Unfälle mit Traktoren und Landmaschinen
Volle Breitseite

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Landwirtschaftliche Fahrzeuge im XXL-Format verursachen in der Erntezeit stets schwere Unfälle. Und die Agrarmonster werden immer schneller, schwerer und breiter.
Im Herbst geht es wieder rund auf dem Land: Traktoren, Feldhäcksler und Rübenernter im XXL-Format sind rund um die Uhr im Einsatz. Hinter dem Steuer gestresste Fahrer, die zwölf Stunden und mehr auf dem Bock sitzen. Zeit ist Geld im Geschäft der 2000 Lohnunternehmer, die deutschlandweit von Acker zu Acker touren. "Zur Erntezeit", sagt Jörg Ahlgrimm, Leiter der Unfallanalyse der DEKRA, "ereignen sich regelmäßig schwerste Unfälle mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Pkw sowie Motorrädern".
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Die Traktoren und Landmaschinen werden immer breiter: bis zu 3,70 m – und mit Ausnahmegenehmigung auch noch mehr.
Acker-Giganten: Die größten Traktoren
Sogenannte Schwerlasttrupps der Polizei versuchen zu retten, was zu retten ist. Obwohl Kontrollen verschärft und Bußgelder seit 2009 fast verdoppelt wurden, fordert Kristian Käding vom Schwerlasttrupp der Polizei Ratzeburg (S-H) eine noch schärfere Gangart, um die Probleme der industrialisierten Landwirtschaft endlich von der Straße zu verbannen. Doch die Agrarlobby ist mächtig. Wie Pirko Renftel vom Bundesverband der Lohnunternehmer etwa. "Natürlich wissen wir, dass die Bevölkerung vor diesen gewaltigen Maschinen Angst hat", sagt Renftel, bittet aber um Nachsicht, dass die millionenschweren Maschinen effizient eingesetzt werden müssten. Was er nicht sagt: Es geht hier nicht um notleidende Landwirte, sondern um Unternehmer, die satte Gewinne einfahren. Doch auch Renftel räumt ein, dass in puncto Abmessungen der Maschinen das Ende der Fahnenstange bereits erreicht sei. Für das Gros der Unternehmer stehe die Sicherheit im Verkehr und die Rücksichtnahme gegenüber anderen an erster Stelle. Jetzt gelte es, die schwarzen Schafe zu bremsen.
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