Unvernunft hat einen Namen: Brabus. Auf dem Genfer Salon Anfang März 2009 präsentierte der Veredler aus Bottrop einen GLK mit implantiertem V8-Motor – 462 PS stark und 198.200 Euro teuer. Für einen Bruchteil dieser Summe gibt es nahezu das gleiche Drehmoment: in Form eines 590 Newtonmeter stemmenden Dieselmodells.

Karosserie/Qualität

Auf die "Widestar"-Verbreiterungen muss unser Testwagen verzichten. Ansonsten gibt es die volle Packung. Ob Frontschürze mit Tagfahrlicht, Heckschürze, Seitenschweller oder riesige Schmiederäder in 21 Zoll – alle Anbauteile trumpfen mit den typischen Brabus-Tugenden auf: Sie fallen auf, ohne aus dem Rahmen zu fallen. Die Materialqualität hält auch strengen Blicken stand.

Fahrfreude/Antrieb

Auto und Motor wirken erfreulich lebhaft. Kaum zu glauben, dass hier zwei Tonnen Lebendgewicht vorangewuchtet werden wollen. Ein Zusatzsteuergerät erhöht die Leistung von 224 auf 272 PS. Der Motorklang passt zum überzeugenden Fahreindruck: warmes Säuseln statt Diesel-Nageln.

Fahrleistungen

Fortschritt in fast allen Belangen: Null bis 100 km/h dauern trotz der Riesenräder fünf Zehntel kürzer als beim Serienauto. Die Höchstgeschwindigkeit verbessert sich ebenfalls: 223 statt 219 km/h sind kein Quantensprung, aberdurchaus ordentlich. Nur die Bremswerte fallen mau aus. Was weniger an den serienmäßigen Stoppern zu liegen scheint, als vielmehr an den aufgezogenen Yokoha Yokohama Advan Sport. Die schwächelten bereits auf anderen von uns unter die Lupe genommenen Testwagen.

Fahrwerk/Komfort

Flink und behende: Mit Brabus-Sportfahrwerk gemahnt der GLK an die C-Klasse. Auch sonst wollen wir mit Lob nicht sparen: Komfort und Geradeauslauf überzeugen voll und ganz, die Seitenneigung fällt gering aus.

Preis/Kosten

Es gilt einen Ruf zu verteidigen: Auch Brabus' Tuning für den GLK kostet unverschämt viel Geld – 26.000 Euro insgesamt.

Fazit

von

Ben Arnold
Endlich ein Diesel-SUV, das wir vorbehaltlos empfehlen können: Der Brabus GLK präsentiert sich durchtrainiert, spurtstark und außerordentlich wendig. Minuspunkte: unglückliche Reifenwahl, horrender Preis.

Von

Ben Arnold