THG-Prämie: Sorge vor weiterem Absinken
Sinkt die THG-Quote bald noch dramatischer?

Bild: dpa
Es wird nicht ruhig um die THG-Quote. Nachdem zuletzt ein Betrugsskandal um diverse gefälschte Projekte in China die Öffentlichkeit alarmierte, droht nun eine weitere Senkung der bereits erheblich abgesackten THG-Prämie. Wie berichtet, sank der Zuverdienst für Besitzer von E-Autos (sowie E-Rollern, öffentliche Ladesäulen etc.) von bis zu 420 Euro im Jahr 2022 auf aktuell nur noch maximal 110 Euro.
Laut dem "Bundesverband THG Quote" ist durch diesen drastischen Verfall der Hochlauf der erneuerbaren Energien im Verkehrsbereich gefährdet. Der Grund: sogenannte "fortschrittliche Biokraftstoffe" dürfen auf die THG-Quote doppelt angerechnet werden. Das mache den Import derartiger Rohstoffe wirtschaftlich, hat damit auch zu Manipulationen (wie im Fall der gefälschten China-Projekte) geführt, macht aber im Gegenzug Elektromobilität, Wasserstoff- und Biomethan unattraktiv.
Verband fordert, die Quotenziele stark zu erhöhen
Der THG-Verband warnt insbesondere vor einer Änderung des Bundesimmissionsschutzgesetzes, das eine Übertragung von Erfüllungszielen aus 2024 auf die beiden folgenden Jahre ermöglicht. Im Klartext: Erdöl verarbeitende Unternehmen können THG-Quoten-Zertifikate in einer Menge, die sie für 2024 nicht mehr benötigen (weil die Quotenziele erfüllt sind), wie einen steuerlichen Verlustvortrag ins Jahr 2025 bzw. 2026 übertragen. Damit würde, so der Bundesverband THG Quote, die ausgezahlte Prämie weiter sinken und insbesondere der Ausbau des Ladenetzes stagnieren. Auf welche Höhe, das ist noch nicht klar.
Zu den Forderungen des Verbands gehört folglich, die Möglichkeit zur Übererfüllung für die beiden kommenden Jahre auszusetzen und im Gegenzug die Ziele für 2025 deutlich anzuheben, um die Quote – und damit die Prämie – wieder anzuheben. Nur so könne das Hochlaufen der Elektromobilität gestützt werden, argumentiert der Verband.
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