Test Peugeot 407 Coupé V6 210

Eine reife Leistung

Ausgewogen und hochwertig kommt die jĂŒngste Ausgabe des französischen Schönlings daher: Das neue Peugeot CoupĂ© ist ein Geheimtip.

GlanzstĂŒck ist der V-Sechszylinder

Schluck! Wer in dieses Haifischmaul blickt, bekommt einen Tritt vom Pferd: Das ist doch ... ein Ferrari, oder? Doch statt des sich aufbĂ€umenden Pferdes prangt ein Löwe zwischen den großen Scheinwerfern. Wie man sich tĂ€uschen kann. Das Peugeot 407 CoupĂ© liegt so aggressiv auf der Straße, daß es flĂŒchtige Betrachter mit einem Italo-Vollblut verwechseln. Anders als sein VorgĂ€nger wurde das neue CoupĂ© nicht bei Pininfarina, sondern in Eigenregie gezeichnet. Statt wie bisher in Italien wird es in Frankreich produziert.

Und es ist grĂ¶ĂŸer geworden: Mit 4,82 Meter LĂ€nge ĂŒbertrifft das 407-CoupĂ© die Limousine um 14 Zentimeter. Der Innenraum ist fast sechs Zentimeter lĂ€nger als beim abgelösten 406-ZweitĂŒrer. Hinten verfĂŒgen Passagiere ĂŒber ausreichend Knie- und Ellbogenfreiheit. Vorn ist das Ambiente so luftig und edel, daß es vor allem Genießer anspricht, die nicht mehr tĂ€glich in die Firma mĂŒssen. Eben eher etwas fĂŒr die reifere Generation.

GlanzstĂŒck ist der V-Sechszylinder. Der Dreiliter leistet 211 PS und hĂ€ngt gut am Gas, ohne dabei die Vorderachse zu ĂŒberfordern. AntriebseinflĂŒsse in der Lenkung sind kaum zu spĂŒren. Und dann der sonore Klang: nicht zu laut, aber stets prĂ€sent und darum perfekt zugeschnitten auf den vornehm-sportlichen Charakter des CoupĂ©s. Mit einem Basispreis von 33.800 Euro (inklusive elektronisch geregelter StoßdĂ€mpfer) liegt er weit unterhalb eines Mercedes CLK 280 (232 PS, ab 41.064 Euro).

Technische Daten, Preis und Wertung

Die getestete Platinum-Version kostet 36.900 Euro und beinhaltet sogar adaptives Bi-Xenon-Kurvenlicht, Rundum-Einparkhilfe, Ledersitze und allerlei Luxuszubehör. FĂŒr all das verlangt Mercedes saftige Aufpreise, und damit wird endgĂŒltig klar: Dieser Franzose ist ein Geheimtip.

Nicht so gut gelungen ist die Fahrwerkabstimmung. Das CoupĂ© rollt stellenweise zu harsch ab; kurze Bodenwellen werden schlecht gefiltert. Das unprĂ€zise Sechsgang-Schaltgetriebe macht die optionale Automatik (1500 Euro) fast unumgĂ€nglich. Nicht zu Ă€ndern ist leider die unpraktische Bedienung. Der Sitzheizungsregler liegt unsichtbar unterhalb der Polster, die Fensterheberschalter zu weit hinten in den riesigen TĂŒren. Diese fĂŒhlen sich an, als seien sie mit Blei gefĂŒllt. In dieser Wagenklasse gilt die Bezeichnung "schwer" eben noch als Auszeichnung und nicht als Manko.
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