Umfrage: Sicherheit in der Formel 1
Achtung, Lebensgefahr!

Schon im ersten GP entging die F1 knapp einer Katastrophe. Die Statistik beweist: Unfälle häufen sich wieder. Was sagen die Experten?
- P. Hesseler
Alexander Wurz tauchte mitsamt Familie tief in Thailand ab. Urlaub, aktive Erholung, seine Hobbys, Klettern und Kite-Surfen. Das brachte ihn auf andere Gedanken. Der 33-jährige Williams-Toyota-Pilot ist ein Tempo-Freak und mit halsbrecherischen Abenteuern von Kindesbeinen an vertraut. Schon mit 12 Jahren war er BMX-Weltmeister. Aber nun war er froh, einen weiteren haarigen Höhepunkt seiner ereignisreichen Karriere (drei schwere Unfälle in 1998 und 2005) heil überstanden zu haben. "Es war knapp", sagt er ernst, "hätte ich die Hand nicht blitzschnell vom Lenkrad gezogen, wäre sie jetzt vielleicht nicht mehr da. Ich habe Davids Auto schon gespürt. Es wiegt 600 Kilogramm. Dazu die Geschwindigkeit – ich will gar nicht nachdenken, was da hätte passieren können. Da hat von oben jemand auf mich heruntergeschaut."
Was war passiert? Neun Runden vor Schluss des Grand Prix von Australien versucht David Coulthard seinen Red Bull-Renault am Williams-Toyota von Alexander Wurz vorbeizupressen. Es geht um den zwölften Rang. Punkte sind außer Reichweite. Coulthard setzt aussichtslos zum Überholen an, verbremst sich und knallt mit rund 130 km/h in den Vordermann. "DC" hebt ab, streift mit Rädern und Unterboden übers Wurz-Cockpit hinweg und landet im Kiesbett. Wurz schaltet in den Leerlauf, legt den ersten Gang ein, fährt an und rollt aus. Coulthard sagt lapidar: "Es war mein Fehler. Ich habe mich verschätzt." Er entschuldigt sich sofort. Für Wurz ist der Fall erledigt. Abgehakt ist er noch nicht. Denn das Überholen, das Attraktivste in der Formel 1 wie überall im Motorsport, wird immer schwieriger.
Was war passiert? Neun Runden vor Schluss des Grand Prix von Australien versucht David Coulthard seinen Red Bull-Renault am Williams-Toyota von Alexander Wurz vorbeizupressen. Es geht um den zwölften Rang. Punkte sind außer Reichweite. Coulthard setzt aussichtslos zum Überholen an, verbremst sich und knallt mit rund 130 km/h in den Vordermann. "DC" hebt ab, streift mit Rädern und Unterboden übers Wurz-Cockpit hinweg und landet im Kiesbett. Wurz schaltet in den Leerlauf, legt den ersten Gang ein, fährt an und rollt aus. Coulthard sagt lapidar: "Es war mein Fehler. Ich habe mich verschätzt." Er entschuldigt sich sofort. Für Wurz ist der Fall erledigt. Abgehakt ist er noch nicht. Denn das Überholen, das Attraktivste in der Formel 1 wie überall im Motorsport, wird immer schwieriger.
Die Kollisionsgefahr nimmt zu

Einheitsbrei macht die Formel 1 unsicherer

1994 starben Senna und Ratzenberger an einem GP-Wochenende
In Melbourne in Rennen und Qualifikation war es jeweils rund eine Sekunde. Der aktuelle Topspeed-Vergleich in km/h: 309 (2007) zu 304 (2006). Premiere-TV-Experte Hans-Joachim Stuck sagt es klipp und klar: "Das Tempo ist am Limit!" Solche Töne hörten wir schon mal: Anfang 1994. Damals starben in Imola gleich zwei F1-Piloten: Ayrton Senna und Roland Ratzenberger. Mehrere andere brachen sich 1994 Halswirbel. "Die Autos dürfen nicht schneller werden", fordert Stuck. Doch das ist Wunschdenken. Sie stehen erst am Anfang ihrer Entwicklung. Die Windkanäle von sieben Teams laufen rund um die Uhr. Und fabrizieren dabei bedenkliche Fortschritte. 2006 waren es Heckflügel, die Strömungsabrisse mit abrupt ansteigenden Topspeeds bewirkten. Nun sind es anscheinend bewegliche Unterböden, die einen vom Fahrer schwierig einzuschätzenden ähnlichen Effekt erzeugen.
Alles für die Top-Speed

Und schon vor einem Jahr wartete Ferrari mit Spiegeln auf, die außen auf den Seitenkästen angebracht waren. Die hat 2007 das halbe Feld übernommen. Nachteil: Die Spieglein vibrieren auf dünnen, stromlinienfömigen Stäbchen wie Tischtennisbälle auf einem Wasserstrahl. Diese Wackelteilchen liegen fast einen Meter weg von den Fahreraugen. Nico Rosberg gibt zu: "Die Sicht wird schlechter." David Coulthard als "Hooligan" gebrandmarkt, der seinen Wagen als Waffe benutze. Inzwischen fährt er selbst Red Bull. Und Christijan Albers (Spyker) wurde unlängst von Ex-Champion Jacques Villeneuve zum "linksten Fahrer" gekürt.
Die Schwachstelle sitzt auf den Schultern

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