Schon 2017 vorgestellt, sollte der Tesla Semi eigentlich ab 2019 auf die Straße kommen. Doch daraus wurde nichts. Stattdessen testete Tesla jahrelang mit ausgewählten Kunden und verschob den Marktstart immer wieder.
Doch jetzt ist der Durchbruch gelungen: In der Gigafactory Nevada ist das erste Serienfahrzeug vom Band gelaufen. Produziert wird der E-Lkw in einer eigenen Fabrik direkt neben dem Werk. Perspektivisch sollen dort bis zu 50.000 Fahrzeuge pro Jahr entstehen – auch wenn die Produktion zunächst schrittweise hochgefahren wird.

Tesla Semi: bis zu 800 Kilometer Reichweite

Technisch setzt Tesla ein klares Zeichen: Der Semi kommt in zwei Varianten mit Reichweiten von rund 500 bis 800 Kilometern und einem Dreimotor-Antrieb mit bis zu 800 kW (1088 PS). Für einen schweren Lkw sind das beeindruckende Werte.
Bis zu 50.000 Tesla Semi pro Jahr sollen perspektivisch in Nevada gebaut werden.
Bild: Tesla
Ein entscheidender Punkt ist die Ladeleistung: Der Semi soll mit bis zu 1,2 Megawatt laden können. Damit lässt sich die Batterie deutlich schneller füllen als bei bisherigen Elektro-Nutzfahrzeugen – was ihn erstmals wirklich alltagstauglich im Transportgeschäft machen könnte.

Mehr Effizienz und weniger Gewicht

Vor dem Serienstart hat Tesla den Lkw noch einmal überarbeitet. Das Design wurde aerodynamischer ausgelegt, gleichzeitig sank das Gewicht um rund 450 Kilogramm.
Das bringt gleich zwei Vorteile: Zum einen steigt die mögliche Nutzlast, zum anderen verbessert sich die Effizienz. Genau diese Faktoren sind im harten Alltag des Güterverkehrs entscheidend.

Preis bleibt die große Frage

Tesla peilt für den Semi Preise zwischen rund 260.000 und 290.000 US-Dollar an. Damit liegt der Elektro-Lkw aktuell noch über vergleichbaren Diesel-Modellen.
Allerdings setzt Tesla auf Skaleneffekte durch die Serienproduktion. Mit steigenden Stückzahlen sollen die Kosten sinken und der Semi wirtschaftlich konkurrenzfähig werden.
Auch Europa steht bereits im Fokus. Firmenchef Elon Musk hat angekündigt, den Semi künftig auch hier anzubieten. Ein Marktstart könnte schon im kommenden Jahr erfolgen.