways denkt, wundert sich nicht, dass der Tempomat in den USA erfunden wurde. Ursprünglich für die Kontrolle von Eisenbahnen entwickelt, fand die Geschwindigkeitsregelanlage Ende der 50er-Jahre den Weg in den Automobilbau. Nur wenige Jahre später war der Tempomat auch in Deutschland erhältlich. Inzwischen gehört der praktische Helfer bei vielen neuen Autos zur Serienausstattung. Die Vorteile des Tempomats liegen auf der Hand: Per Knopfdruck hält das Auto automatisch die Geschwindigkeit, und zwar so präzise, wie es der Fahrer mit dem rechten Fuß kaum schafft. Zwar kann diese Konstanz auch ein wenig Sprit sparen, im Grunde aber ist der Tempomat ein reines Komfort-Feature, das den Fahrer entlasten und lange Autofahrten angenehmer machen soll. Vor allem wer bei wenig Verkehr unterwegs ist, kann so mitunter mehrere hundert Autobahn-Kilometer abspulen, ohne selbst ständig aufs Gaspedal treten zu müssen.

Bei welchen Autos kann man einen Tempomat nachrüsten?

Der Tempomat spart zwar auch etwas Sprit, ist aber vor allem ein Komfort-Feature.

Grundsätzlich gilt: Machbar ist (fast) alles. Um einen Tempomat mit vertretbarem Aufwand nachzurüsten, sollten allerdings ein paar Voraussetzungen gegeben sein. Idealerweise wird vom Hersteller sowieso ein Tempomat für dieses Modell angeboten, dann klappt die Nachrüstung in der Regel schnell und problemlos. Grundsätzlich aber sollte das Fahrzeug zumindest ein elektronisches Gaspedal haben, da sonst zusätzliche Stellmotoren nötig sind. Außerdem sollte es im Nachrüst-Handel einen Tempomat speziell für dieses Modell geben. Lohnenswert ist der Einbau außerdem in der Regel nur bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe, denn vor allem an Steigungen kann der Tempomat bei einem Handschalter Schwierigkeiten haben, das eingestellte Tempo zu halten.

Wie wird bei der Nachrüstung vorgegangen?

Häufig wird der Tempomat über einen Lenkstockhebel gesteuert. Ist der Wagen grundsätzlich mit Geschwindigkeitsregelanlage erhältlich, genügt es oft, den entsprechenden Hebel auszutauschen und das Steuergerät anzulernen. Manchmal ist auch der Austausch des Lenkrads nötig, da die Tasten zum Regeln des Tempomats im Volant sitzen. Je nach Fahrzeugmodell und -alter kann aber auch eine aufwendige Neuverkabelung nötig sein. Manchmal müssen außerdem extra Schalter für den Tempomat eingebaut werden, die irgendwo am Armaturenbrett in die Verkleidung eingelassen werden müssen.

Was kostet es, einen Tempomat nachzurüsten?

Der Austausch eines Lenkstockhebels ist relativ günstig. Je nach Fahrzeugmodell werden für das Ersatzteil in der Regel zwischen 80 und 200 Euro fällig, der Einbau in der Werkstatt schlägt meistens mit rund 100 Euro zu Buche. Sollte eine Neuverkabelung oder zusätzliche Arbeiten im Cockpit nötig sein, können die Preise allerdings auch schnell auf 600 Euro und mehr steigen.
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Kann man die Nachrüstung selber machen?

Einen Tempomat nachzurüsten ist ein Job für die Fachwerkstatt. Denn zum Einbau eines neuen Lenkstockhebels oder Lenkrads muss das alte Volant entfernt werden – inklusive des Airbags. Da beim Airbag mit einem pyrotechnischen Treibsatz ausgelöst wird, der unter das Sprengstoffgesetz fällt, dürfen nur speziell geschulte Fachkräfte Änderungen vornehmen. Denn ohne genaue Kenntnis kann es bei Arbeiten am Airbag zu lebensgefährlichen Verletzungen kommen! Wichtig ist, dass die Autobatterie abgeklemmt und eine Zeitlang gewartet wird, bevor mit dem Ausbau begonnen wird.
Neben dem Ausbau des Airbags muss der Nachrüsttempomat manchmal noch verkabelt werden oder es sind Anpassungen am Kabelbaum erforderlich. Hierzu ist oft spezielles Werkzeug nötig und Übung im Umgang mit Datenkabeln. Wer sich nicht auskennt, kann große Schäden an der Fahrzeugelektronik verursachen. Zu guter Letzt muss auch das Steuergerät angelernt werden, was in der Regel nur mit der richtigen Software funktioniert. Der nachträgliche Tempomat-Einbau ist also keinesfalls eine Aufgabe für Hobbybastler! Nur wer sich sehr gut mit dem Auto auskennt und geschult ist, kann den Einbau selbst vornehmen.

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Autor: Michael Gebhardt

Fotos: DPA

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