Zum neuen Modelljahr hat Toyota beim bZ4X den Batterielieferanten gewechselt. Wahlweise ist er nun mit 58- oder 73-kWh-Akku erhältlich, beide aus einem Joint Venture von Panasonic und Toyota selbst.
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bZ4X FWD 73 kWh

Toyota bZ4X FWD 73 kWh
Wir sind gespannt, ob er nun schneller lädt und weiter kommt – die Testreichweite des frontgetriebenen Vor-Facelift-Modells hat AUTO BILD im Juli 2023 mit 370 Kilometern ermittelt – trotz 23 Grad Außentemperatur.

Front jetzt mit kantigerem Design

Der Neue ist erkennbar an der glattflächigeren, kantigen Front, die ihn in "Precious Metal Grey" (die Farbe unseres Testwagens) von vorn ein wenig aussehen lässt wie einen Tesla Cybertruck für den freundlichen Schrebergärtner.
Toyota bZ4X FWD 73 kWh
Geglättete Front, geglätteter Boden: Der geliftete Elektro-Toyota bZ4X wartet auch mit etwas aerodynamischem Feinschliff auf.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Innen bleibt's beim Peugeot-ähnlichen Arrangement von Instrumenten über dem Lenkrad, mit den üblichen Problemen für Fahrer mit langen Beinen. Hinzu kommt eine Mittelkonsole, die Territorialansprüche anmeldet wie der US-Präsident. Sie lädt oben zwei große Mobiltelefone (das tut sie tatsächlich, ohne sie zu grillen), leider geriet sie überbreit und mauert ein.
Toyota bZ4X FWD 73 kWh
Arbeitsplatz: Peugeot-ähnliches Arrangement mit Fahrerdisplay über dem Lenkrad – mit der gleichen Enge für Großgewachsene.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Während die Sitze vorn mit viel Seitenhalt und Lordosenstütze fahrerseitig keinen Anlass zur Klage geben, sitzt man hinten arg tief, ergo unbequem. Immerhin ist die Fondlehne in zwei Stufen verstellbar.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart 
Synchronelektromotor 
Einbaulage 
vorn 
Spitzenleistung 
165 kW (224 PS) 
Dauerleistung 
64 kW (87 PS) 
maximales Drehmoment 
268 Nm 
Vmax
160 km/h 
Getriebe 
Einganggetriebe 
Antrieb 
Vorderradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Scheiben 
Testwagenbereifung 
235/60 R 18 H 
Reifentyp 
Yokohama Advan V61 
Radgröße 
7,5 x 18" 
Reichweite* 
568 km 
Verbrauch* 
13,9 kWh/100 km 
Batterieart 
Lithium-Ionen 
Batteriekapazität (netto) 
69 kWh 
Ladeleistung (AC/DC) 
11/150 kW 
Ladezeit (DC-Laden; 10-80 %) 
30 Minuten 
Ladeanschluss 
vorn links 
Vorbeifahrgeräusch 
61 dB(A) 
Anhängelast gebr./ungebr. 
750/750 kg 
Stützlast 
75 kg 
Kofferraumvolumen 
452 l–k. A. 
Länge/Breite/Höhe 
4690/1860–k. A.**/1650 mm 
Radstand 
2850 mm 
Grundpreis
39.990 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
47.990 Euro
Toyota hat die Kritik an der fehlenden Möglichkeit zur manuellen Vorkonditionierung der Batterie vor dem Laden erhört und nun eine solche Funktion eingebaut – man sieht anhand der etwas gequetscht aussehenden Schrift im Lademenü, dass diese Funktion nachträglich eingefügt wurde.

Ladezeit ist guter aktueller Standard

Wir haben die Vorkonditionierung ausprobiert: von 9 auf 80 Prozent in 29 Minuten. Und dabei versaute uns ein zweites Auto, das von seinem Fahrer an der gleichen Ladesäule angeschlossen wurde, die Ladekurve – aber nur kurzzeitig.
Toyota bZ4X FWD 73 kWh
Der bZ4X kann mit maximal 150 kW geladen werden. So dauert es knapp 30 Minuten, um den Akku von 10 auf 80 Prozent zu füllen.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Weniger als eine halbe Stunde auf 80 Prozent, das ist guter aktueller Standard. Leider brach das Auto den Ladevorgang zweimal ab, aus ungeklärter Ursache. Blöd, wenn man gerade im Café saß und es erst nach der Rückkehr sieht.

Reichweite hat sich verbessert

Weitere Verbesserung neben dem auf nun 14 Zoll vergrößerten Zentralbildschirm: Der bZ4X kann jetzt die stärkeren 22-kW-Lademöglichkeiten ausschöpfen, wo der Akku in rund vier Stunden gefüllt ist.
Toyota bZ4X FWD 73 kWh
Kommt weiter: Bei schlechteren Bedingungen schafft der bZ4X mit ähnlich großem Akku jetzt 401 statt 370 Kilometer vor dem Facelift.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
An der AC-Wallbox ist der geliftete bZ4X viel schneller als der Erstling, bei dem der Strom mit 6,6 kW in den Akku tröpfelte. Auch die Testreichweite von 401 Kilometern bei 8 Grad Celsius ist ein Fortschritt im Vergleich zu den 370 Kilometern des Vor-Facelifts mit ähnlicher Akkugröße – bei 23 Grad.

Bei 160 km/h ist Schluss mit Vortrieb

Toyota begrenzt das Höchsttempo auf 160 km/h. Das kann auf deutschen Hektiker-Autobahnen zu unangenehmen Situationen bei Überholmanövern führen, weil andere auf der linken Spur weit schneller unterwegs sind.
Toyota bZ4X FWD 73 kWh
Der bZ4X ist bei 160 km/h abgeregelt, was auf der Autobahn mitunter zu wenig ist. Zudem überhitzte der Antrieb im Test bei "Vollgas".
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Es hat uns auch überrascht, dass der Toyota nach einer "Vollgas"-Phase – wir wollten zu Testzwecken den Akku leeren – einmal einen überhitzten Antrieb anzeigt und die Leistung reduziert. Zumal Vollgas hier eben nur 160 km/h bedeutet.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
3,0 s 
0–100 km/h 
7,2 s 
0–130 km/h 
11,6 s 
0–160 km/h 
18,3 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h
3,6 s 
80–120 km/h 
4,7 s 
Leergewicht/Zuladung 
1947/573 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
56/44 % 
Wendekreis links/rechts 
11,5/11,6 m 
Sitzhöhe 
685 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
38,0 m 
aus 100 km/h warm 
38,2 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
57 dB(A) 
bei 100 km/h 
64 dB(A) 
bei 130 km/h 
69 dB(A) 
Verbrauch
Sparverbrauch 
11,4 kWh/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
21,9 kWh/100 km
(+58 %)
Sportverbrauch 
24,3 kWh/100 km 
CO2 (lokal) 
0 g/km 
Reichweite (Testverbrauch) 
401 km 
Nervig, aber eben EU-induziert: die Belehrungs-Assistenz. Gerade weil die Lenkradspeichen-Tasten weit unten und somit unterhalb des Blickfelds platziert sind, muss man in irgendeiner ruhigen Verkehrssituation kurz nach unten schauen, um die Tasten zu treffen.
Das aber zieht einen strengen Verweis der Müdigkeitsüberwachung nach sich, deren Abschaltung den Tauchgang in ein fünfstufiges (!) Menü erfordert. Ebenfalls etwas unpraktisch: Der bZ4X verfügt weder über Frunk noch Handschuhfach.

Am Fahrwerk gibt es nichts auszusetzen

Unverändert gut: das straffe, aber – zumindest auf den 18-Zoll-Rädern unseres Testwagens – nie unkomfortable Fahrwerk, das auch von einem deutschen Hersteller stammen könnte. Und: Auch auf Kopfsteinpflaster bleibt der in Japan gewissenhaft zusammengefügte Stromer leise.
Toyota bZ4X FWD 73 kWh
Ordentlich abgestimmt: Der bZ4X federt straff aber mit seinen 18-Zöllern nie unkomfortabel. Das ESP greift aber etwas zu grob ein.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Etwas im Widerspruch zur sonst stets spürbaren Sicherheitsphilosophie von Toyota: Das ESP lässt das Heck auf den mäßig gripstarken Yokohama-Reifen ein Stück herumkommen, um dann eher grob einzugreifen. Was nichts daran ändert, ein fahrsicheres, wenn auch schweres Auto mit ausreichend präziser Lenkung und gelungenem Handling zu bewegen.

Wertung Toyota bZ4X FWD 73 kWh

Wertung Toyota bZ4X FWD 73 kWh
Karosserie
Platz und Raumgefühl guter Durchschnitt. Hohe Zuladung, wenig Zuglast. Solider Qualitätseindruck.
3,5 / 5
Antrieb
Beschleunigung und Zwischenspurt flott, sparsam. Ladezeiten durchschnittlich, nur 160 km/h Vmax.
3,5 / 5
Fahrdynamik
Top-Geradeauslauf, angenehme Lenkung, aber arg lange Bremswege und großer Wendekreis.
3,5 / 5
Connected Car
Navi zeigt keine freien Straßen an. Sprachsteuerung kann viel: Klima, Audio, Sitzheizung, Fenster.
4 / 5
Umwelt
Stattliche Abmessungen, schwer. Lokal emissionsfrei. Außengeräusch Elektroauto-typisch gering.
3,5 / 5
Komfort
Einstieg, Sitze, Sitzposition: vorn angenehm, hinten zu tief. Federung ausgewogen. Wirkt recht leise.
4 / 5
Kosten
Kaufpreis und Typklassen hoch, kurze Wartungsintervalle. Lange Garantie, Wärmepumpe Serie.
3 / 5
AUTO BILD-Testnote
2,0
Was am Ende des Tages bleibt, ist ein generelles Stromer-Problem: teuer, aber kein Alleskönner. Wer mehr Zuglast braucht, kann zur 3000 Euro teureren Allradversion greifen. Die darf 1,5 Tonnen ziehen und verschafft dem bZ4X im Zusammengehen mit der relativ hohen Bodenfreiheit (215 mm) etwas Waldwege-Tauglichkeit – kein Wunder, es gibt ihn auch als Subaru. Die Allradspezialisten waren an der Entwicklung beteiligt.

Bildergalerie

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Toyota bZ4X FWD 73 kWh: Test

Fazit

von

AUTO BILD
Mit dem Facelift hat Toyota zwei zentrale Kritikpunkte des bZ4X abgearbeitet: Reichweite und Ladetempo sind nun konkurrenzfähig. Geblieben sind das straffe, aber nicht unkomfortable Fahrwerk – und hohe Preise. AUTO BILD-Testnote: 2,0