Test-Highlights 2025: Aston Martin Vanquish Volante
835‑PS‑Showdown: Dieser Aston schreibt sein eigenes Drehbuch

Ein Test-Highlight, das wie ein filmreifer Moment zündet: Der Vanquish Volante entfesselt sein Drehmoment – und sofort beginnt das große Kino!
Bild: Lena Willgalis
- Guido Komp
Sie kennen alle diesen Moment, wenn in den einschlägig bekannten Agentenfilmen nach dem Vorspann zum ersten Mal die Spannung ansteigt. Die Gefahr ist noch etwas schemenhaft, lediglich ein Hauch von Ahnung. Doch dann ist sie plötzlich da, mit einer richtigen Wucht, die jedes Nackenhaar einzeln aufstellt. Und wissen Sie was? Genau so fühlt sich der erste Drehmomentausbruch eines Vanquish Volante an.
Bis eben wurde in seinem mintgrünen Ledersalon noch gelümmelt, das Verdeck per Knopfdruck zum Skyfall befehligt und versonnen am Radio getoucht, bis eine passende Untermalung aus der Bowers & Wilkins plätscherte, um sich dem niederen Verkehr vor der flachen Windschutzscheibe zu entledigen. Jetzt ein Zug am linken Carbonpaddle, während sich der rechte Fuß zum ersten Mal so richtig ins Gaspedal lehnt. Und woosh, plötzlich branden 1000 Newtonmeter auf der Hinterachse!

Leder, Leder, Leder, Carbon, Metall. Nur die Plastikfensterheber hat Q übersehen.
Bild: Lena Willgalis
Wie war das noch einmal mit der britischen Zurückhaltung? Allein die Akustik dieses brillanten V12-Biturbos reicht für einen eigenen Actionthriller. Wenn der Drehmomentgigant seine beiden Turbos aufbläht, bedrohlich schnaubend aus dem Drehzahlkeller emporsteigt, seine Stimme immer weiter erhebt, bis das rauschende Brodeln schließlich in einem echten Schrei bei 6500 Touren gipfelt, herrschen absolut gar keine Zweifel mehr an der Macht seiner 835 PS.
Imposanter kann man einen großen GT nicht motorisieren. Solange man die richtigen Straßen findet, um seiner ausladenden Statur den nötigen Spielraum zu verschaffen. Schließlich sind es nicht nur zwei Tonnen Cabrio, die hier durch die Kulisse stürmen, sondern auch der stärkste in Serie gebaute Front-Mittelmotorwagen aller Zeiten.
Lizenz zum Schnellfahren
So wäre auch ein gewisser James Bond erfreut, wenn statt enger Alpenpässe der DEKRA-Lausitzring einlädt, um die feinen DTX-Dämpfer in breitspurigen Radien zu fordern und den Riesenbremsen so richtig auf die Keramik zu fühlen. Sein Bericht an Q im Headquarter in Gaydon? Voll des Lobes, weil die teure Hardware nicht nur heldenhafte Standfestigkeit zeigt, sondern ein überraschend zünftiges Handling unters noble Carbonkleid schneidert.

Unter dem eleganten Sonnendeck branden bis zu 1000 Nm auf die Hinterachse – genug für 345 km/h.
Bild: Lena Willgalis
Sie merken, bei diesem Aston Martin fällt es mir diesmal wirklich schwer, nicht in filmreife Superlative zu verfallen. Weil er seine Exzesse nicht nur mit Stil zelebriert, sondern außerordentlich gut im Griff hat. Das beeindruckt nicht nur den Agenten nachhaltig. In tieferer Erinnerung bleibt dennoch diese subtile Dauerwarnung aus dem Maschinenraum, dass die letzte Kontrolle über die Hinterachse ohne elektronische Hilfen am Ende eben doch meistens eine Illusion bleibt.
Technische Daten: Aston Martin Vanquish Volante
- Motor: V12, Biturbo
- Hubraum: 5204 ccm
- Leistung: 835 PS
- Max. Drehmoment: 1000 Nm
- Antrieb: Hinterrad
- Getriebe: 8-Stufen-Automatik
- Gewicht: 2005 kg
- Beschleunigung: 0-100 km/h in 3,4 s
- Höchstgeschwindigkeit: 345 km/h
- Preis: 417.000 Euro
Service-Links









