Der Führerschein ist für viele junge Menschen der erste große Schritt in Richtung Unabhängigkeit. Und leider auch eine der ersten wirklich teuren Anschaffungen. Durchschnittlich rund 3300 Euro werden inzwischen fällig, in manchen Städten sogar deutlich mehr. Wenn man die Prüfung ein- oder zweimal versemmelt (kommt durchaus vor), können auch mehr als 5000 Euro zusammenkommen.
Umso wichtiger ist es, unnötige Kosten zu vermeiden. Gemeinsam mit den Experten der Deutschen Verkehrspädagogischen Institute (DVPI) hat AUTO BILD deshalb die wichtigsten Spartipps zusammengestellt. Sie zeigen, wie Fahrschüler typische Kostenfallen umgehen, Fahrstunden effizient nutzen und ihre Chancen erhöhen, Theorie- und Praxisprüfung direkt beim ersten Versuch zu bestehen. Denn eines steht fest: Günstiger wird der Führerschein nicht dadurch, dass man weniger lernt, sondern dadurch, dass man von Anfang an clever vorgeht.

Früh starten und konsequent dranbleiben

Je früher man mit dem Führerschein anfängt, desto leichter fällt das Lernen. Neue Abläufe, Verkehrsregeln und das Gefühl fürs Auto gehen jungen Fahrschülern oft schneller in Fleisch und Blut über. Wichtig ist aber auch, am Ball zu bleiben: Wer monatelang pausiert, muss sich vieles wieder neu erarbeiten. Ein Führerschein ist in diesem Punkt wie eine Netflix-Serie: Wer nach drei Monaten wieder einsteigt, hat keine Ahnung mehr, was vorher passiert ist.

Budget von Anfang an realistisch planen

Der Führerschein ist kein Spontankauf wie ein Paar Sneaker oder ein neues Smartphone. Wer schon vor dem Start weiß, wie viel Geld zur Verfügung steht, vermeidet teure Unterbrechungen und bleibt im Lernrhythmus. Denn nichts ist ärgerlicher, als mitten in der Ausbildung eine Zwangspause einzulegen. Das Auto wartet schließlich nicht darauf, dass der Kontostand wieder gute Laune bekommt.

Antrag und Unterlagen frühzeitig organisieren

Sehtest, Erste-Hilfe-Kurs, Passbild und Führerscheinantrag klingen zwar nicht besonders aufregend, sind aber die notwendigen Eintrittskarten zur Prüfung. Wer hier trödelt, verliert wertvolle Zeit und verschiebt oft den gesamten Ablaufplan. Bürokratie ist wie eine rote Ampel: Man kann sich darüber ärgern, schneller grün wird sie trotzdem nicht.

Die Fahrschule nicht nur nach dem Preis auswählen

Die billigste Fahrstunde ist nicht automatisch das beste Angebot. Wichtiger sind eine gute Ausbildung, ausreichend Fahrtermine und ein Fahrlehrer, der einen wirklich voranbringt. Denn eine schlecht organisierte Ausbildung kann am Ende deutlich teurer werden. Frei nach dem Motto: Wer beim Fahrlehrer spart, bezahlt den Prüfer später vielleicht gleich zweimal.
Der Weg zum ersten eigenen Auto
Der Preis pro Fahrstunde ist nur die halbe Wahrheit. Eine gute Fahrschule kann am Ende deutlich günstiger sein als ein vermeintliches Schnäppchen.
Bild: Christoph Brries / AUTO BILD

Theorieunterricht ernst nehmen und regelmäßig lernen

Die Theorie ist nicht nur lästiges Pflichtprogramm, sondern die Grundlage für alles, was später auf der Straße passiert. Da sollte man von Anfang an gut durchsteigen, denn wer Verkehrsregeln begreift, macht schneller Fortschritte in den Fahrstunden und fühlt sich auch später sicherer im Auto. Außerdem gehört die Theorieprüfung zu den wenigen Prüfungen im Leben, bei denen alle Fragen vorher bekannt sind. So viel Hilfestellung gibt es nicht einmal von Günther Jauch bei "Wer wird Millionär?".
Fahrschule Schilder für Theorieunterricht
Wer Verkehrszeichen und Regeln früh verinnerlicht, spart später Fahrstunden und damit bares Geld.
Bild: DPA

Fahrstunden möglichst effektiv nutzen

Jede Fahrstunde kostet Geld – und zwar nicht gerade wenig. Bis zu 80 Euro verlangen einige Fahrschulen für die "normale 45 Minuten". Die vorgeschriebenen Sonderfahrten schlagen sogar mit bis zu 95 Euro zu Buche. Da lohnt es sich, aufmerksam zuzuhören, Feedback einzuholen und gezielt an Schwächen zu arbeiten. Auch außerhalb der Fahrschule kann man lernen, etwa als aufmerksamer Beifahrer. Schließlich kostet Beobachten nichts.

Prüfungen erst mit ausreichender Vorbereitung antreten

Hier lohnt sich das Lernen mal so richtig. Schlechte Mathe- oder Deutsch-Noten muss man vielleicht nur mit den Eltern ausdiskutieren. Eine verpatzte Führerscheinprüfung hingegen wird sofort richtig teuer. Wer gut vorbereitet, ausgeschlafen und mit kühlem Kopf antritt, hat die besten Chancen auf den Erfolg im ersten Versuch. Und das ist am Ende deutlich günstiger, als dem Prüfer ein zweites oder drittes Mal "Hallo" sagen zu müssen.
Frau mit neuem Auto und Führerschein und Autoschlüssel
Geschafft! Mit dem Führerschein in der Tasche beginnt für viele junge Menschen ein neues Stück Freiheit.
Bild: DPA
Alle Spartipps inklusive ausführlicher Erläuterungen gibt's auf der Website der DVPI: So wird Dein Führerschein jetzt schon günstiger