Tuning: Renault Mégane RS Trophy/Elia Mégane
Enges Rennen der frechen Franzosen

Tuner gegen Werkstuning: Elia Mégane Tour de Corse fordert den Renault Mégane RS Trophy heraus.
- Manuel Iglisch
Er ist das Enfant terrible der Kompaktklasse, der vielleicht untypischste Renault der Neuzeit, ein knallharter Hot Hatch mit Bestzeit-Abo, frontgetriebener König der Nordschleife und genau deshalb ein reichlich undankbarer, weil anspruchsvoller Tuningpatient. Denn dem schnellsten aller Renault schraubt man die Zehntel nicht einfach so im Vorbeigehen aus dem Chassis. Das durften schon seine Erbauer selbst kürzlich wieder erfahren, als sie ihren Nordschleifen-Rekord, der kurzzeitig in Spanien verweilte, zurück ins eigene Land holten. Denn im Gegensatz zu Seat, die ihren Leon Cupra lediglich mit Sportreifen und großer Bremse auf Bestzeit polten, musste Renault kurzerhand zur Kernsanierung schreiten. Dämmstoff und Rückbank flogen raus; die schwere Standard batterie ging ebenfalls den Weg alles Irdischen. Polycarbonatschalen von Recaro, Titananlage von Akrapovic; einstellbare Renndämpfer von Öhlins, Schmiederäder von Speedline, eigens abgeschmeckte Cup-II-Sohlen von Michelin. Erst dann stand er wieder dort, wo er sich am liebsten sieht: ganz vorn unter den Serien-Fronttrieblern. Kehrseite der Medaille: Wer einen Trophy R samt zugehörigem "Record Pack" ordert, bekommt eine knallige Performance-Büchse, die einem Porsche querdynamisch zwar ordentlich in den Auspuff kriecht, sonst aber herzlich wenig beherrscht. Oder könnten Sie sich vorstellen, den Wocheneinkauf zwischen Stahlstrebe und Renngurten hindurchzufädeln? Davon abgesehen ist seine Existenz auf lediglich 250 Exemplare limitiert.

Auf eine simple Formel heruntergebrochen kann man sagen: Renault macht’s mit Handling.
Bild: Lena Barthelmeß

Der Tuner kontert mit deutlich mehr Fahrstabilität – und der haltbareren Bremse.
Bild: Lena Barthelmeß
Fazit
Elia holt aus einer anspruchsvollen Basis deutlich mehr Performance heraus, bleibt preislich in fairen Regionen und hätte den Sieg somit mehr als verdient, wenn das Set-up nicht eine Spur zu brav geraten wäre. So siegt am Ende der Trophy, der genauso schnell und dabei einen Hauch mitreißender performt.
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