Test Dodge Nitro 2.8 CRD 4X4
Mehr Schein als Sein

Der auffällige Dodge Nitro polarisiert: Um den dezenten Auftritt schert sich der neue Nitro der Chrysler-Marke Dodge einen feuchten Kehricht. Der Ami lockt dagegen mit dem Preis von 28.390 Euro.
Bild: Sven Krieger
- Martin Braun
Die wie Jeep zum amerikanischen Chrysler-Konzern gehörende Marke Dodge (sprich: dotsch) gibt es zwar bereits seit 1914, in Deutschland aber offiziell erst seit gut einem Jahr. Der Nitro ist vorerst das einzige Allradmodell im deutschen Programm. Karosserie/Qualität Technisch betrachtet ist der Dodge Nitro nichts weiter als ein Jeep Cherokee mit anderer Karosserie und abgespeckter Allradtechnik. Diese andere Karosserie allerdings hat es in sich. Weniger wegen des Innenraums, der auf allen Plätzen befriedigend viel Raum und einen ausreichend großen Gepäckraum bietet. Herausragend sind vielmehr das wuchtige, auffällige Design der Außenhülle sowie die traurige Qualität einiger dünnwandiger Kunststoffteile im Interieur. Fahrfreude/Antrieb Als waschechter, im US-Bundesstaat Ohio produzierter Amerikaner würde man einen dicken Automatik-Benziner erwarten. Den gibt es auch als 4.0-V6 mit 260 PS. Aber für die Europäer ist eher der aus dem Jeep Cherokee stammende 2.8-Vierzylinder-Turbodiesel mit 177 PS und Rußfilter ab Werk interessant. Er tritt nicht nur traktorartig an, er klingt leider auch so. Ein simpler Heckantrieb muss dem Dodge auf der Straße reichen. Für langsame 4x4-Fahrt lässt sich die Vorderachse per Drehknebel auf der Mittelkonsole zuschalten.
Fahrleistungen Zusammen mit der aufpreispflichtigen Fünfgang-Automatik von Ex-Partner Mercedes operiert der Diesel am liebsten mit niedrigen Drehzahlen. Scheucht man ihn per Vollgas auf, zieht er notfalls bis zu gemessenen 186 km/h hoch. Fahrwerk/Sicherheit Ein Vergnügen ist höheres Tempo aber nicht, denn die Bremsen sind eher mau, das Kurvenverhalten torkelig. Bevor es kritisch wird, bremst ESP rigoros. Geländetauglichkeit Gemessene 180 mm Bodenfreiheit sind beschämend wenig (Werksangabe 210 mm). Dazu fehlt die Untersetzung. Und die tiefe Nase setzt auch vorschnell auf. Annehmlichkeiten Erstaunlich weiche und damit komfortbetonte Federung, aber sehr rauer Motorlauf.
Preis/Kosten Der niedrige Grundpreis lockt, die Serienausstattung auch. Aber die Kraftstoff- und Versicherungskosten liegen hoch. Fazit Der auffällige Dodge Nitro polarisiert: Der eine findet ihn toll, der andere peinlich. Objektiv ist er ein technisch schlichter Amerikaner mit einem rauen, durstigen Diesel-Herz und einem veralteten Simpel-Allradantrieb.
Service-Links