Toyota Yaris Hybrid Facelift im Test
Kann der Yaris mit Mini-Facelift überzeugen?

– Der Toyota Yaris Hybrid ist ein Kleinwagen ohne Schnickschnack. Was bringt das jüngste Update? Der Test!
Bild: Olaf Itrich/AUTO BILD
Andere Autos wachsen, werden mit jeder neuen Generation länger und schwerer. Dem Toyota Yaris kann man das nicht vorwerfen. Die aktuelle, seit 2020 gebaute Generation blieb im Vergleich zum Vorgänger gleich lang, speckte sogar um ungefähr 90 Kilogramm ab. Ein klassischer Kleinwagen also.
Aber Traditionsbewusstsein hin oder her – natürlich blieb in den vergangenen Jahren die Welt trotzdem nicht stehen. Um mitzuhalten, haben die Japaner den Yaris nun also sanft geupdatet.

Mit 3,94 Meter Länge bleibt der Yaris ein echter Kleinwagen – und 13 Zentimeter kürzer als ein VW Polo.
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Im Alltag: Der Yaris protzt mit Genügsamkeit
Nicht aber, dass man ihm das ansehen würde. Bis auf neue Farben und Felgen blieb die Optik gleich, natürlich auch das Platzangebot unverändert. In der vorderen Reihe geht es gemessen an der Fahrzeuggröße durchaus luftig zu, hinten wird es schnell eng, und Passagiere sitzen leicht erhöht, weil unter der Rückbank der 800 Wattstunden fassende Akku des Hybridsystems platziert wurde. Auch die Größe des Kofferraums fällt mit 286 bis 768 Litern eher klein aus.

Robust zusammengesetztes Cockpit mit eher einfachen Materialien. Die Ergonomie stimmt.
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Sichtbar modernisiert hat Toyota das Infotainment, das nun in den höheren Ausstattungslinien über einen stattlichen, 10,5 Zoll großen Touchscreen in der Mitte verfügt. Dessen Grafiken fallen ordentlich aus, CarPlay und Android Auto funktionieren beide kabellos. Dazu kann die Toyota-Dame Temperaturänderungen nun auch per indirektem Sprachbefehl (z. B. "Mir ist kalt") durchführen.

Die vielen kleinen Lenkradtasten fordern Aufmerksamkeit.
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Die Assistenzsysteme allerdings lassen sich noch immer ausschließlich über das Kombiinstrument einstellen. Kurios: Trotz ebenfalls gesteigerter Bildschirmfläche (bis zu 12,3 Zoll sind möglich) verstecken sich die Assistenten noch immer hinter kryptischen Abkürzungen wie EDSS ("Emergency Driving Stop System") oder PDA ("Proactive Driving Assist").
In Fahrt: nicht sportlich, aber sparsam
Dabei ist Letzterer eigentlich eine praktische Sache: Der Frontradar erkennt Kurven oder andere, langsamere Autos im Voraus und setzt die Rekuperation vorausschauend ein. Besonders praktisch ist das in der Stadt, dem primären Revier das Yaris.
Fahrzeugdaten
Modell | Toyota Yaris Hybrid |
|---|---|
Motor Bauart/Zylinder | Reihendreizylinder + E-Motor |
Hubraum | 1490 cm³ |
Systemleistung | 96 kW (130 PS) |
max. Drehmoment | 120 Nm (Verbrenner); 185 Nm (E-Motor) |
Antrieb | Frontantrieb, CVT-Getriebe |
0-100 km/h | 9,2 s |
Vmax | 175 km/h |
Testverbrauch | 5,1 l/100 km (Super) |
Test-CO2 | 121 g/km |
Tankvolumen | 36 l |
Länge/Breite/Höhe | 3940/1745-2020*/1500 mm |
Radstand | 2560 mm |
Sitzhöhe | 575 mm |
Kofferraumvolumen | 286–786 l |
Leergewicht | 1175 kg |
Zuladung | 440 kg |
Anhängelast gebr./ung. | 450/450 kg |
Garantie | 15 Jahre |
Preis | ab 31.900 Euro |
Alternativ zum Vollhybridantrieb mit 116 PS bietet Toyota nun auch eine stärkere Ausbaustufe an. Deren E-Antriebseinheit ist eine Generation neuer, der Elektromotor leistet 84 statt 80 PS, der Verbrenner weiterhin 92. Insgesamt ergeben sich so 130 PS Systemleistung, und Toyota spricht davon, dass sich das Gesamtdrehmoment um bis zu 30 Prozent verbessert haben soll.

286 Liter fasst das Gepäckabteil. Wer die Bank komplett umklappt, hat exakt 500 Liter mehr zur Verfügung.
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Eine genaue Zahl geben die Japaner allerdings nicht an – und subjektiv fällt der Unterschied minimal aus. Weiterhin fährt man mit dem typischen CVT-Gummibandeffekt – Gas geben, kurz warten, linearer Geschwindigkeitsaufbau – durch die Gegend, was keineswegs sportlich anmutet, aber für Sparsamkeit zu sorgen scheint. 5,1 Liter Testverbrauch jedenfalls können sich sehen lassen.

Mit 1,98 Meter geht es eng zu im Yaris-Fond – vor allem, wenn der Vordersitz auf die gleiche Größe eingestellt ist. Gemessen an der geringen Außenlänge von 3,94 Meter fällt das Platzangebot aber okay aus.
Bild: Olaf Itrich/AUTO BILD
Die 9,2 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und bis zu 175 km/h sind im Alltag eher unwichtig, weil man sich instinktiv bemüht, den Hybrid nicht zu stark zu fordern. Dann bleibt er im Vergleich leise, und innerorts legt man tatsächlich einen Großteil der Strecke – mit gelegentlichen Unterbrechungen – rein elektrisch zurück (der Akku misst nur 800 Wattstunden). Lenkung und Fahrwerk versprühen durchaus Agilität, auf 17 Zoll federt der Yaris allerdings recht trocken.
Leistungsplus der großen Version kommt einen teuer zu stehen
Erst die gute Nachricht: Vor der Wahl, sich für einen Antrieb zu entscheiden, steht man im Grunde genommen gar nicht. Die Linien Comfort, Business und Team Deutschland kommen immer mit 116 PS, alles darüber mit 130.
Weil der 130-PS-Yaris bei ziemlich verblüffenden 31.900 Euro startet, kann man im Grunde genommen nur zu 116 PS raten. Die getestete Premiere-Edition kostet einigermaßen absurde 34.900 Euro. Unser Tipp: Der Team Deutschland kostet ab 26.700 Euro, im Comfort-Paket (1150 Euro) stecken unter anderem Sitz- und Lenkradheizung. So bleibt's erträglich.
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