Hochdachkombis haben sich etabliert und sind in der Mitte der (Camping-)Gesellschaft angekommen. Mini-Camper sind fester Bestandteil vieler Ausbaufirmen und Messen. Und auch im Kölner Großstadtdschungel hat sich ein 14-köpfiges Rudel aus Campingenthusiasten auf Safari begeben, um pfiffige Module für Caddy & Co an Mann und Frau zu bringen: die Travel Tiger.
Herausgekommen sind ein leichtes und robustes Bettgestell und eine Küchenzeile, die jeweils auch frei stehend genutzt werden können. Zwei Fliegen mit einer Klappe sozusagen!
Travel Tiger
Das Komplettpaket der Travel Tiger: Bettgestell im Hochdachkombi und Outdoorküche.
Bild: Travel Tiger
Begonnen haben die Kölner aber zunächst mit einem digitalen Angebot. "Eigentlich haben wir mit der App Camparound für das Suchen und Buchen von Plätzen angefangen", erzählt Marketingchefin Maike Wessel. Zusammen mit Gerätehersteller Truma, zu dem die Tiger inzwischen gehören, wurden nun die Campingmodule entwickelt.
Die Küche bietet einen Zweiflammen-Gasherd, Spülbecken und fließendes Wasser. Dieses wird mittels Fußpumpe durch den Wasserhahn befördert. Platz für eine Arbeitsfläche ist auch noch, und so können sämtliche Küchenarbeiten bequem im Stehen erledigt werden. Die Anordnung der einzelnen Küchenbereiche kann außerdem individuell angepasst werden. Das Gestell besteht aus Aluminium und Stahl, Arbeitsfläche und Spüle sind aus Kunststoff. Die Flächen sind nach dem Kochen also schnell gereinigt.
Travel Tiger
Sehr smart: Die Küchenzeile passt in das Bettgestell.
Bild: Travel Tiger
Besonders clever: Im eingeklappten Zustand lässt sich die Küche in das Bettsystem integrieren und verschwindet elegant in der Konstruktion. So lassen sich beide Module gemeinsam transportieren. Im Fahrzeug nehmen die Teile dadurch wenig Platz in Anspruch. Denn bei Mini-Campern dreht sich alles darum, das geringe Platzangebot maximal auszuschöpfen.

Komfortable Bettmaße mit 1,96 Meter Länge

Verzichten muss man dabei aber auf nichts. So misst die Liegefläche des Bettgestells 1,12 Meter in der Breite und 1,96 Meter in der Länge. Für gemütliche Nächte sorgt eine 8 cm dicke Kaltschaummatratze samt daran befestigtem Buchenholz-Lattenrost. Sie besteht aus insgesamt fünf Einzelteilen, die sich im Kofferraum stapeln lassen. Damit nichts verrutscht, sind die Matratzenbezüge mit Klettverschluss verbunden. Ausgelegt ist das Bett für bis zu 250 Kilogramm.
Travel Tiger
Unter dem Bett ist noch reichlich Platz für allerhand Reiseequipment.
Bild: Travel Tiger
Der Clou: Das Gestell wiegt ohne Matratze gerade einmal 15 Kilogramm. "Dadurch eignet sich unser Produkt auch gut für alleinreisende Frauen, weil das Auf- und Abbauen allein möglich ist", betont Maike Wessel. Damit habe man eine Nische getroffen, wie das Feedback zeige.
Ein weiterer Vorteil der Konstruktion ist die Serienfertigung. "Wenn man unser Bett bestellt, ist es drei Tage später da. Beim Schreiner dauert das sechs bis acht Wochen", sagt Verkaufsleiter Max vom Felde. Ist es zu Hause angekommen, kann es schnell und einfach in das Fahrzeuge gesetzt werden – ohne Bohren, ohne Umbauten.

In welche Modelle passt das Bett?

Möglich ist dies durch ein vorgefertigtes Stecksystem. So wird das Gestell einfach um die Rücksitzbank positioniert, und die Standfüße werden ausgezogen. Diese rasten ein und werden durch Flügelmuttern und Schlossschrauben von Hand festgedreht. Dann kommt die Matratze drauf.
Travel Tiger
Von links: Produktentwickler Lorenzo Nucaro, Max vom Felde aus dem Vertrieb, Simone Wiesel aus der Geschäftsführung und Marketingleiterin Maike Wessel.
Bild: Travel Tiger
Kleiner Haken: Das Bett passt leider nicht ausnahmslos in alle Hochdachkombis. So gibt es zum Beispiel eine Variante des Citroën Berlingo, bei der es schwierig wird. Geprüft passt das System aber sicher in gängige Modelle wie VW Caddy, Ford Tourneo Connect und viele weitere.
"Allen anderen empfehlen wir, einfach vorbeizukommen, dann schauen wir gemeinsam, was wir möglich machen können", betont Max vom Felde. Diese Flexibilität zeichnet das kölsche Tiger-Kollektiv aus. Ein erfrischender Spirit, der ansteckt und gleich Lust darauf macht, das Wohnmobil gegen einen Mini-Camper einzutauschen.