Der Toyota GR Yaris ist als pausbäckiger Mini ein wahrer Zauberwürfel mit Suchtfaktor für jeden Fan sportlicher Kleinwagen. Jetzt hat sich Toyota den großen Bruder Corolla vorgenommen und ihm zumindest in Amerika einen ordentlichen Vitaminboost verpasst. Wir stellen vor: den Toyota GR Corolla Circuit Edition.
Die Japaner haben ihr kompaktes Weltmodell mit enormen Kotflügelverbreiterungen, martialischer Front mit gewaltigen Lufteinlässen, allerlei Spoilerwerk, Carbondach und einer Heckschürze mit drei Endrohren schon optisch gewaltig auf Angriff getrimmt. So einer muss es doch auch faustdick unter Haube haben. Hat er!
Toyota GR Corolla
Nicht nur optisch ein Knaller: Passend zum Sportornat steckt im GR Corolla ein Turbo-Dreizylinder mit 300 PS und 370 Nm.

300 PS befeuern den GR Corolla

Im Bug tobt ein 1,6 Liter großer Turbo-Dreizylinder, der satte 300 PS und 370 Nm Drehmoment über ein Sechsgang-Schaltgetriebe in den variablen Allradantrieb mit Torsen-Differenzialen an beiden Achsen schickt. Im normalen Fahrbetrieb gelangen 60 Prozent der Antriebskraft nach vorne, wer es hecklastig mag, schickt über einen Drehregler auf der Mittelkonsole maximal 70 Prozent Power nach hinten.

Im Corolla-Fahrwerk steckt viel Spaß

In 6,1 Sekunden sprintet der knapp 1,5 Tonnen schwere GR Corolla Circuit Edition aus dem Stand auf Tempo 100 und fährt bei 230 km/h in den elektronischen Begrenzer. Das macht gar nichts bei einem, dessen Metier die Kurvenfahrt ist: Toyota hat die Spur verbreitert und klebrige 235er-Michelin Pilot Sport 4 aufgezogen, die sich kraftschlüssig mit der Fahrbahnoberfläche verzahnen.
Toyota GR Corolla
Geht gut ums Eck: Eine breitere Spur, klebrige Sportreifen und eine rückmeldungsstarke Lenkung sorgen für viel Kurvenspaß.

Überhaupt ist Toyota die Fahrwerksabstimmung ganz prächtig gelungen. Die Rückmeldung der angenehm schwergängigen Lenkung ist exzellent, und je nach Kraftverteilung stören selbst beim heißen Kurvenritt nicht einmal die Antriebskräfte. Auf der Landstraße macht der kernige Japaner so richtig Laune.

Der Klang gefällt nicht jedem

Apropos kernig: Während es aus dem dreiflutigen Auspuff des GR Corolla bollernd tönt, sieht das bei dem Motor ganz anders aus. Das 1,6 Liter große Turboaggregat kann nicht verleugnen, dass es nur aus drei Brennkammern seine üppige Leistung holt.
Toyota GR Corolla
Dreiflutige Fanfare: Während der Sportauspuff ganz angenehm bollert, macht der Dreizylinder-Sound von vorne nicht wirklich an.

Der leicht rasselnde Schnatterdreiklang ist und bleibt Geschmacksache. Und wo wir gerade beim Motor sind: Bereits der Normverbrauch von 9,8 Litern Super auf 100 Kilometer ist üppig. Wer es fliegen lässt, zahlt ordentlich Vergnügungszuschlag.
Damit der Pilot alles fest im Griff hat, ist der Spaßmacher mit sehr gut konturierten Sportsitzen und einer Sportpedalerie ausgestattet. Das Lederlenkrad würde sich mit einem Alcantara-Bezug noch griffiger anfühlen, wenn es heißer zur Sache geht, doch auch die Lederbespannung kann gefallen. Etwas überfrachtet zeigt sich die digitale Instrumenteneinheit, an deren Informationsflut man sich jedoch schnell gewöhnt.
Toyota GR Corolla
Der Arbeitsplatz des Sportlers: Zehn Airbags sorgen für Sicherheit, an das etwas unübersichtliche Digital-Cockpit gewöhnt man sich schnell.

Das gilt auch für den acht Zoll großen Touchscreen in der Mitte der Armaturentafel, über den sich Navigation, Soundsystem und Fahrzeugfunktionen ansteuern lassen. Imposant für ein derart sportliches Kompaktmodell: Neben verschiedenen Sicherheitssystemen sind allein zehn Airbags an Bord.

In Deutschland nicht auf dem Markt

Das Ganze gibt es in den USA ab 42.900 US-Dollar, ein Marktstart in Deutschland ist nicht geplant. Aber wer weiß, der GR Yaris hat es ja schließlich auch geschafft.

Von

Stefan Grundhoff