Test Saab 9-5 SportCombi 2.3 Turbo Aero

Alter Schwede

Das letzte Facelift f├╝r den 9-5 vor der Neuauflage: Alte Macken kann Saab damit aber nicht mehr ausb├╝geln.
Saab hat seine erw├╝nschte Exklusivit├Ąt so weit getrieben, dass der 9-5 nicht aus der Exotennische herausfindet. Die Marke und ihre K├Ąufer wollen vor allem eins sein: anders. Blo├č kein BMW oder Audi! Daf├╝r nimmt man Schrulligkeiten in Kauf. Zum Beispiel, da├č der gro├če 9-5 selbst nach acht Jahren immer noch keinen Nachfolger bekommt, sondern auf seine alten Tage letztmals herausgeputzt wird. Die neuen, dicken Chromstriche um die Scheinwerfer sollen die Optik der n├Ąchsten Saab-Generation vorwegnehmen, wirken aber irgendwie aufgesetzt wie ├╝bertriebenes Make-up einer ├Ąlteren Dame.
Umwerfend Neues hat der Schwede nicht zu bieten: beim Interieur schwarzer statt grauer Kunststoff, Drehregler f├╝rs Klima und ein paar Alutupfer ÔÇô das ist zuwenig, um doch noch mal durchzustarten. Stressgeplagte empfinden die klaren Anzeigen als nordische Ruhe. Das Cockpit ist simpel wie Ikeas Billy-Regal und der ESP-Schalter so gro├č, da├č er wintertags auch mit Fausthandschuhen bedient werden kann. Die ausladenden Sitze k├Ânnten aus einer Wellness-Oase stammen, der Kofferraum ist nicht ├╝ppiger als bei Avant oder Touring. Sch├Ân will der Saab sein, nicht gro├č.
Die getestete Top-Version Aero holt aus dem 2,3-Liter-Turbo statt 250 jetzt 260 PS, was den Frontantrieb trotz des verbesserten Fahrwerks ├╝berfordert. In Kurven winseln die Vorderr├Ąder nach Halt und zerren an der gef├╝hllosen Lenkung. Nicht umsonst setzen Audi oder Alfa in dieser PS-Klasse zwecks besserer Traktion auf Allradantrieb. Vermutlich macht der 9-5 mit den schw├Ącheren Turbos (185 und 220 PS) eine bessere Figur.

Daten, Preis und Wertung

Die Federung ist nun straffer geworden, kurze Schl├Ąge reicht der Saab unkomfortabel weiter. Die F├╝nfstufen-Automatik schaltet ├╝bernerv├Âs hektisch und hart. Wir empfehlen statt dessen die Handschaltung. Seine gro├čen Auftritte hat der schwedische Kombi beim entspannten Reisen auf glatten Langstrecken. Ruhig und gelassen gleitet der gro├če Cruiser dann dahin, der Schwede surft auf der Woge seines m├Ąchtigen Drehmoments.
Zwischenspurts erledigt der Vierzylinder quasi aus dem Handgelenk. Ein sanfter Gasfu├č gen├╝gt, der senkt auch den turbom├Ą├čigen Verbrauch (bis zu 17,1 Liter Super plus) auf gerade noch ertr├Ągliche Werte. Schlie├člich sitzt auch der feinen Klientel beim Preis von 40.950 Euro das Geld nicht mehr so locker.
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