Tracktest Reynard 903-VW
Ich fuhr Schumis Meisterstück

1990 löste Rekordweltmeister Michael Schumacher mit seinem überlegenen Titelgewinn in der deutschen Formel-3-Meisterschaft sein Ticket in die Formel 1. Wir sind den Reynard-VW von damals gefahren.
Bild: Lena Barthelmeß
Schumis Knie müssen schmal gewesen sein. Zwischen meinen ist jedenfalls kein Zentimeter Luft mehr. So eng ist der Beintunnel. Hier, in Schumachers ehemaligem Formel-3-Auto. Ja, ich sitze drin, darf ihn wirklich fahren: In diesem rot-weißen, 180 PS starken Reynard-VW, Typ 903 mit der Chassisnummer 007 gewann Michael Schumacher 1990 überlegen die deutsche Formel-3-Meisterschaft. Damals noch mit großen Aufklebern eines Tabaksponsors. Und von AUTO BILD. Unser Mutterblatt erkannte das Talent des damals 21-Jährigen früh – und unterstützte ihn bei seinem Weg in die Königsklasse Formel 1.
Schumis Meister-Flitzer ist zurück auf der Rennstrecke

Bild: Lena Barthelmeß
Mehr Gas. Die weiße Nadel des Drehzahlmessers fegt nach unten, zeigt über 3000 Touren. Gefühlvoll die Kupplung kommen lassen und … Mist! Ein Bocken – und nach hinten geht es. Der erste und der Rückwärtsgang liegen sehr eng aneinander. Dieser Rennwagen fordert von seinem Fahrer: selbst schalten und kuppeln. Wie in einem Pkw. Keine Halbautomatik mit Schaltwippe hinterm Steuer. Sondern Gang für Gang hangle ich den kleinen schwarzen Hebel zwischen rechtem Bein und Cockpitwand durch die Gassen.
Die starken Vibrationen lassen den ganzen Körper zittern

Bild: xpb.cc
Nicht einfach, mit Schumis Meisterauto am Limit zu fahren. Aber er hatte es voll im Griff. "Michael ist damals an die Box gekommen und hat uns genau gesagt, was er beim Setup ändern würde", erinnert sich Klaus Trella. Er leitete damals mit Schumachers Manager Willi Weber das Einsatzteam W.T.S. (Weber-Trella-Stuttgart). "Das habe ich danach so ausgeprägt bei keinem anderen Fahrer mehr erlebt." Das Geheimnis, warum dieses Auto so schnell war.
Service-Links