Nicht schon wieder Reichweitenangst! Bei der Abholung von unserem neuen Dauertest Toyota Mirai gibt es gleich den Härtetest. Ich muss in einem Rutsch die 440 Kilometer von Köln nach Hamburg schaffen. Fragen Sie nicht, warum, aber meine Wasserstoff-Tankkarte ist daheim geblieben. Doch direkt beim Start beruhigt der Bordrechner und zeigt mir zuversichtliche 500 Kilometer Reichweite an.

Übertrieben optimistisch scheint das System auch nicht zu rechnen. Etwa 100 Kilometer später, beim Kamener Kreuz, sind es immer noch über 400. Etwas mutiger ziehe ich von der rechten Spur nach links und lote aus, was geht. 180 km/h sind laut Tacho drin, dann regelt die Elektronik sanft ab, während der Bordrechner mit deutlich steigendem Verbrauch mahnt.
Beim Mitschwimmen im Bereich der Richtgeschwindigkeit genehmigt sich die Brennstoffzelle dagegen nur etwa ein Kilogramm Wasserstoff je 100 Kilometer. Die daraus gewonnene elektrische Energie versorgt den 182 PS starken E-Motor, der den Zweitonner über die Hinterräder stets angemessen anschiebt. Behäbig? Nein, die hohe Masse sorgt eher für ein sattes Fahrgefühl, das an alte Limousinen aus dem Hause Daimler erinnert.
Toyota Mirai

Der geräuscharme Gleiter verwöhnt außerdem mit sehr angenehmen Sitzen und einem auf Komfort getrimmten Fahrwerk. In Summe wirkt das alles wie eine kleine, von der Umwelt entkoppelte Blase. Das Wasserstofftanken wird später in Hamburg absolut problemlos in nur fünf Minuten absolviert – die drei Tanks hatten zu diesem Zeitpunkt sogar noch Wasserstoff für über 100 Kilometer übrig. Wer redet da noch von Reichweitenangst!

Der Toyota Mirai im AUTO BILD-Dauertest

Dauertest-Start: 9. August 2022
Preis des Testwagens mit Extras: 67.890 Euro
Bisher gefahren: 1872 km
Testverbrauch: 1,08 kg H2/100 km
Top: Toller Federungskomfort, sehr geräuscharm, alltagstaugliche Reichweite und genug Leistung.
Nicht so gut: Die Raumausbeute könnte besser sein. Wenig Platz im Fond trotz knapp 4,90 Meter Außenlänge.