Test Jeep Wrangler 2.8 CRD
Für alles offen

67 Jahre war klar: Der klassische Jeep ist zu kurz, zweitürig und benzingetrieben. jetzt gibt es ihn auch lang, viertürig und mit Dieselmotor.
- Thomas Rönnberg
Auf den ersten Blick erkennt man: das ist ein Jeep. Nicht nur der siebenschlitzige Kühlergrill, auch die niedrige, steile Windschutzscheibe, die außen liegenden Türscharniere, die eckigen Radausschnitte geben sich betont traditionstreu. Der zweite Blick auf den neuen Wrangler Unlimited lässt an eine optische Täuschung denken: Da steht ein Wrangler, aber irgendwie ist er zu lang und hat zu viele Türen. Die Zeiten, als ein Geländewagen ausschließlich Turngerät für die Freizeit war, sind eben vorbei. Heute nutzt man den Allradler auch im Alltag, braucht Platz und will Spritkosten sparen. Und kauft daher bevorzugt viertürige Diesel – dem kann sich auch ein Jeep Wrangler nicht verschließen. Bedenken, er würde nun in der opportunistischen Beliebigkeit moderner SUV versumpfen, zerstreut aber schon das Modellprogramm.
Den wahren Fans hüpft das Herz im Leib

Für alles offen – Wrangler Sport, Rubicon oder Unlimited Sahara

Nicht ganz perfekt ist auch die Abstimmung des Dieselmotors geglückt. Der Common-Rail-Vierzylinder von VM kommt offenbar mit dem im Wrangler serienmäßig eingebauten Rußpartikelfilter nicht so gut zurecht. Der Motor zieht zwar schon bei Leerlaufdrehzahl tapfer, ab 1500 Touren kernig los. Aber dafür ist, wenn man aufs Gas tritt, bei eigentlich jeder Drehzahl ein etwa anderthalbsekündiges Turboloch zu überwinden: Man muss, sozusagen, schon am Kurveneingang aufs Pedal treten, damit dann im Scheitelpunkt der Schub da ist. Dafür lässt der Diesel, nach den Normverbrauchswerten zu schließen, auf sparsamen Umgang mit dem Sprit hoffen. Für den stocksimplen, spontan auf Gas reagierenden OHV-Benziner gilt das natürlich nur eingeschränkt; gegenüber dem bisherigen 4.0-Reihensechser ist der 198 PS starke V6 aber immerhin sparsamer.
Der Kurze für den passionierten Offroader

Wer gerne ins Gelände fährt oder einfach nur den Zusatzplatz des Viertürers nicht braucht, kann natürlich auch den neuen Wrangler als 53 cm kürzeren Zweitürer bekommen. Technik- und Modellprogramm entsprechen weitgehend dem Unlimited. Allerdings heißt die nur mit Automatik lieferbare bessere Version hier Rubicon und ist besonders auf die Bedürfnisse von Geländefahrern ausgerichtet. Dazu hat der Rubicon eine ganz besonders wirksame, weil kurz ausgelegte Geländeuntersetzung (4:1 statt 2,72:1), außerdem mechanisch schaltbare Differenzialvollsperren in beiden Achsen und einen auskoppelbaren Vorderachsstabilisator für noch mehr Achsverschränkung. Auf den Fotos das Basismodell Sport; das Hardtop statt Softtop kostet 3200 Euro extra, Hardtop zusätzlich zum Softtop 4060 Euro. Volltüren mit Glasfenstern sind beim Hardtop immer dabei.
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