Wenn von Umweltverschmutzung die Rede ist, fällt auch immer der Begriff Mikroplastik. Und diese kleinen Kunststoffteilchen sind nicht nur für Menschen ungesund, sie gefährden auch das Tierreich und sämtliche Lebewesen. Durch ihren geringen Durchmesser von unter fünf Millimetern, festgelegt von der National Oceanic and Atmospheric Administration, können die Teilchen problemlos größere Distanzen unbemerkt zurücklegen und gelangen so unter anderem in die Meere und die Luft. Und es ist kein Geheimnis, dass ein großer Teil des Mikroplastiks vom Abrieb der Autoreifen auf dem Asphalt stammt.

So funktioniert "Tire Wear"

Eine Lösung gibt es dafür bisher nicht, doch ein Start-up aus London hat zumindest einen konkreten Plan. "The Tyre Collective" entwickelte ein Gerät, welches direkt hinter dem Reifen sitzt und den Abrieb auffängt, bevor er auf die Straße gelangt. So die Kurzfassung.
Tyre Wear - CEVT and The Tyre Collective
Ein kleiner Kasten hinterm Reifen könnte eine große Auswirkung auf die Natur haben.
Bild: Notified

Konkreter gesagt arbeitet das Gerät, welches auch als "Tyre Wear" bezeichnet wird, mit elektrostatischen Platten, die den Abbrieb anziehen. Im Sommer 2022 wurde diese Technologie bereits über 3000 Kilometer getestet und es zeigte sich, dass die Werte natürlich nicht denen im Labor entsprachen – hier wurden ganze 60 Prozent des Abbriebs vor dem Aufkommen auf der Straße abgefangen – allerdings sog das Tyre Wear auch die Partikel fremden Abbriebs sowie Gummibestände von den Bremsbelägen an.
Zum Ende des Jahres 2022 konnte erneut ein Test durchgeführt werden, diesmal über drei Monate und an mehreren Vans des Unternehmens Zhero. Hierbei ging es vor allem um die Untersuchung, welche Teilchen am ehesten angesaugt werden. Das Resultat: Kunststofffragmente im Bereich zwischen 0,3 bis 100 Mikrometer. Circa 50 Prozent waren kleiner als zehn Mikrometer.
So könnte beispielsweise der Schmuck aussehen, der aus den aufgefangenen Kuntstoffteilen entsteht.

Aktuell plant das Start-up den gesammelten Abrieb zu recyclen und beispielsweise in Schmuck oder Dekorationselemente umzuwandeln. Dazu gibt es aktuell (Stand 4. Oktober 2023) jedoch noch keine genaueren Informationen. Ein ähnliches Projekt gab es übrigens schon einmal, das finden Sie hier.