Alle reden von sparsamen Hybriden. In den Preislisten finden sich diese Knauser-Könige noch eher selten. Da macht auch VW keine Ausnahme. Bis zum möglichen Start eines Hybrid-Golf im Jahr 2010 soll also erst mal eine Flüssiggas-Variante namens Bi-Fuel die grünen Gemüter beruhigen. Basierend auf dem 102 PS starken 1,6-Liter-Benziner geht der Gas-Golf ausschließlich als Fünftürer auf Spartour und verlangt einen Autogas-Aufschlag von stattlichen 2550 Euro. Unter rein wirtschaftlichen Aspekten lässt sich der Bi-Fuel dem Familienrat also kaum verkaufen. Verglichen mit dem normalen 1.6er rauschen auf 100 Kilometer gut zwei Liter mehr Flüssiggas als Benzin durch die Enspritzdüsen.

Der 1.6er war nie ein Renner

VW Golf Bi-Fuel
Der 1.6er leistet wie gehabt 102 PS, mit Gas bleiben noch 98 PS.
Bei einem Preisvorteil von etwa 70 Cent pro Liter LPG fährt der Golf Bi-Fuel also erst oberhalb von 68.000 Kilometern in die Gewinnzone. Noch schlechter ist die Bilanz gegenüber dem 105-PSTDI. Der neue 1,6-Liter-Diesel kostet zwar 25 Euro mehr als der LPG-Golf, soll mit 4,5 Litern pro 100 km aber nicht mal die Hälfte des Bi-Fuel (9,2 Liter pro 100 km) verbrauchen. Auch wenn der Liter Diesel derzeit mit rund einem Euro zu Buche schlägt (LPG: 60 Cent), hat der Selbstzünder bereits nach 2500 Kilometern die Spar-Nase vorn. Dafür empfiehlt sich der Bi-Fuel als Umweltengel. Der CO2-Ausstoß liegt mit 149 Gramm zwar deutlich über dem TDI (119 g/km), aber klar unter dem Wert des 102-PS-Benziners (166 g/km). Und der Gas-Golf pustet auch sonst durchweg weniger Schadstoffe in die Luft. Dass er dennoch als Einziger Euro 4 im Fahrzeugschein stehen hat, liegt nur daran, dass VW sich den teuren Nachweis der Dauerhaltbarkeit für Euro 5 spart. Gespart wurde auch beim Fahrspaß. Der alte 1.6er mit 102 PS gehört ohnehin nicht zu den temperamentvollsten Motoren im VW-Regal, im Gasbetrieb geht ihm neben vier PS auch jegliche Spritzigkeit flöten. Egal, zum Mitschwimmen reicht's – und passionierte Vielfahrer werden sich damit trösten, dass sie für 23 Euro randvoll tanken. Das kann nicht mal ein Hybrid.

Fazit

Ich geb Gas, ich will Spaß? Dann sollten Sie die Finger vom Bi-Fuel lassen. Der Golf mit Autogas-Antrieb fährt träge und rechnet sich tatsächlich nur für Vielfahrer. Oder für die ökologisch ganz Korrekten, die sich über die niedrigen Schadstoffemissionen freuen.