Eine Abwrackprämie für Autos mit Verbrennungsmotor könnte einer neuen Studie zufolge einen erheblichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten – und im Vergleich zu E-Fuels deutlich billiger sein. Das geht aus der Untersuchung des Umweltforschungsverbunds ICCT hervor.
Demnach gehen die Forschenden auch davon aus, dass mit einem Abwrackprogramm im Vergleich zu E-Fuels nicht nur mehr Geld, sondern auch mehr CO2 eingespart werden kann – bis zu einem Drittel der bis 2030 benötigten Einsparungen im Verkehrssektor.

CO2-Einsparungen bei Abwrackprogramm höher

Konkret sieht das in der Studie vorgeschlagene Abwrackprogramm eine Stilllegung von acht Millionen Autos vor. Damit könnten bis zu elf Millionen Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden. Bei E-Fuels liege das sogenannte Emissionsminderungspotenzial jedoch nur bei bis zu 190.000 Tonnen an CO2-Äquivalenten.

E-Fuels sind teuer

Zugleich schätzen die Wissenschaftler die Produktionskosten für in Deutschland produzierte E-Fuels – also synthetische Kraftstoffe aus erneuerbarer Energie – im Jahr 2030 auf etwa 910 Euro pro vermiedener Tonne an CO2-Äquivalenten. Bei einem Abwrackprogramm seien es hingegen nur 313 Euro pro Tonne bei Dieselfahrzeugen und 255 Euro bei Benzinern.
ANZEIGE
Neuwagen kaufen
Carwow PkwSpare im Durchschnitt 8.100€!*
Ein Service vonCarwow Logo

Einfach zum neuen Auto!

Transparente Preise

Vertrauenswürdige Händler

Angebote aus deiner Nähe

Stressfrei & ohne Verhandeln

* Die durchschnittliche Ersparnis berechnet sich im Vergleich zur unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers aus allen auf carwow errechneten Konfigurationen zwischen Juni und November 2023. Sie ist ein Durchschnittswert aller angebotenen Modelle und variiert je nach Hersteller, Modell und Händler.
Auch bei im Ausland hergestellten und nach Deutschland eingeführten E-Fuels wären die Kosten deutlich höher. Die geschätzten Kosten für E-Fuels, die zum Beispiel aus Brasilien importiert werden, liegen laut Studie 2030 bei etwa 619 Euro pro Tonne CO2-Äquivalenten.

Studie stammt vom ICCT

Das International Council on Clean Transportation (ICCT) ist eine unabhängige Forschungsorganisation. Sie hat 2015 in den USA den VW-Abgasskandal mit aufgedeckt. Im Zentrum der aktuellen Studie steht die Frage, welchen Beitrag ein Abwrackprogramm leisten kann, um die bestehende Lücke bei der Senkung der CO2-Emissionen im Verkehrssektor zu schließen. Dafür haben sich die Autoren die prognostizierte Fahrzeugflotte für das Jahr 2030 angesehen – auch deshalb, weil bis dahin laut dem Geschäftsführer von ICCT Europa, Peter Mock, mit genügend verfügbaren E-Autos für Verbraucher gerechnet wird.

Förderung gestaffelt nach Alter

Mit einer Abwrackprämie könnte der Umstieg auf ein nachhaltiges Verkehrsmittel erleichtert werden. Das könnte so aussehen: Bringen Autofahrer ihre Benzin- und Diesel-Pkw zum Schrottplatz und entscheiden sich stattdessen für ein Auto mit Elektromotor, erhalten sie eine Prämie. Das in der Studie umrissene Programm rechnet mit Dieselautos, die mindestens 15 Jahre gefahren wurden, und Benzinfahrzeugen, die 25 Jahre oder älter sind.
Die ausgezahlte Prämie entspreche 80 Prozent des Restwerts. Würde der Vorschlag so umgesetzt, gäbe es 2000 bis 6000 Euro für ein Dieselauto und 2000 bis 3000 Euro für einen Benziner – gestaffelt nach Alter.

49 Millionen Verbrenner auf den Straßen

Aktuell sind Studienleiter Kyle Morrison zufolge 49 Millionen Verbrenner-Pkw auf Deutschlands Straßen unterwegs. Das würde die Erreichung der Klimaziele ernsthaft gefährden. "Unsere Studie präsentiert ein kosteneffizientes Abwrackprogramm, das gesundheitliche Vorteile für die Gesellschaft maximiert und den Fortschritt in Richtung Verkehrswende beschleunigt", erklärt Morrison.

Studie sieht auch gesundheitliche Vorteile

Zudem würden E-Fuels keinen Beitrag zur Verbesserung der Luft und damit der Gesundheit der Menschen leisten. Das sehe mit einem Abwrackprogramm anders aus. Die Stilllegung von Verbrennern – besonders von Dieselautos – könne durch die Reduzierung von Schadstoffen in der Luft erheblich zur Gesundheit der Menschen beitragen.
Allerdings sei auch die Abwrackprämie in Hinblick auf einen nachhaltigen Verkehr nur die zweitbeste Lösung, sagte Mock im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Vernünftiger sei es, Neufahrzeuge direkt elektrisch und emissionsfrei zu machen. Das sei auch billiger, als Altfahrzeuge später wieder von den Straßen zu bekommen. (Mit Material der dpa)