Vencer hat seinen Supersportwagen Sarthe zur Serienreife gebracht. Ab 2015 trifft der 622 PS starke Sarthe auf Konkurrenten wie den McLaren 650S und Lamborghini Huracán.
Das breite Heck wird von einem großen Diffusor und einem automatisch ausfahrbarem Spoiler dominiert.
Bild: Werk
Erste Computeranimationen des Vencer Sarthe kursierten bereits 2012. Ein Jahr später stellte die niederländische Firma Vencer auf der Luxus-Messe Top Marques Monaco einen ersten Prototyp vor. Seit dem haben die Entwickler nach eigenen Angaben rund 100 weitere Modifikationen an dem Supersportwagen vorgenommen. Und präsentieren nun das fertige Serienmodell, das ab sofort bestellt werden kann. Schon beeindruckend, dass Vencer-Gründer Robert Cobben den Sarthe in so kurzer Zeit in die Realität umgesetzt hat. Erst 2010 wurde das Unternehmen Vencer gegründet. Der Sarthe startet zum Preis von knapp 271.000 Euro.
Name und Design in Anlehnung an Le Mans
Über einen Drehmoment-Mangel soll sich niemand beschweren: Der 6,3 Liter große V8-Mittelmotor wird von einem Kompressor unter Druck gesetzt.
Der Name Sarthe ist an den "Circuit de la Sarthe" angelehnt, auch bekannt als "Circuit des 24 Heures", jene berühmte Rennstrecke, auf der die 24 Stunden von Le Mans ausgetragen werden. Das Design des Sarthe soll mit seiner flachen Schnauze und dem geschwungenen Profil an Le-Mans-Rennwagen der 1980er Jahre erinnern. Unter dem Karbonkleid werkelt ein tiefliegender und eigens entwickelter 6,3 Liter großer V8-Mittelmotor mit 622 PS und einem gewaltigen Drehmoment von 838 Newtonmetern. Trotz des üppigen Hubraums wird er zusätzlich von einem Kompressor beatmet. Aber nicht nur wegen der zusätzlichen Power, der mechanische Lader soll vor allem eine schnelle Gasannahme und eine wuchtige Drehmomentkurve fördern (satte 650 Nm liegen bereits bei 1500 U/min an). Die Gangwahl erfolgt über ein manuelles Schaltgetriebe, dass die Kraft über sechs Gänge an die Hinterachse weiterleitet.
Huracán und 650 S zählen zu den Konkurrenten
Edles, aber auch minimalistisches Cockpit. Hier soll sich der Fahrer nur aufs Fahren konzentrieren.
Dank der Karbon-Karosserie und dem Weglassen von Komfort- und Assistenzsystemen – abgesehen von einem ABS-System mit elektronischer Bremskraftverteilung ist der Fahrer auf sich alleine gestellt –, zeigt die Waage beim Sarthe lediglich 1390 Kilogramm an. Die verteilen sich zu 45 und 55 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse. Daraus resultieren eindrucksvolle Fahrleistungen. Den Sprint auf 100 km/h gibt Vencer mit 3,6 Sekunden an. Erst bei 338 km/h endet der Vortrieb. Um bei hohen Geschwindigkeiten ausreichend Abtrieb zu erzeugen, gibt es neben dem großen Diffusor einen elektrisch ausfahrbaren Heckspoiler. Kühlung und Beatmung des Motors finden unter anderem auch über Öffnungen vor den C-Säulen statt.
Was Leistung, Preis und Exklusivität angeht, ist der Wagen durchaus vergleichbar mit dem Lamborghini Huracán oder dem McLaren 650S. In dem künftigen Konkurrenzumfeld spielt der Vencer Sarthe allerdings den absoluten Puristen. Wem ein Lamborghini oder ein McLaren also inzwischen als zu "soft" erscheint, der könnte künftig beim Vencer Sarthe schwach werden.