Führerscheinprüfungen: TÜV schlägt Alarm
Die Durchfallquoten bleiben konstant hoch

– Die Durchfallquote bei der theoretischen Führerscheinprüfung blieb auch im Jahr 2024 konstant hoch. Die Hintergründe!
Bild: dpa
Die Durchfall-Quote bei der Theorieprüfung für den Auto-Führerschein bleibt auf einem konstanten Niveau. Leider konstant auf einem weiterhin ziemlich hohen Niveau.
Wie die dpa unter Bezug auf Daten des Tüv-Verbandes berichtet, waren es im vergangenen Jahr 45 Prozent, die an der Prüfung scheitern. 2023 waren es 46 Prozent. Vor zehn Jahren sah das noch anders aus, denn 2015 lag die Quote bei "nur" 35 Prozent.
Neue Rekordzahlen
Hinzu kommen neue Rekordzahlen: So wurden bundesweit 1,59 Millionen Theorieprüfungen in den Klassen B und B17 (Führerschein mit 17) absolviert, so viele wie nie, wie der Tüv-Verband erklärt.
Einen neuen Spitzenwert erreichten auch die Theorieprüfungen über alle Führerschein-Klassen hinweg: 2024 wurden erstmals mehr als zwei Millionen durchgeführt, was ein leichtes Plus von 1,7 Prozent ist. 41 Prozent fielen hier durch. Ein Jahr zuvor waren es 42 Prozent.
Mehrfaches Scheitern keine Seltenheit
"Die aktuelle Statistik zeigt, dass auch mehrfaches Scheitern keine Seltenheit ist", teilte der Tüv-Verband mit. Konkret waren zwei von fünf Theorieprüfungen fürs Auto ein Wiederholungsversuch. "Jeder gescheiterte Versuch steigert die mentale Belastung der Betroffenen und führt zu weiteren Kosten", betonte Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug und Mobilität.
Das Problem: In der Hinsicht gibt es in Deutschland keine pauschalen Preise, da die Fahrschulen diese für Fahrstunden oder Unterricht selbst festlegen können. Daher herrscht in dem Bereich bereits grundsätzlich eine große und auch teure Bandbreite.
Teures Vergnügen
Denn wer einen Führerschein möchte, muss sowieso tief in die Tasche greifen. Laut dem ADAC werden zwischen 2.500 und 4.400 Euro fällig. Klar ist damit: Für Durchfaller wird es nochmal deutlich teurer.
Eine gute Nachricht gibt es aber auch: Je öfter die Prüfungen wiederholt wurden, desto höher war die Erfolgsquote. 91 Prozent der Bewerber haben nach dem dritten Versuch die Theorieprüfung bestanden, nach dem vierten sind es 96 Prozent.
Geht es in die praktische Prüfung, bestehen übrigens deutlich mehr Bewerber. In der Klasse B scheiterten wie in den Vorjahren 37 Prozent der Fahrschüler. Über alle Klassen hinweg lag die Quote bei knapp 1,8 Millionen Fahrprüfungen bei 41 Prozent. 2023 waren es 42 Prozent.
Was hilft?
Was kann man gegen die hohen Zahlen unternehmen? Um die Durchfaller-Quoten zu reduzieren, fordert der Tüv-Verband unter anderem elektronische Lernstandskontrollen in den Fahrschulen. So könne man sicherstellen, dass Fahrschüler erst dann eine Prüfung antreten, "wenn sie nachweislich ausreichend vorbereitet sind", sagte Goebel.
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