(dpa/AUTO BILD/KI) Elon Musk, CEO des Elektroautobauers Tesla, kündigte an, den offiziellen Firmensitz des Unternehmens nach Texas verlegen zu wollen. Diese Ankündigung erfolgte nach einer Entscheidung einer Richterin im US-Bundesstaat Delaware, die ihm ein Aktienpaket im Wert von rund 56 Milliarden Dollar nicht zugestehen wollte. Tesla plant, umgehend eine Aktionärsabstimmung über den Umzug einzuleiten, wie Musk auf seiner Online-Plattform X (ehemals Twitter) mitteilte.
Im Jahr 2018 stellte Tesla Elon Musk Aktienoptionen in Aussicht, unter der Bedingung, dass bestimmte ambitionierte Ziele hinsichtlich des Börsenwerts und der Geschäftszahlen erreicht werden. Ein Aktionär reichte dagegen Klage ein. Obwohl Musk die Optionen bereits zugeteilt bekommen hatte, konnte er sie aufgrund des laufenden Rechtsstreits noch nicht nutzen. Richterin Kathaleen McCormick aus Delaware urteilte, dass Musk bei der Vereinbarung des Vergütungsplans zu viel Einfluss ausgeübt habe. Sie betonte, Aktionären sei nicht offenbart worden, dass einige Verantwortliche für die Entscheidung bei Tesla enge Verbindungen zu Musk gehabt hätten.
Die Richterin entschied im Prozess zugunsten des Klägers, der die Vereinbarung mit Musk annullieren möchte. Sie merkte an, dass aus der Feststellung unfairer Bedingungen bei der Entstehung der Vereinbarung nicht automatisch deren Aufhebung resultiere, jedoch sei eine Annullierung in Delaware die bevorzugte Lösung. „Der Kläger hat ein Anrecht auf die Annullierung“, so McCormick in ihrem 200-seitigen Urteil.
Infolgedessen führte Musk eine Umfrage auf X durch, in der Nutzer darüber abstimmen konnten, ob Tesla den offiziellen Sitz von Delaware nach Austin, Texas, verlegen sollte. Wie oft bei solchen Online-Befragungen zeigte sich eine deutliche Mehrheit für den Umzug.
Delaware ist bekannt für seine attraktiven Steuerkonditionen und eine über Jahrzehnte gewachsene Unternehmensrechtsprechung, was den Bundesstaat zu einem populären Firmensitz in den USA macht.