US-Regierung feuert GM-Chef
Wagoner muss abtreten

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Auf Drängen der US-Regierung tritt General Motors-Chef Rick Wagoner von seinen Ämtern als Aufsichtsrats- und Vorstandsvorsitzender zurück. Sein Nachfolger wird Konzernvize Fritz Henderson.
Der Chef des von der Pleite bedrohten US-Autobauers General Motors (GM), Rick Wagoner, gibt auf Drängen des Weißen Hauses sein Amt ab. Wie GM inzwischen in einer Pressemitteilung bestätigte, tritt Wagoner (56) mit sofortiger Wirkung zurück, als Nachfolger kommt der bisherige Konzernvize und frühere Europa-Chef Fritz Henderson (50) zum Einsatz. Rick Wagoner macht mit seinem Rücktritt den Weg frei für die vom Opel-Mutterkonzern geforderten weiteren Milliardenhilfen der US-Regierung.

Von einem endgültigen Sanierungskonzept für GM hat die deutsche Bundesregierung auch Hilfen für die Tochter Opel abhängig gemacht. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besucht am Dienstag (31. März) den Autobauer in Rüsselsheim. Opel will sich von GM unabhängiger machen und sucht dafür Investoren. Merkel lehnt einen Staatseinstieg bisher ab, führende SPD-Politiker haben sich dafür ausgesprochen. Das Land Rheinland-Pfalz stellte bereits eine Beteiligung in Aussicht.
GM und Chrysler haben bisher insgesamt 17,4 Milliarden Dollar an Staatskrediten erhalten. Die Opel-Mutter will zusätzliche 16,6 Milliarden Dollar, Chrysler fünf Milliarden. Ohne neues Geld droht die rasche Pleite. Wie vorab verlautete, soll die Gnadenfrist für die Unternehmen verlängert werden, Gläubigern und der Gewerkschaft der Auto-Arbeiter nötige Zugeständnisse zur Erfüllung der Regierungsauflagen abzuringen. Eigentlich würde für beide Firmen an diesem Dienstag die vom Weißen Haus gesetzte Frist für die Vorlage von neuen Plänen zur Sanierung ablaufen. US-Medien gehen von zusätzlichen bis zu 30 Tagen Aufschub aus.
Eine Pleite von GM will die US-Regierung möglichst vermeiden, schließt aber bislang eine geordnete Insolvenz als letzten Weg auch nicht völlig aus. Das machte Obama auch am Sonntag in einem Interview des Senders CBS klar. "Wir wollen eine erfolgreiche Autoindustrie", erklärte Obama. Das sei auch möglich, aber dazu müssten die Unternehmen "schlank, hart und konkurrenzfähig" werden. Über einen Rücktritt Wagoners war immer wieder spekuliert worden. Der Konzernchef selbst hatte entsprechende Forderungen etwa von Aktionären aber immer wieder zurückgewiesen. Der 50-jährige Henderson galt bei vielen bereits als ausgemachter Nachfolger. Als Chief Operating Officer war er seit einem Jahr für das laufende Geschäft zuständig. Als früherer Chef der Europa-Tochter kennt er auch die Lage bei Opel bestens.
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