TÜV-Report: BMW X5 gegen VW Touareg und Mercedes GLE
Eines dieser Oberklasse-SUV wird schnell altersschwach
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BMW X5, Mercedes GLE, VW Touareg – drei Oberklasse-SUV im TÜV-Vergleich. Während zwei Modelle stabil durchs Alter kommen, zeigt eines ab der zweiten HU ernsthafte Schwächen. Die TÜV-Daten entlarven den Verlierer.
Bild: Tom Salt
Die Oberklasse-SUV BMW X5, VW Touareg und Mercedes GLE bieten viel Prestige und Technik. Doch wie schlagen sich die Giganten beim TÜV? Die aktuellen Versionen von X5 (G5), Touareg (CR) und GLE (W 167) tauchen jeweils zweimal in der TÜV-Statistik auf: bei den Zwei- bis Dreijährigen und den Vier- bis Fünfjährigen. AUTO BILD hat die Ergebnisse der drei Modelle verglichen.
Nur kleine Unterschiede bei den geringen Mängeln
Die Statistik der geringen Mängel bietet noch ein relativ ausgeglichenes Bild. Nach drei Jahren zeigt sich jedoch der BMW X5 mit einem Anteil von 4,5 Prozent als Schlusslicht. Das bedeutet: Fast jeder zwanzigste X5 hat kleinere Mängel wie etwa eine defekte Kennzeichenleuchte oder leichtes Ölfeuchten – nichts Dramatisches, aber eben etwas auffälliger im Vergleich zu den beiden Konkurrenten. Denn sowohl der Mercedes GLE (3,2 Prozent) als auch der VW Touareg (2,7 Prozent) schneiden besser ab.
Bei den geringen Mängeln sind alle drei Modelle vor allem zum zweiten Prüftermin relativ dicht beieinander. Zur ersten HU weist der X5 erhöhte Werte auf.
Bild: Mit Hilfe von KI erstellt
Interessant wird es bei den fünf Jahre alten Fahrzeugen: Während sich der X5 hier auf 3,8 Prozent verbessert, steigen die Werte bei Mercedes leicht auf 3,9 Prozent. Damit tauschen BMW und Mercedes die Plätze – befinden sich allerdings auf ähnlichem Niveau. Der Touareg bleibt mit 3,2 Prozent der zuverlässigste im Feld.
Erhebliche Mängel entlarven den Verlierer
Der VW Touareg liegt zum ersten HU-Termin bei den erheblichen Mängeln mit nur 4,6 Prozent vorn. Auch der Mercedes GLE (5,4 Prozent) schlägt sich sehr ordentlich. Schlusslicht ist der BMW X5: Mit 6,5 Prozent liegt er nicht nur hinter den beiden Konkurrenten, sondern auch knapp über dem Klassendurchschnitt (6,4 Prozent). Alle drei SUV absolvieren die erste HU mit relativ ähnlicher Laufleistung: Der Touareg kommt im Schnitt auf 57.000 Kilometer, der GLE auf 59.000 km, der X5 auf 64.000 km.
Bei den erheblichen Mängeln leistet sich der BMW X5 zum zweiten Prüftermin einen klaren Ausreißer.
Bild: Mit Hilfe von KI erstellt
Dann wird es deutlich: Zum zweiten TÜV-Termin steigen die Mängel beim Mercedes GLE kaum an – von 5,4 auf lediglich 5,7 Prozent. Ein beachtlicher Wert! Der VW Touareg zeigt sich da schon anfälliger: Die Quote erheblicher Mängel klettert auf 7,2 Prozent – ein Plus von 2,6 Prozentpunkten. Deutlich dramatischer fällt der Anstieg beim BMW X5 aus: Die Mängelquote schnellt um fast acht Prozentpunkte auf 14,4 Prozent hoch! Damit liegt der X5 nicht nur klar über seinen beiden Konkurrenten, sondern übertrifft auch den Klassendurchschnitt von 9,1 Prozent deutlich.
In dieser Altersgruppe haben Touareg mit durchschnittlich 84.000 Kilometern minimal mehr Laufleistung als der X5 (83.000 km). Mercedes-Fahrer hingegen schonen ihren GLE offenbar – er kommt auf vergleichsweise geringe 72.000 Kilometer.
Touareg und GLE oft mängelfrei
Die beiden SUV von VW und Mercedes schaffen den ersten TÜV-Termin in über 90 Prozent der Fälle ohne Mängel. Lediglich der BMW X5 liegt mit 89 Prozent darunter – und damit auch unter dem Gesamtdurchschnitt von 90,1 Prozent. Beim zweiten Termin sinkt die Quote der mängelfreien X5 auf 81,8 Prozent. Damit bleibt er noch deutlicher unter dem Durchschnitt aller Fahrzeuge (85,9 Prozent). Der Mercedes GLE hält sich hingegen weiterhin über der 90-Prozent-Marke, und der VW Touareg schneidet bei der zweiten Hauptuntersuchung noch besser ab als der X5 bei seiner ersten.
Die vier- und fünfjährigen BMW X5 bestehen deutlich seltener die Hauptuntersuchung. Die Quote von lediglich 81,8 Prozent ist enttäuschend.
Bild: Mit Hilfe von KI erstellt
Daran scheitert der BMW X5 beim TÜV
Bereits beim ersten Prüftermin nach drei Jahren zeigt der BMW X5 Schwächen. Immer wieder fällt das Modell durch Ölverlust, Probleme bei der Abgasuntersuchung oder ausgeschlagene Fahrwerksgelenke auf. Besonders auffällig: Die Fehlerquoten im Bereich Fahrwerk liegen sowohl bei den jungen als auch bei den fünf Jahre alten Fahrzeugen rund drei Mal so hoch wie im Durchschnitt aller geprüften Modelle.
Ölverlust ist ab dem ersten Prüftermin ein Thema beim X5. Die Werte liegen hier über dem Durchschnitt. Dazu leidet das Fahrwerk unter dem hohen Gewicht des großen SUV.
Bild: Tom Salt
Auch der Mercedes GLE hat seine Schwachstellen, doch die Mängel-Werte bei der Lenkung und das Thema Ölverlust sind nicht so gravierend wie beim BMW X5. Erfreulich: Wie seine beiden Konkurrenten zeigt auch der Mercedes GLE so gut wie keine Schwächen bei den Bremsen. Offenbar sind die Bremsanlagen bei allen drei SUV gut auf das hohe Fahrzeuggewicht abgestimmt.
Auch beim GLE kann es bereits in jungen Jahren aus dem Antrieb tropfen. Die roten Felder bei der Lenkung verursachen überdurchschnittlich oft verschlissene Lenkgelenke.
Bild: Tom Salt
Beim VW Touareg werden die Prüfer an den gleichen Stellen fündig wie beim X5: Achsaufhängung, Ölverlust und Probleme bei der Abgasuntersuchung gehören auch zu seinen Schwächen. Einen deutlichen Ausreißer zeigt er allerdings beim Fahrwerk: Hier liegt die Mängelquote beim zweiten TÜV-Termin fast fünf Mal so hoch wie der Durchschnittswert.
Auch beim VW Touareg tropft es früh aus dem Antrieb. Und wie beim BMW X5 finden die Prüfer Mängel am Fahrwerk – beides allerdings auf niedrigerem Niveau.
Bild: Tom Salt
Mehr Infos – zu den detaillierten Testberichten der Modelle:
Alle drei Premium-SUV starten auf gutem Niveau in die HU-Karriere. Doch nur VW Touareg und Mercedes GLE zeigen sich auch beim zweiten TÜV-Termin als starke Performer. Der Mercedes GLE gewinnt diesen Vergleich knapp, denn er baut im Alter weniger ab als der ebenfalls solide VW Touareg. Der BMW X5 zeigt deutliche Schwächen beim Älterwerden: Die Quote der erheblichen Mängel steigt zur zweiten Hauptuntersuchung deutlich an. Die Ursachen: In Sachen Ölverlust am Antrieb, bei der Abgasuntersuchung und beim Fahrwerk finden die Prüfer zu oft Fehler.