Test Mitsubishi Outlander
Sushi mit Sauerkraut

Der bisherige Mitsubishi Outlander sah gegen RAV4 & Co kein Land. Beim Nachfolger soll das anders werden – mit einem 140-PS-TDI von VW.
- Thomas Rönnberg
Mitsubishis Angebot in der Klasse der kompakten Mittelklasse-SUV, der Outlander, blieb in seiner ersten Modellgeneration eher ein Outsider – jedenfalls hierzulande. Nicht nur das gewöhnungsbedürftige Design und das unangemessen holperige Fahrwerk hemmten den Verkaufserfolg, sondern vor allem die Motorisierung: Ohne Diesel, befanden die deutschen Käufer, hat ein SUV keine Chance.

Als hypermoderne Konstruktion kann der VW-Vierzylinder mit seiner Pumpedüse-Einspritzung im Common-Rail-Zeitalter nicht mehr gelten. Unglücklich braucht man aber über den deutschen Motor unter der japanischen Haube dennoch nicht zu sein. Zwar macht er speziell nach dem Kaltstart auf sich aufmerksam, doch das Nageln gibt sich im warmen Zustand weitgehend. Zudem ist sowohl die Geräusch- als auch die Schwingungsdämpfung gut geglückt, sodass die Laufkultur durchaus befriedigt. Beim Anfahren ist etwas Gefühl im Kupplungsfuß nötig. Dann zieht der langhubige Vierzylinder aber schon bei Leerlaufdrehzahl tapfer an. Verwertbarer Ladedruck wird ab 1500/min spürbar, dann geht es munter vorwärts. Die vom Werk angegebenen 10,8 Sekunden für den Sprint auf 100 sind glaubhaft. Der Schalthebel flutscht mühelos durch die sechs Gänge. Vorerst ist der VW Diesel die einzige Motorisierung, ein 2,4-Liter-Benziner wird folgen.

Pfiffig ist die automatische Vorklappeinrichtung für die asymmetrisch geteilte Rückbank: Per Fingertipp vom Kofferraum aus faltet sie sich zusammen und gibt einen respektablen Laderaum frei. Nicht wirklich überzeugt hat uns die geteilte Heckklappe. Im Normalfall macht man nur die obere Klappe auf, muss dann aber das Gepäck über eine recht hohe Ladekante hieven. Für schweres Ladegut kann man das Unterteil nach unten klappen. Beeindruckende Fortschritte beim Fahrkomfort gegenüber dem Vorgänger brachte das neue Fahrwerk mit weitaus gekonnterer Abstimmung. Auch mit den etwas steif abrollenden 18-Zöllern der gehobenen Ausstattungsversionen bleiben die Insassen vor trockenen Schlägen verschont. Das Fahrverhalten ist handlich und sicher, aber nicht betont sportlich: Im Zweifelsfall strikt untersteuernd lässt sich der Outlander einfach beherrschen. Im Notfall greift das stets serienmäßige, bei Mitsubishi MASC genannte ESP sanft, aber wirkungsvoll ein.

Technische Daten Mitsubishi Outlander 2.0 DI-D 4-Zyl.-Reihen-Turbodiesel, vorne quer • el. gest. Pumpedüse-Direkteinspritzung • 4 Vent./Zyl. • 1968 cm³ • 103 kW (140 PS) bei 4000/min • 310 Nm bei 1750/min • perm. Allradantrieb, el. gereg. Lamellenkuppl. man. sperrbar, Heckantrieb abschaltbar • 6-Gang-Schaltgetr. o. Geländeunters. • Einzelradaufh., Schraubenfed. v./h.• Scheibenbremsen v./h., v. innenbel. • Reifen 215/70 R 16 od. 225/55 R 18 • L/B/H 4640/1800/1680–1720 mm • Radst. 2670 mm • Leergew. 1655–1690 kg • 5 (7) Sitze • Tankinh. 60l • Normverbrauch 6,8l/100 km Diesel • Beschl. 0–100 km/h in 10,8 s • Spitze 187 km/h • Preis mit 19 % MwSt.: 28.990 Euro
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